In Alling wird es bei der Gemeinderatswahl erstmals sieben Wahlvorschläge geben. Auch die Grünen, die noch keinen Ortsverband in der Gemeinde haben, nominierten jetzt zwölf mehrheitlich parteilose Bewerber für das kommunale Gremium.
Alling – Spitzenkandidatin ist die 44-jährige Anna Borawski-Utz.
Die Aufstellungsversammlung fand – weil in der Vorweihnachtszeit keine anderen Räumlichkeiten reserviert werden konnten, so die Grünen – in einem Speiselokal im Gewerbegebiet statt und bot so einen recht alternativen Rahmen. Bei ihren Kurzvorstellungen waren die Gemeinderats-Aspiranten nur mit Mühe zu verstehen, denn um sie herum gab es jedem Menge Tellergeklapper und Tischgespräche.
Will gar nicht gewählt werden
Einige Bewerber mussten sanft genötigt werden, sich wenigstens für einen der hinteren Plätze aufstellen zu lassen. „Wer garantiert mir, dass ich nicht gewählt werde?“, fragte ein Kandidat wider Willen. „Da kann nichts passieren“, beruhigte ihn der frühere Landtagsabgeordnete Sepp Dürr, der mit zwei Germeringer Kollegen Starthilfe beim komplizierten Wahl-Prozedere gab. Auf Platz zehn sei man in geringer Gefahr.
Vision vom CO2-neutralen Alling
Die Grünen rechnen mit einem oder zwei Mandaten im 16-köpfigen Gemeinderat, ein drittes dürfte es gerne auch sein. Mehrere Redner machten deutlich, dass Alling reif sei für ein breiteres politisches Spektrum, wie es ein Kandidat ausdrückte. Ziel sei auch, die bisherigen Mehrheiten zu brechen und so dafür zu sorgen, dass Entscheidungen nicht länger von wenigen im Hinterzimmer getroffen würden. Information der Bevölkerung und Dialog mit dem Bürger nannte Borawski-Utz als ihr erstes Anliegen. Sie will außerdem – zusammen mit den Vereinen – neue Freizeitangebote für alle Altersgruppen entwickeln und hat die Vision eines CO2-neutralen Allings.
Begehren gegen Kinderhaus-Neubau
Die Listenführerin, gebürtige Polin und seit 14 Jahren in Alling zuhause, ist beruflich im Finanzmanagement tätig. Ihr ehrenamtliches Engagement kennt man aus Elternbeirat und Förderverein der Grundschule, außerdem ist sie in der Kirche aktiv. Sie gehörte zusammen mit ihrem Mann Hubert (Platz sechs) auch zu den Initiatoren eines – vom Gemeinderat abgelehnten – Bürgerbegehrens gegen den geplanten Kinderhaus-Neubau.
Auf Platz zwei steht mit dem 22-jährigen Politikwissenschaftsstudenten Max Hennies der einzige Kandidat, der noch bei der Grünen Jugend mitwirken kann. Rang drei belegt die ehemalige Gymnasiallehrerin Angelika Gladiator, heute unter anderem in der Flüchtlingshilfe aktiv. Auch zwei andere Bewerber haben erst im Ruhestand Zeit für die Politik gefunden, betonten aber, schon vor Jahrzehnten gegen Atomkraft und Aufrüstung demonstriert zu haben.
Außerdem auf der Liste für die Kommunalwahl: Die im alten Obermühl-Anwesen aufgewachsene Melanie Plabst (Platz 9) der es um jeden Baum leid tut, der gefällt wird, und Karolin Pförtsch (11), die in Alling lebende Tochter von Sepp Dürr. (Olf Paschen)
Die Liste der Grünen in Alling
1) Anna Utz-Borawski, 2) Max Hennies, 3) Angelika Gladiator, 4) Ulrich Schimmel, 5) Wolfgang Klarmann, 6) Hubert Utz, 7) Jürgen Klenk, 8) Jürgen Quint, 9) Melanie Plabst, 10) Christian Geist, 11) Karolin Pörtsch, 12) Sascha Ackermann.
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