VonNick Schederschließen
Wenn Klaus Kathan ein letztes Mal als Spieler aufs Eis geht, ist er nicht die einzige lebende Eishockey-Legende: Bei seinem Abschiedsspiel am Samstag, 18. August, um 18 Uhr hat der 41-Jährige Kult-Tölzer eine Menge alter Weggefährten versammelt.
Bad Tölz – Ein letztes Mal holt er seine Ausrüstung aus dem Keller. Einen alten Helm. Eine blaue Hose, die Klaus Kathan wohl noch aus seiner Zeit in Mannheim hat. Einen abgenutzten Schläger. Das eigens angefertigte Trikot mit der Nummer 49. Dann geht’s für den 41-Jährigen noch einmal aufs Eis. Bei seinem Abschiedsspiel „Mei letzt’s Spui“ am Samstag 18. August, um 18 Uhr im Tölzer Eisstadion. Kathan freut sich darauf – und ist bereit: „Schön, die alten Weggefährten wiederzusehen und mit ihnen aufs Eis zu gehen.“
Selbst trainieren wird der neue Knaben-Trainer des EC Bad Tölz allerdings nur ein einziges Mal: Am kommenden Mittwoch. „Da ist ein Training für das Spiel.“ Einigermaßen fit ist er trotzdem. „Ich werde laufen bis zum Umfallen“, verspricht er. „Natürlich will ich gewinnen, das wollte ich immer“, sagt Kathan. Doch so bierernst geht es bei den Spielen dann doch nicht zu. Da gibt es andere Kandidaten, die mit deutlich mehr Ehrgeiz an die Sache herangehen. „Den Michael Teltscher zum Beispiel müssen wir sicher ein wenig beruhigen, dass es nicht um alles geht“, sagt Kathan grinsend. Und falls ihm jemand davonläuft – „auch nicht schlimm, sollen sie laufen“.
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Viel Einsatz verlangt schon der Modus des Abschiedsspiels in Turnierform: Die vier Mannschaften – gemischt mit jungen bis Ü 50-Spielern – treten Drei gegen Drei über 15 Minuten an. Es werden zwei Halbfinals ausgetragen, die Verlierer bestreiten das Spiel um Platz drei, die Gewinner duellieren sich im Finale gegeneinander.
Kathan verspricht den Zuschauern – und hofft selbst auf – interessante Begegnungen. Dafür sorgen unter anderem seine alten Mitspieler wie Markus Feierabend, Hans „Spoach“ Harrer, Michael Schuster, der Finne Marko Pieniniemi, Peter Holdschik, Bene Huß, Manfred Klaar oder Sascha Goc, aber auch Trainer wie Ludwig Andrä, Rick Boehm oder Axel Kammerer, der mit seinem Sohn Maxi spielt. Im Tor stehen Markus Janka, Viona Harrer, Brosi Fichtner und Markus Maier sowie Bastian Trasberger, mit denen Kathan im Nachwuchs gespielt hat.
Ebenfalls dabei sind Kathans Teamgefährten bei den Löwen der Vorsaison, Michael Endraß, Christian Kolacny, Johannes Sedlmayr, Thomas Schenkel und Andreas Schwarz, und Ex-Löwen wie Josef Kottmair, Rainer Suchan, Floppo Zeller und Franz Mangold, oder ehemalige DEL-Mitspieler wie Daniel Kreutzer und Tino Boos sowie NHL-Stars Korbinian Holzer und Yasin Ehliz. Möglicherweise laufen auch die DEL-Spieler Leo Pföderl, Patrick Reimer und Konrad Abeltshauser auf. „Da müssen wir mit den Vereinen noch klären, ob sie befreit sind.“ Als Schiedsrichter fungieren Peter Slapke, Michael Strobl und Markus Schütz.
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Natürlich brauchen die alten Recken, die teilweise deutlich länger als Kathan nicht mehr auf dem Eis standen, Anleitung von der Bande: Die Trainerfunktion bei den vier Teams übernehmen Alpenvulkan Hans Zach, Florian Funk, Franz Fritzmeier und Peter Scharf. „Peter Scharf war mein Juniorentrainer“, sagt Kathan. „Flocko Funk mein Schülertrainer und Coach bei meiner Rückkehr nach Tölz.“ Fritzmeier betreute ihn bei der BEV-Auswahl. Zach coacht Team Gelb. „Ich hab’ also nichts zu befürchten“, sagt Kathan grinsend, der für Team Schwarz unter Fritzmeier spielt. „Hans war hart zu den Spielern und hat alles gefordert“, sagt Kathan über seinen Trainer in Kassel, Hannover und bei der Nationalmannschaft. „Ich hab’ viel von ihm gelernt.“ Kathan, der im Eisstadion gelegentlich aus Gewohnheit die Tür zu seiner alten Kabine der Löwen öffnet, bereut sein Karriereende nicht. „Es war genau der richtige Zeitpunkt – mit einem positiven Abschluss“, sagt der 41-Jährige, der mit den Löwen den Klassenerhalt in den Play-downs geschafft hatte. Als seine ehemaligen Team-Kollegen Anfang August aufs Eis gingen, „da war ich froh, dass ich nicht mit musste“, sagt er lachend. „Vielleicht lag es auch ein bisschen an der Hitze.“
Um die Vorbereitung des Spiels musste er sich nicht groß kümmern. Die Organisation übernahmen sein Vater Peter Kathan, Michael Kühnel und Melina Staar. Kathan selbst lud die Spieler ein. „Es freut mich, dass fast alle kommen.“ Nur Yanick Dubé und Ilpo Kauhanen mussten absagen, sie sind mit ihren Vereinen unterwegs. Kathan freut sich trotzdem auf sein letztes Spiel. „Ich glaube, es wird ein super Tag.“ Der Erlös kommt übrigens der Spendenaktion „Leser helfen helfen“ von Tölzer Kurier und Isar-Loisachbote/Geretsrieder Merkur zugute, die Menschen in der Region unterstützt, die unverschuldet in Not geraten sind.
Tickets für Klaus Kathans Abschiedsspiel
Karten für Klaus Kathans Abschiedsspiel gibt es an der Abendkasse. Die Tickets kosten 10 Euro, 5 Euro ermäßigt. Kinder unter 16 sind frei.
