VonSilke Schederschließen
Verstaubt war der Klosterladen in Benedikbeuern nie. Aber ein bisschen zusammengestückelt und unstrukturiert. Davon wird nach der Wiedereröffnung – Halleluja – nichts mehr zu spüren sein.
Benediktbeuern – Bischof Stefan Oster dürfte große Augen machen, wenn er am 29. Februar den Klosterladen in seiner ehemaligen Wirkungsstätte, dem Kloster Benediktbeuern, segnet: Dank eines mehrwöchigen Umbaus und einer Investitionssumme von rund 100 000 Euro wirken die Verkaufsräume deutlich größer. Und auch sonst hat sich das Team um Simone Spohr einiges einfallen lassen, um selbst langjährige Stammkunden zu überraschen.
Das Sortiment bleibt im Großen und Ganzen gleich, wird aber um ein paar Bereiche erweitert. „Ein großes Augenmerk liegt auf christlichem Schmuck“, sagt Laden-Leiterin Simone Spohr. In einer Vitrine im Eingangsbereich liegen künftig Armbänder, Ketten und Ringe aus, zum Beispiel des Labels „A beautiful story“. Das Besondere: Bei den Schmuckstücken handelt es sich um Fairtrade-Produkte aus Nepal. „Der Nachhaltigkeitsgedanke ist uns sehr wichtig“, betont Spohr und nennt im gleichen Atemzug die beiden anderen zentralen Begriffe: regional und natürlich religiös.
Vereint werden beide Aspekte zum Beispiel in Produkten des Klosters wie Honig, Schnaps und Bier. Neben klassischen Devotionalien wie Kreuze oder Rosenkränze nehmen sie neben verschiedenen Karten einen großen Teil des Eingangsbereichs ein. Durch eine deutliche Verkleinerung des Kassenbereichs wirkt dieser deutlich weitläufiger als vor Beginn der Umbauarbeiten am 8. Januar. „Wir sind aber auch viel mehr in die Rückwände gegangen“, sagt Spohr. „Dadurch haben wir viel mehr Platz.“
Abgerundet wird das neue Konzept mit einem durchgängig einheitlichen Holzton in Kombination mit der Farbe Anthrazit. „Das wirkt warm und trotzdem modern“, freut sich Spohr. Der Umbau war ihr von Anfang an eine Herzensangelegenheit: „Ein Regal hier, eine Weinkiste da: Es war ein bisschen zusammengestückelt.“ In Konsequenz fehlt es auch an Struktur. Das Problem gehört der Vergangenheit an: Themen wie Hochzeit, Taufe, oder Kommunion bekommen jeweils eigene Bereiche. Neben theologischer Literatur gibt es auf den 84 Quadratmetern Verkaufsfläche auch Belletristik und Kinderbücher.
Silent opening Anfang Februar
Bis Anfang Februar sollen die Umbauarbeiten abgeschlossen und die rund 50 000 Artikel wieder eingeräumt sein. Aktuell arbeiten 13 Handwerker an sieben Tagen die Woche von morgens bis abends, um diesen straffen Zeitplan einhalten zu können. Und auch das gesamte Team des Klosterladens – insgesamt fünf Festangestellte und fünf Aushilfen – packt tatkräftig mit an und organisiert die offizielle Eröffnungsfeier Ende Februar (siehe unten). Der Verkaufsbetrieb beginnt aber bereits Anfang Februar mit einem sogenannten „silent opening“. Das heißt: Wenn alles fertig ist, wird aufgesperrt.
Von dem Umbau erhoffen sich die Don Bosco Medien AG und Simone Spohr eine weitere Steigerung des Umsatzes. Dabei ist der mit 6000 Euro pro Quadratmeter ohnehin schon überdurchschnittlich hoch: „Branchenüblich sind 3500 Euro“, verrät Spohr nicht ohne Stolz. Aber es gibt eben auch kaum Konkurrenz: „Nicht einmal in Andechs bekommt man noch ein Gotteslob“, sagt Spohr. Im Internet natürlich schon. „Aber wer will solche Dinge schon online kaufen?“
Ablauf der offiziellen Eröffnungsfeier Ende Februar mit Familien- und Kinderprogramm
Freitag, 28. Februar: Bischof Stefan Oster liest ab 19 Uhr im Barocksaal des Klosters aus seinem neuen Buch „Das Credo“ – Eine Gebrauchsanweisung für das Leben“. Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen. In dem Buch erklärt Oster nach eigenen Angaben einen der wichtigsten Glaubenstexte der Christenheit: das Glaubensbekenntnis. Oster verspricht überraschende Einsichten und weitreichende Hintergründe.
Samstag, 29. Februar: Offizielle Wiedereröffnung des Klosterladens ab 10 Uhr. Bischof Stefan Oster segnet die Verkaufsräume, außerdem spielt die „God-for-youth-Band“. Im Anschluss ist ein Familien- und Kinderprogramm geplant.
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