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Relativ gelassen ging die Gemeinde Wackerberg in ihrer jüngsten Ratssitzung mit der Normenkontrollklage inklusive einstweiliger Anordnung auf Baustopp gegen das geplante Einheimischen-Modell im Bereich der Längental-Straße-Süd um.
Wackersberg – Gegen die Stimme von Josef Kaltenhauser wurde beschlossen, ein „ergänzendes Verfahren“ zum Bebauungsplan auf den Weg zu bringen.
„Vor etwa einem Jahr waren wir bereits an derselben Stelle“, bekundete Bürgermeister Alois Bauer: „Auch wenn wir im Prinzip den unveränderten Bebauungsplan erneut einreichen, so wurde der nun durch einige ergänzende schalltechnische Untersuchungen zusätzlich untermauert.“
Wie mehrfach berichtet sollen in dem Gebiet, das zu 70 Prozent Eigentum der Gemeinde ist, und zu 30 Prozent einer GBR gehört, 27 Bau-Parzellen nach einem Einheimischenmodell entstehen. Fünf in einem Mischgebiet sowie vier Doppelhaus-Hälften und acht Einfamilien-Häuser in einem allgemeinen Wohngebiet. Zudem sollen die privaten Grundeigentümer sechs Parzellen selbst verwerten dürfen. Gegen den bereits rechtskräftigen Bebauungsplan hatte ein Anlieger Klage erhoben. „Viele Sachen, die der Rechtsanwalt des Klägers angeführt hat, sind jenseits von Gut und Böse“, echauffierte sich der Rathauschef.
Ausführlich stellte er dann die Ergebnisse der neuesten schalltechnischen Gutachten vor. Im Großen und Ganzen war das Resultat, dass sich durch das Neubaugebiet für die Nachbarn nichts ändert und sie keine weiteren Einschränkungen fürchten müssen. An Campingplatz und Tennisplätzen gebe es näher liegende Wohnbebauung. Auch für die Gewerbebetriebe dürfte das Neubaugebiet zu keinen zusätzlichen zu den schon bestehenden Einschränkungen führen. So dürfe eine Zimmerei dort bereits jetzt nur bei geschlossenen Fenstern und Türen arbeiten, damit die erlaubten Lärmwerte nicht überschritten werden. Auch der zuvor kritische Punkt der Zufahrt sei mittlerweile Geschichte, da die Sanierung der Längentalstraße samt neuem Fußweg mit der letzten Asphaltierung dieser Tage fertig gestellt würde. „Damit ist die Längentalstraße eine vollwertige dörfliche Hauptstraße“, so Bauer.
Anlieger bestmöglich schützen
Von all diesen Argumenten war Kaltenhauser jedoch nicht überzeugt und betonte: „Ich habe sicher nichts gegen Einheimische, die ein Häuschen bauen wollen. Dennoch ist für mich das Wichtigste, dass alle Anlieger, die dort bereits wohnen, bestmöglich geschützt werden müssen.“ Auch warf er der Verwaltung große Versäumnisse im Verlauf der Planung vor: „Ich kann mich nicht erinnern, dass auch nur ein einziger zuvor mit dem Kläger gesprochen hat, um herauszufinden, wo er Probleme sieht.“
Bis zur Gemeinderatssitzung am 18. Juni sollen die ersten Auslegungen des „ergänzenden Verfahrens“ abgeschlossen sein, damit dann das Gremium zur erneuten Beschlussfassung kommen kann. Um nicht in ein weiteres Fettnäpfchen zu treten, erklärte Bürgermeister Bauer: „Bis zu diesem Termin werden wir alles ruhen lassen.“
Parzellen vorläufig vergeben
Trotz Normenkontrollklage und einstweiliger Verfügung gegen das geplante Baugebiet Längentalstraße-Süd vergab der Gemeinderat am Dienstag in nichtöffentlicher Sitzung die zur Verfügung stehenden Parzellen – zumindest vorläufig. 60 Bewerbungen waren bis dato für das allgemeine Wohngebiet und 16 für das Mischgebiet eingegangen. „Nach einem familienbetonten Sozialschlüssel haben wir vier von fünf Mischgebiets-Parzellen vergeben sowie im allgemeinen Wohngebiet acht Grundstücke für Einfamilien-Häuser und eine Doppelhaus-Hälfte“, sagte Bürgermeister Alois Bauer auf Nachfrage. Bereits an diesem Donnerstag sollen nun die erwählten Bauwerber im Rathaus zum ersten Kennenlernen zusammenkommen. Dabei könnten die einzelnen Parzellen im gegenseitigen Einvernehmen auch getauscht werden.
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