VonVeronika Ahn-Tauchnitzschließen
Der Kreistag hat einen Millionen-Zuschuss für den Erhalt der Tölzer Geburtshilfe abgelehnt. Das ist bitter für de Frauen, aber trotzdem die richtige Entscheidung. Ein Kommentar von Veronika Ahn-Tauchnitz.
Die Ablehnung des Zuschusses ist richtig. Dabei geht es – und das ist wichtig – nicht ums Geld. Der Kreistag hätte vermutlich, ohne mit der Wimper zu zucken, 1,8 Millionen Euro pro Jahr ausgegeben, wenn er denn glauben würde, dass er sich damit eine nachhaltige und gute Lösung für die Mütter im südlichen Landkreis erkauft. Aber das tut er nicht.
Das hat zwei Gründe: Experten, die vor einer Woche gehört wurden, rieten eindringlich von dieser Lösung ab, weil sie weder zukunftsfähig noch wirtschaftlich erscheint. Zweitens fehlt der Mehrheit des Gremiums einfach der Glaube, dass Asklepios echtes Interesse an dem Fortbestand der Geburtshilfe hat. Und das zu Recht: Bereits im November hatte Geschäftsführer Joachim Ramming den Klinikbeirat darum gebeten, die Station schließen zu dürfen. Er bat nicht um Unterstützung. Er wollte schließen. Mal ehrlich: Was könnte schlimmer sein als eine Mutter, die ihr Kind nicht richtig liebt?
Der Beschluss am Freitag war wichtig. Er beendet eine Hängepartie und macht Platz für einen Neuanfang. Eine Stärkung des Standorts Wolfratshausen ist aber nur die halbe Miete: Das Ziel muss sein, auch für die Mütter im Süden eine sichere Lösung zu schaffen – und das nicht irgendwann, sondern so schnell wie möglich.
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