Sportclub mit Verbindung nach Tel Aviv

„Das ist einfach heftig”: Wasserskifahrer aus Kiefersfelden fühlen mit ihren Freunden aus Israel

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Sportler Aviv Levy aus Israel ist nur einer von einigen Bekannten des Wasserskivereins aus Kiefersfelden, der die Anschläge in Israel direkt miterlebt.
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Der Krieg in Israel hat auch in Kiefersfelden Spuren hinterlassen. Ein Mitglied des heimischen Wasserski-Clubs befand sich zu Beginn der Anschläge mitten in Tel Aviv und konnte nur mit Mühe rausgeholt werden. Doch das ist nicht die einzige Verbindung der Sportler zur israelischen Hauptstadt.

Kiefersfelden – „Nur einen Tag später und wir wären mittendrin gewesen“, berichtet Thomas Bauer, Vorstand des Wasserski-Clubs Kiefersfelden Rosenheim (WSCKR), immer noch leicht angefasst. Am 22. Oktober sollten eigentlich in Tel Aviv die Europameisterschaften im Wasserskifahren stattfinden. Eine gute Woche vorher wollten sich acht Jugendliche plus Betreuer zum „absoluten Highlight der Saison”  auf den Weg nach Israel machen.

Bombenattacken statt Sport

Doch plötzlich kam alles anders. Die Terrororganisation Hamas attackierte am 7. Oktober aus dem Gazastreifen, Israel versinkt in Chaos und Verwüstung, sämtliche Sportereignisse werden abgesagt. „Da hatten wir wirklich noch Glück im Unglück”, meint Bauer. Denn auch wenn alle jungen  Wasserskifahrer natürlich enttäuscht seien, dass fünf Monate hochkonzentrierter Vorbereitung hinfällig wurden: Die Europameisterschaften unter diesen Voraussetzungen abzusagen, sei die einzig richtige Entscheidung gewesen. 

Ein israelischer Soldat steht auf dem Gelände des elektronischen Musikfestivals Supernova nach dem tödlichen Angriff islamistischer Hamas-Kämpfer vom 7. Oktober.

Denn wie dramatisch die Lage auch für Reisende wurde, zeigt das Beispiel von Jana Meier. Die Oberaudorfer Sportlerin war bereits einige Tage vorher nach Tel Aviv aufgebrochen, um vor Ort bei dem befreundeten Wasserski-Club noch ein wenig zu trainieren. Nur mit Hilfe von Freunden und dem Leiter des dortigen Wasserski-Verbands schaffte sie es in ein Flugzeug zurück nach Deutschland. „Das war so krass“, schildert sie im Gespräch mit rosenheim24.de rückblickend ihre Suche nach einem Weg raus aus Israel. 

Jahrelange Sportfreundschaft nach Israel

Mit Spannung und Sorge beobachtet der KSCKR nun die Entwicklungen rund um Tel Aviv. Seit langer Zeit hat der Verein einen guten Kontakt zur dortigen Wassersportszene. „Ich selbst war schon häufig dort und kenne einige Sportler schon seit Jahren“, erzählt Bauer. Aber auch umgekehrt herrscht eine große Wertschätzung. So war beispielsweise Aviv Levy, der israelische Weltranglistenerste im Wasserski-Slalom, zu Gast beim Wasserski Auerbräu Cup 2023 in Kiefersfelden. 

Umso mehr trifft es den Vorstand des Clubs, wenn er hört, dass beispielsweise junge israelische Wasserskifahrer nun vom Militär eingezogen werden. „Das ist einfach heftig”, meint er. Wie genau die Wassersportler aus Tel Aviv über die Runden kommen, wisse Bauer allerdings auch nicht genau. Nur selten kommen Meldungen aus der Stadt. „Ich hoffe, dass es ihnen den Umständen entsprechend gut geht ”, sagt der Vorstand. Im besten Fall sehen sich die Sportler bei den Meisterschaften im kommenden Jahr wohlbehalten wieder.

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