Öffentlicher Dienst geht auf die Straße

„Machen täglich einen Knochenjob“: Pflegekräfte, Müllabfuhr und Co. streiken in Nürnberg für mehr Lohn

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Mitarbeiter von Kliniken, Stadtwerken und anderen Bereichen des öffentlichen Dienstes haben am Donnerstagmorgen in Nürnberg demonstriert.
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Sie pflegen die Kranken und holen den Müll ab: Bei einem Streik in Nürnberg haben Beschäftigte des öffentlichen Dienstes für mehr Lohn demonstriert.

Nürnberg – „Unsere Kollegen machen für die Stadt täglich einen Knochenjob“, sagt Michael Sölheim, Verdi-Vertreter bei der Abfallwirtschaft Nürnberg, „und das bei niedrigen Lohngruppen.“ Am Donnerstagmorgen, 16. Februar, haben Beschäftigte des öffentlichen Dienstes am Kornmarkt in Nürnberg für 10,5 Prozent mehr Lohn demonstriert. Pflegekräfte, Müllabfuhr, Stadtwerke und Co. fordern eine höhere Wertschätzung ihrer Arbeit, denn die Inflation mache auch vor ihnen nicht Halt.

Die Gewerkschaft Verdi hatte im Voraus zu gleich vier Demonstrationszügen durch die Innenstadt aufgerufen und rechnete laut ihrer Pressemitteilung mit mehr als 3000 Teilnehmenden. Kommenden Mittwoch und Donnerstag, 22. bis 23. Februar, steht die nächste Verhandlungsrunde an.

Streik in Nürnberg: „Inflation und Teuerungen brennen Löcher in die Portemonnaies“

Laut Verdi wollen alle Streikenden den Druck auf ihre Arbeitgeber erhöhen, „die in der ersten Verhandlungsrunde tatsächlich behauptet haben, es gäbe keinen Personalmangel in den unteren und mittleren Entgeltgruppen“. Für die Demonstranten wirkt das wie blanker Hohn: „Nach all dem Applaus, nach all dem Gerede von Systemrelevanz, hat sich im Gesundheitswesen nichts zum Besseren verändert. Dabei sind und bleiben wir unverzichtbar“, erklärt zum Beispiel Jo Weißenberger von der Betriebsgruppe Klinikum Nürnberg in einer Pressemitteilung von Verdi.

Fachkräfte in den Gesundheitsberufen würden dringend gebraucht, doch um den Beruf attraktiver zu gestalten, brauche es „Löhne, von denen wir trotz explodierender Lebenshaltungskosten gut leben können.“ Trotz Streik erhalte das Personal die Notfallversorgung selbstverständlich aufrecht. Auch Sölheim von der Abfallwirtschaft schließt sich der Forderung nach mehr Lohn an: „Die Inflation und Teuerungen brennen uns Löcher in die Portemonnaies. Wir brauchen einen Inflationsausgleich.“ Bereits seit Oktober 2022 fordert Verdi einen Gehaltsaufschlag von 10,5 Prozent für den öffentlichen Dienst.

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Verdi fordert 10,5 Prozent mehr Lohn für den öffentlichen Dienst

Die Gewerkschaft will mindestens 500 Euro mehr für Fachkräfte und 200 Euro mehr für Auszubildende durchsetzen. Diese Forderung hat die Gewerkschaft mit 16.000 Unterschriften bereits Anfang Februar an Nürnbergs Oberbürgermeister Marcus König (CSU) übergeben.

Mit dem Streik würden „die Beschäftigten aus Nürnberg und Umgebung ein starkes Zeichen an die Verhandlungsführung der Arbeitgeberseite senden und ihre Forderungen unterstreichen“, sagt Rita Wittmann, Geschäftsführerin von Verdi Mittelfranken. Bereits am 14. und 15. Februar waren Menschen in Ansbach und Fürth auf die Straße gegangen. Am Warnstreik in Nürnberg beteiligten sich unter anderem Beschäftigte von Stadt, Klinikum und Abfallwirtschaft Nürnberg und der Bundesagentur für Arbeit.

Am Freitag, 17. Februar, droht ein Verdi-Streik der Angestellten an Flughäfen den deutschen Flugverkehr lahmzulegen. Betroffen ist auch der Flughafen München.

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