Sebastian Trepte plant Bürgermeister-Kandidatur

Kommunalwahl 2020: FDP will in Seehausen Fuß fassen

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Sebastian Trepte will für die FDP kandidieren.
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Bislang ist Seehausen ein weißer Fleck auf der FDP-Landkarte. Dies soll sich bei der Kommunalwahl im nächsten Jahr ändern: Der Liberale Sebastian Trepte will nicht nur Bürgermeister des Fischerdorfs werden, sondern mit seiner Partei auch in den Gemeinderat einziehen.

Seehausen – Es ist um die 40 Jahre her, dass die Freien Demokraten in Seehausen politisch eine Rolle spielten. Aktuell lenken andere Kräfte die Geschicke des rund 2450 Einwohner starken Dorfs am Staffelsee. Im Gemeinderat haben die CSU, die Liste Bürgernah und die Parteilose Wählergruppe das Sagen. Und an der Spitze steht Markus Hörmann (CSU), seit 2008 als ehrenamtlicher Bürgermeister im Amt.

Sebastian Trepte würde diese Machtverhältnisse bei der nächsten Kommunalwahl im März 2020 gerne ändern – und mit der FDP wieder Fuß fassen. Die Ziele des 48-jährigen, gebürtigen Münchners, der seit rund zehn Jahren in Seehausen lebt und wie Hörmann Geologe ist, sind ambitioniert: Er plant, als Bürgermeister-Kandidat anzutreten und eine Liste für die Gemeinderatswahl aufzustellen. Bis dahin hat der FDP-Mann, der sich nach eigenen Angaben vor allem mit dem liberalen Menschenbild seiner Partei identifizieren kann, noch jede Menge Arbeit vor sich. Mitstreiter gewinnen und einen Ortsverband gründen – das sind die beiden Punkte, die ganz oben auf der To-do-Liste stehen. „Ich bin gerade dabei, Interessenten zu finden“, berichtet Trepte, der bislang politisch nicht in Erscheinung getreten ist. Mit der Kreis-FDP sei diese Marschroute bereits abgesprochen.

Stellt sich die Frage: Hat der Neueinsteiger überhaupt eine Chance, den langjährigen Amtsinhaber Hörmann – der 53-Jährige sitzt fest im Sattel und wurde kürzlich von den Schwarzen zum Spitzenmann für die anstehende Wahl gekürt – vom Rathaus-Thron zu stoßen? „Ich glaube nicht – da bin ich ganz ehrlich“, räumt Trepte ein. Und fügt selbsbewusst hinzu: „Ich trete aber trotzdem an.“ Durchaus realistisch sei es aber, mit der FDP ins Kommunalparlament einzuziehen.

Ihm gehe es darum, erklärt der ledige Seehauser, bei Fragen der Ortsentwicklung seine berufliche Erfahrung einzubringen. „Das ist eine Verantwortung, die ich sehe.“ Trepte arbeitet bei einem Ingenieurbüro in der Landeshauptstadt und beschäftigt sich vor allem mit dem Verkehrswegebau. An Ideen mangelt es ihm nicht: Er kann sich beispielsweise eine zweigleisige Werdenfelsbahn, einen Rufbus oder ein Ruftaxi für Touristen sowie einen Ausbau der Fußwege vorstellen, um Seehausen besser mit dem Ortsteil Riedhausen zu verbinden. Generell sei es wichtig, betont er, den Dorfcharakter zu erhalten, aber dennoch den Wirtschaftsstandort weiterzuentwickeln.

Und wie sieht’s in der K-Frage bei der CSU-Konkurrenz im Gemeinderat aus? „Bis jetzt ist kein Bürgermeister-Kandidat in Sicht“, sagt Dr. Robert Roithmeier, Sprecher der Liste Bürgernah. Er selbst stehe nicht zur Verfügung, denn: „Es geht beruflich nicht“, sagt der Ingenieur und Mathematiker. Und auch Landwirt Christoph Lautner von der Parteilosen Wählergruppe winkt ab: Seine Kollegen und er hätten sich zwar noch nicht zur Wahl formiert. Aber vermutlich werde man keinen eigenen Bewerber um den Chefposten im Rathaus ins Rennen schicken. Lautner scheint einen Wechsel auch nicht für nötig zu halten: „In Seehausen spricht nichts gegen den Markus. Er ist ein guter und engagierter Bürgermeister.“

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