VonMarkus Schwarzkuglerschließen
Glücklich darf sich Christian Pröbst nach seiner Nominierung zum Bürgermeisterkandidaten der CSU schätzen, auch wenn seine Wahl alles andere als überraschend kommt. Beglückwünschen lassen dürfen sich aber vor allem die Bürgerinnen und Bürger in Wartenberg. Die Demokratie könnte kaum intensiver aufblühen als sie das im Markt tut. Wo sonst draußen auf dem Land im Kreis Erding hat der Wähler eine derart große Auswahl an Namen, bei denen er sein Kreuz setzen kann?
Während andernorts ein einziger Kandidat für eine gemeinsame Liste antritt und sich lediglich die Frage stellt, ob nun drei oder gar vier Hansel ihr Kreuz nicht hinter seinem Namen machen, gibt es in Wartenberg bereits jetzt sechs Kandidaten zur Auswahl: Robert Hegenauer (FWG), Michael Gruber (SPD), Carla Marx (Neue Mitte), Josef Samitz (FDP), Dominik Rutz (Grüne) und eben Pröbst (CSU), der am Donnerstag einen überzeugenden Auftritt hingelegt hat.
Die große Auswahl an Kandidaten passt ins lebhafte Bild, das die Kommunalpolitik im Ort abgibt. In der Marktratssitzung dürfte die Zuschauerzahl auch deshalb im Vergleich mit anderen Kommunen deutlich über dem Schnitt liegen, weil das Gremium für inhaltsreiche Debatten steht.
Pröbst geht am 15. März 2020 als Favorit in die Wahl, ist er doch bereits 3. Bürgermeister und sammelt in Vertretung der beiden erkrankten FWG-Gemeindechefs Manfred Ranft und Peter Schickinger dieser Tage schon fleißig Rathaus-Erfahrung. Von seinen Konkurrenten ist nur einer bereits im Marktrat vertreten, und das sogar schon einige Jahre länger: Michael Gruber. Ein großes Problem für ihn: Die SPD gilt derzeit nicht gerade als Stimmenfänger-Partei.
Eine Stichwahl ist nichtsdestotrotz alles andere als unwahrscheinlich – dem breiten Kandidaten-Spektrum sei dank.
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