Erding - Die Wählergruppe Erding Jetzt geht mit einem OB-Kandidaten in die Kommunalwahl 2020. Thomas Schmidbauer (55) hat sich präsentiert und dabei kein Blatt vor den Mund genommen.
„Ich bin viel zu wenig Diplomat, um Kreide fressen zu können, aber ich stehe für meine Gesinnung.“ Klare Worte von einem, der Oberbürgermeister werden will: Thomas Schmidbauer heißt der Vorsitzende und Spitzenkandidat der unabhängigen Wählergruppe Erding Jetzt für die Kommunalwahl am 15. März 2020. Er wurde am Sonntagabend im Erdinger Weißbräu gemeinsam mit 42 weiteren Kandidaten aufgestellt.
Zwar habe er noch nie ein politisches Mandat gehabt, sagte Schmidbauer, dennoch bewerbe er sich um das höchste Amt in der Stadt. „Ich bin für Gespräche bereit“, sagte der 55-jährige Inhaber eines Garni-Hotels, der sich nach einem Studium der Betriebswirtschaft und mehreren Posten in der Immobilienbranche aus familiären Gründen für die Hotellerie entschied. Der Vater von zwei erwachsenen Kindern war vor rund 40 Mitstreitern im Angriffsmodus: „Wir wollen ändern, dass die CSU nicht mehr alleine die Stadtpolitik dominiert. Eine Entscheidung muss auch mal gegen sie ausgehen. Schließlich gilt es, wichtige Weichen für die Zukunft der Stadt zu stellen.“
Offiziell zum OB-Kandidaten gewählt wird Schmidbauer erst „in vier bis fünf Wochen“. Dass dies eine Herzensangelegenheit von Erding Jetzt ist, dokumentierte Schmidbauer mit dem neuen Wahlplakat. Es zeigt, kunstvoll gezeichnet, ein glühend rotes Herz mit der Erdinger Stadtsilhouette und dem Wahlspruch „Unser Herz brennt für Erding“.
Zuvor hatte Hans Egger, seit zwölf Jahren Fraktionsführer und ebenso lange im Stadtrat, einen Abriss über die relativ junge Geschichte von Erding Jetzt gegeben. „Anfangs waren die bestehenden politischen Gruppierungen gar nicht glücklich darüber, dass wir auch mitreden. Mittlerweile sind wir aber angekommen und belegen derzeit immerhin vier Sitze im Stadtrat.“ Als wichtigste Zukunftsprojekte nannte Egger ein Mobilitätskonzept für die Innenstadt, das Projekt Soziales Klettham, den Schutz gegen Hochwasser und ein Radwegekonzept – „ein ewiger Kampf“.
Egger erwähnte bei der Vorstellung der Kandidaten, dass Listen- und persönliche Stimmen bei Erding Jetzt anders gewichtet würden als in anderen Gruppierungen: „Wir wollen letztlich nicht nur ein Programm aufstellen, sondern vor allem Kandidaten. Manche von ihnen, mit denen wir zuvor ausgiebig geredet haben, wollen uns zwar unterstützen, aber nicht zwingend im Stadtrat sitzen. Und wir werden bei der Kommunalwahl 2020 verstärkt in die neuen Medien gehen, mit ganz neuen Ideen.“ Zudem bemühe sich seine Gruppierung, noch mehr Frauen und junge Leute zu gewinnen, denn: „Wir wollen nicht immer nur die gleichen Köpfe vorne sehen.“
Kandidatenliste
1. Thomas Schmidbauer (auch OB-Kandidat), 2. Hans Egger, 3. Harry Seeholzer, 4. Dr. Roland Brückl, 5. David Ritter, 6. Sabine Zeiler-Babisch, 7. Hans Balbach, 8. Carolina Berglehner, 9. David Whitney, 10. Attila Babos, 11. Gerhard Heilmaier, 12. Robert Meier, 13. Darius Kappes, 14. Hugo Gruber, 15. Michael Lang, 16. Peter Schachtl, 17. Christoph Greckl, 18. Peter Michalek, 19. Iris Brandhuber, 20. Dr. Ralf Wimmer, 21. „ein sehr interessanter Kandidat, der bei uns mitmachen möchte, aber noch kein finales Okay gegeben hat“ (Egger), 22. Heike Brändle, 23. Börnie Sparakowski, 24. Richard Blanke, 25. Michael Benker, 26. Tamara Rilke, 27. Martin Rötzer, 28. Frank Halatsch, 29. Claudia Zellner, 30. Renate Huber, 31. Franz Groß, 32. Sigi Wagner, 33. Helga Stenzel, 34. Susanne Seeholzer, 35. Ludwig Stettner, 36. Friedrich Staudinger, 37. Holle Gruber, 38. Angelina di Virgilio, 39. Ferdinand Mehringer, 40. Ernst Busch. Ersatz: Stathis Paparodopoulos, Christian König und Pascal Kowalewski. (Friedbert Holz)