VonChristiane Mühlbauerschließen
Die „Unabhängigen Bichler Bürger“ haben Benedikt Pössenbacher nun zum dritten Mal als Bürgermeisterkandidaten aufgestellt. Als der 53-Jährige über die Bichler Zukunft sprach, gab es eine Überraschung: Im Dorf gibt es bald wieder eine Post.
Bichl – Wenn man im Dorf keine Post-Geschäfte erledigen kann, ist das für Bürger frustrierend. In Bichl war die Post, bislang betrieben von einem örtlichen Gewerbetreibenden, seit einiger Zeit verwaist. Doch jetzt gibt es eine gute Nachricht: „Die Gemeinde hat einen Mietvertrag abgeschlossen, so dass die Post bald ins Bahnhofgebäude einziehen wird“, sagte Bürgermeister Benedikt Pössenbacher am Mittwochabend im „Bayerischen Löwen“.
Dorthin hatte die Liste der „Unabhängigen Bichler Bürger“ zur Nominierungsversammlung eingeladen. Die 15 Bürger stellten Pössenbacher, der seit zwölf Jahren der Chef im Rathaus ist, ohne Gegenstimme auf. Bislang sieht es ganz danach aus, dass Pössenbacher im Wahlkampf keinen Gegenkandidaten bekommt.
Die Post-Filiale wird vermutlich Ende Januar eröffnen, denn zuvor müssen noch Umbauten getätigt werden, berichtete ein Sprecher der Deutschen Post auf Nachfrage unserer Zeitung. Das Gebäude gehört der Gemeinde und war bislang an die Deutsche Bahn verpachtet. Doch nachdem in Bichl kein Schrankenwärter mehr gebraucht wird, will die Bahn den Mietvertrag nicht verlängern. „Eine Post im Bahnhof ist eine gute Lösung“, freut sich Pössenbacher über den Nachmieter. Zudem könne man dort gut parken.
Bei der Versammlung sprach Pössenbacher auch über Themen, die Bichl in der kommenden Zeit beschäftigen werden, etwa die Ausweisung von Baugrund und zwei neue Einheimischenmodelle. Bei den erforderlichen Straßensanierungen sei man „gut dabei“. Auch das Programm der Dorferneuerung sei noch nicht abgeschlossen. Pössenbacher erhofft sich vom neuen Gemeinderat „frische Ideen“.
Wie berichtet, geht in Bichl wie schon 2014 eine gemeinsame Liste an den Start. Vier Frauen und 20 Männer bewerben sich um einen der 14 Plätze im Gemeinderat, aus dem nur drei Mitglieder ausscheiden. Bei der Bewerbungsrunde der Kandidaten habe ihn sehr gefreut, dass „keiner über die lokale Politik geschimpft hat, sondern alle die Gemeinde unterstützen wollen“, sagte Pössenbacher. „Das ist beflügelnd.“ Von den Gemeinderäten, die erst 2014 gewählt wurden, höre keiner auf. „Das zeigt, dass wir gut zusammenarbeiten und das auch weiterhin wollen.“
Pössenbacher hatte sich lange bedeckt gehalten, ob er für eine dritte Amtszeit zur Verfügung steht. „Aber jetzt möchte ich gerne volljährig werden“, scherzte er und meinte damit, 18 Amtsjahre vollzumachen. Pössenbacher arbeitet ehrenamtlich und ist zudem als Bauleiter tätig. „Man sagt immer, neue Besen kehren gut. Aber ein alter Besen weiß, wo der Dreck liegt und wo man ihn rauskehren muss.“
Die Kandidaten für den Gemeinderat werden sich am Sonntag, 9. Februar, den Fragen der Bürger stellen. Treffpunkt und Zeit werden noch bekannt gegeben.

