Emmering

Grüne treten erstmals in Emmering an und nominieren Bürgermeister-Kandidatin

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Die Kandidaten der Grünen in Emmering.
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Premiere und Überraschung bei den Grünen in Emmering: Es gibt die erste Grünen-Gemeinderatsliste in der Historie des Ortes. Und es gibt einen Bewerber für das Bürgermeisteramt. Doch das ist nicht wie gedacht Korbinian Würstle, sondern Ulrike Saatze.

Emmering – Er sei froh, dass es keine Not gab, einen geeigneten Bürgermeisterkandidaten zu finden, sagte Würstle in seiner Vorstellung. „Wir sind gut aufgestellt und ein starkes Team“, fügte der 34-Jährige hinzu. Drei Bewerber gab es nach seiner Aussage für die Spitzenkandidatur. Viele hatten damit gerechnet, dass Würstle selbst das Rennen macht – zumal er bereits im Juni seine Ambitionen angemeldet hatte. Doch am Ende hatte Architektin Ulrike Saatze die Nase vorn.

Die Gemeinde soll klimaneutral sein

Die Selbstständige mit eigenem Büro wohnt seit ihrem fünften Lebensjahr – mit Unterbrechungen – in Emmering. „Es hat sich hier vieles zum Guten verändert“, sagte sie in ihrer Antrittsrede. Man dürfe sich aber nicht darauf ausruhen. In Sachen Dorfentwicklung setzt sie auf ein hochwertiges Gewerbegebiet an einer möglichen S-Bahn-Station Emmering. Der Pendlerverkehr solle auf ein Minimum reduziert werden. Saatze will die Inklusion älterer und behinderter Menschen verbessern und denkt über die Renaturierung einiger der vielen Grünflächen Emmerings nach. Ihr oberstes Ziel ist aber: „Die Gemeinde soll klimaneutral werden.“

Auf die Frage, was sie an ihrem ersten Tag im Amt als Bürgermeisterin machen würde, reagierte sie überrascht. „Darüber hab ich noch gar nicht nachgedacht.“ Aber sie würde ihr Büro an ihren Mann übergeben und erst einmal alle Mitarbeiter im Rathaus kennenlernen. Bei der anschließenden Wahl, wurde sie von den 15 stimmberechtigten Mitgliedern mit nur einer Gegenstimme bestätigt.

Bei der Wahl der Liste hielt sich Saatze dann zurück: „Mir reicht es, wenn ich auf Platz drei stehe. Denn ohne ein starkes Team können wir den gemeinsamen Weg nicht gehen.“ Deshalb landete an der Spitzenposition Kathrin Durach, Beisitzerin im Ortsverband. Sie wurde – wie auch die anderen fünf oberen Einzelwahl-Plätze – einstimmig nominiert. Platz sieben bis 20 standen als Block zur Wahl.

Schwerpunkt Finanzen

An die zweite Position wurde Korbinian Würstle gesetzt, der für mehr Transparenz eintritt und mindestens vier Gemeinderatsplätze für die Grünen holen will. Auf Platz vier steht ein grünes Urgestein: Herbert Groß, der zwölf Jahre im Brucker Stadtrat saß und Gründungsmitglied des Grünen-Kreisverbands in den 1980er-Jahren war, setzt seinen Schwerpunkt auf die Finanzen.

Auf Position fünf steht die zweite Beisitzerin des Ortsverbands, Sigrid Hofmann, die sich besonders für Familienpolitik stark machen will. Der letzte Einzelwahlplatz für die Kommunalwahl geht an Patrick Gailer, der seinen Fokus auf eine lebenswerte Zukunft kommender Generationen gesetzt hat.

Die Liste der Grünen in Emmering

1. Kathrin Durach 2. Korbinian Würstle 3. Ulrike Saatze 4. Herbert Groß 5. Sigrid Hofmann 6. Patrick Gailer 7. Christina Dost 8. Andreas Weigand 9. Birgit Kretzchmar 10. Gunther Durach 11. Annabelle Koscha 12. Roger Anders 13. Martina Seifert-Groß 14. Steven Mehrer 15. Daniela Pauli 16. Ole Petersen-Hofmann 17. Anna Grätz 18. Marcel Kunz 19. Anke Simon-Gailer 20. Wolfgang Schramm

Ersatzkandidaten sind Andrea Holub, Elisa Glufke und Christine Schnurrer. Der Gemeinderat von Emmering hat 20 Sitze

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