Fehlende Stellplätze

Kommt nun doch ein Parkhaus? Märchenwald-Chef spricht über seine Pläne

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Stoßstange an Stoßstange: Die Kräuterstraße direkt vor dem Märchenwald ist im Sommer oft zugeparkt – zum Leidwesen für viele Anwohner.
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Der Märchenwald-Chef möchte einen neuen Vorstoß wagen. Ein Parkhaus soll das Farcheter Autoproblem lösen. Doch es gibt Hürden.

Wolfratshausen – Die meisten Farcheter sind an Sommerwochenenden ziemlich genervt – zumindest, wenn die Sonne scheint. Dann nämlich sind in dem Ortsteil viele Straßen zugeparkt. Die Ursachen dafür liegen an der Kräuterstraße. Dort befinden sich das Isar-Loisach-Sportstadion und der Freizeitpark Märchenwald. Und weil letzterer gerade in den bayerischen Sommerferien ein beliebtes Ausflugsziel darstellt, ist die Parkplatzsituation in den sechs Wochen besonders angespannt. Daniel Diessl möchte das ändern. Der Betreiber des Farcheter Freizeitparks plant, einer eigentlich toten Idee neues Leben einzuhauchen: ein Parkhaus für Märchenwald-Besucher und Stadiongäste. Diesen Vorstoß hatte er schon einmal gewagt, scheiterte aber an einigen Widerständen – von Anwohnern, Stadträten und Sportlern.

Kommt nun doch ein Parkhaus? Märchenwald-Chef spricht über seine Pläne

„Wir haben die Gespräche wieder aufgenommen“, bestätigt der Freizeitpark-Chef auf Nachfrage unserer Zeitung. „Wir wollen eine Lösung finden – und weil es keine andere sinnvolle Lösung gibt, wird es wohl in einem Parkhaus gipfeln.“ Die Baumaßnahme würde Diessl finanzieren: „Wir reden da von Ausgaben in Millionenhöhe.“ Deshalb sei für ihn entscheidend, dass nicht in ein paar Jahren neu gedacht werden muss. „Wenn wir so viel Geld in die Hand nehmen, dann für einen richtigen Wurf.“

Sommer im Märchenwald: Das Betreiber-Ehepaar Daniel und Franziska Diessl hat derzeit gut zu tun.

Freizeitpark in Wolfratshausen: Parkplätze sind rar - deshalb gibt es neue Pläne

In der Vergangenheit gab es wie berichtet mehrere Überlegungen, welches Grundstück überhaupt in Frage käme – es muss groß genug sein und nah genug am Park liegen. Der Plan könnte so aussehen: Auf dem Parkplatz am Isar-Loisach-Stadion könnte ein Parkhaus entstehen. In Richtung der Straße zweigeschossig, in Richtung des Kunstrasenplatzes im Stadion käme eine Terrasse, also ein drittes Stockwerk ohne Dach hinzu, auf dem Autos abgestellt werden könnten. Ob ein solcher Plan überhaupt baulich realisierbar ist, lässt Diessl derzeit prüfen. „Wir nehmen die Gespräche mit der Stadt nach den Sommerferien erneut auf.“, Dann soll es beispielsweise um genaue Maße gehen, welche Flächen potenziell bebaut werden könnten.

Parkplätze in Wolfratshausen Farchet: „Das Thema ist schwierig“

Allerdings schränkt Diessl ein: Konkret spruchreif sei noch gar nichts. „Wir sind noch ganz am Anfang“, sagt er. Auch Bürgermeister Klaus Heilinglechner bestätigt auf Nachfrage, dass es zwar bereits Gespräche gegeben habe, weit seien die noch nicht. „Es braucht eine Lösung, die für die Familie Diessl, die Stadt, die Sportler und die Anlieger sinnvoll wäre.“ Heilinglechner sagt es nicht dazu, aber bislang scheiterte die Suche nach einer solchen Veränderung, die alle Interessen abdeckt. „Es sind schon viele Befindlichkeiten da“, sagt Diessl. „Das Thema ist schwierig.“ Trotzdem will er die Flinte nicht ins Korn werfen.

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Im vergangenen Jahr hat die Stadt eine Maßnahme ergriffen und auf dem Parkplatz vor dem Isar-Loisach-Stadion eine Höchstparkdauer eingeführt. Maximal fünf Stunden lang dürfen Autos seit vergangenem Juni auf dem Areal stehen, das Platz für etwa 100 Fahrzeuge bietet. Damals erklärte der Rathauschef, dass die Maßnahme für eine höhere Fluktuation sorgen solle – denn: „Wir haben beobachtet und einige Meldungen bekommen, dass auf den Stellflächen viele Anwohner ihre Autos parken, die sich einen Tiefgaragenstellplatz sparen möchten“, fasste Heilinglechner im vergangenen Sommer zusammen.

In Farchet sind viele Straßen vollgeparkt - nun möchte der Märchenwaldchef das Problem lösen

Ausreichend, um den Ortsteil vom stehenden Verkehr zu befreien, sei die Neuregelung aber nicht, findet Diessl. Gerade beim Andrang im Sommer brauche es eine andere Lösung. Soll heißen: eine bauliche. Wie das konkret aussehen könnte, möchte Diessl in ein paar Wochen mit der Stadt besprechen. Im Moment ist der Parkbetreiber nämlich noch voll im Sommergeschäft eingespannt.

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