VonAlois Ostlerschließen
Der Zeitplan für die Sanierung der ehemaligen Hausmülldeponie am Festplatz in Kochel steht fest.
Kochel am See – Die geplante Drainage und eine Grundwasser-Reinigungsanlage sollen demnach im Januar 2021 betriebsbereit sein. Der Kochler Bürgermeister Thomas Holz stellte jetzt die einzelnen Maßnahmen dem Gemeinderat vor.
Bis an der Triministraße der erste Bagger die Arbeit aufnimmt, wird noch einige Zeit vergehen. „Zuvor muss noch allerhand untersucht werden“, sagte der Rathauschef. Das sei das Ergebnis einer ersten Besprechung mit Vertretern der Gesellschaft zur Altlastensanierung in Bayern (GAB), des Tölzer Landratsamts und der Gemeinde Kochel. Dabei habe man das weitere Vorgehen festgelegt und einen sogenannten Grobterminplan aufgestellt. Der notwendige Förderantrag mit der GAB sei mittlerweile abgeschlossen. Sie wird – wie mehrfach berichtet – sämtliche Kosten übernehmen. Vergeben ist auch bereits der Sanierungsauftrag, und zwar an die Firma SakostaCAU in München.
Als nächster Schritt wird nun laut Holz im September die Ausschreibung der Fremdleistungen erfolgen. Dazu zählen insbesondere der Brunnenbau, die Baugrunderkundung und die Durchflussmessung. Die Bohrarbeiten sollen im November abgeschlossen sein. Mit der Fertigstellung der Geländearbeiten sei im Januar 2020 zu rechnen. Im April nächsten Jahres sei die Vorlage der Entwurfsplanung für die Grundwasserreinigungsanlage geplant. Diese unterirdische Anlage soll im Spätherbst eingebaut und dann im Januar 2021 in Betrieb genommen werden. Detaillierte Berichte sollen dann Aufschluss über die Funktion der Anlage geben, um deren Betrieb notfalls zu optimieren.
Lesen Sie auch: Sportstätten über Hausmülldeponie in Kochel bleiben
Um das aus der ehemaligen Deponie abfließende Grundwasser aufzufangen, sollen in einem Abstand von vier bis fünf Metern entlang eines kurzen Stücks am Kochelseeufer und entlang des Loisachkanals zwei Drainagen verlegt werden. Sie münden in die Grundwasser-Reinigungsanlage. In ihr wird das Grundwasser gesäubert. Damit wird verhindert, dass Schadstoffe aus den früheren Ablagerungen in Richtung Kochelsee und Loisach abfließen. Das gereinigte Grundwasser wird anschließend dosiert in den Loisachkanal abgegeben.
Im Bereich des heutigen Kochler Festplatzes und der Sportanlagen entlang der Triministraße wurde früher auf einer Fläche von rund 100 000 Quadratmetern eine Hausmülldeponie betrieben. Sie wurde in den 1970er-Jahren geschlossen und rekultiviert. Bei routinemäßigen Untersuchungen an der ehemaligen Deponie waren zunächst Grenzwertüberschreitungen bei Polyzyklischen Aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) festgestellt worden. Später wurden auch noch Teeröl-Funde nachgewiesen. Beide Stoffe gelten als krebserregend. Der Bürgermeister hatte immer wieder betont, dass davon keinerlei Gefährdung für die Menschen auf den Sportstätten ausgehe.
Lesen Sie auch: Auszeichnung für Aushängeschilder der heimischen Wirtschaft
