VonCarl-Christian Eickschließen
Das Wolfratshauser Flussfestival im Jahr 2017 kostet die Steuerzahler 220.000 Euro. Nach der Rechnungsprüfung war Kulturmanagerin Klement selbst überrascht. Ein Kommentar.
Kultur kostet Geld: Diese Binsenweisheit darf nicht als Freifahrtschein missgedeutet werden. Das Flussfestival trägt den Namen der Flößerstadt unbestritten weit über die Stadtgrenzen hinaus – zum Preis von fast 220.000 Euro Steuergeld. Dieses Defizit ist durch nichts zu rechtfertigen.
Es drängt sich der Eindruck auf, dass die Stadt bei der Organisation des Festivals blauäugig vorgeht. Nach Verhandlungen mit Künstlern und Bühnentechnikern werden wohl großzügig Blankoschecks unterschrieben – und im Rathaus gibt’s offenbar niemanden, der während des mehrmonatigen Planungsprozesses die Kostenentwicklung kontrolliert.
Ein Budget, das weiß jede Hausfrau und jeder Hausmann, definiert die Ausgaben-Obergrenze. Mehr Geld als das, das der Stadtrat für ein Flussfestival bewilligt, steht plus minus ein paar Euro nicht zu Verfügung. Punkt. Dass die verantwortliche Kulturmanagerin nach dem Kassensturz stattdessen vom Rechnungsergebnis „überrascht“ wird, macht genau genommen jeden Kommentar überflüssig.
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