VonDoris Schmidschließen
Nicht nur von der FDP bekommt Rathauschef Michael Müller (CSU) Konkurrenz. Auch die Grünen wollen bei der Wahl 2020 einen Kandidaten ins Rennen schicken.
Geretsried - In einer außerordentlichen Mitgliederversammlung hat der Ortsverband der Grünen am Mittwoch beschlossen, Martina Raschke (parteifrei) „die Möglichkeit zur Kandidatur für das Amt der Bürgermeisterin von Geretsried bei den Kommunalwahlen 2020 zu geben“, teilt Dr. Detlev Ringer mit. Raschke wird Ringer zufolge auf der Liste der Grünen für den Stadtrat kandidieren.
Martina Raschke stammt aus der Kleinstadt Petershagen in Ostwestfalen. Nach Bayern kam sie 1993. „Mein Mann, der in München studiert hat, hat mich hierher gelockt“, sagt die Mutter von drei erwachsenenKindern im Gespräch mit unserer Zeitung. 14 Jahre lebte sie in Wolfratshausen, seit zehn Jahren ist sie im Geretsrieder Ortsteil Gelting beheimatet. „Daher kenne ich beide Städte gut“, sagt die 57-Jährige.
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Viele Jahre koordinierte sie die Lokale Agenda mit ihren zahlreichen Arbeitskreisen. Raschke engagierte sich im früheren Arbeitskreis und heutigen Verein Arbeit für Jugend. „Ich habe Jugendliche gecoacht und fit für den Schulabschluss gemacht“, sagt die Geltingerin. Ab 2004 baute sie zusammen mitKarlheinz Rauh die Energiewende Oberland auf. Das erklärte Ziel der landkreisübergreifenden Bürgerstiftung: Die vollständige Umstellung der Energieversorgung im Oberland auf erneuerbare Energien bis 2035.
Das Thema Nachhaltigkeit spielt auch beruflich eine große Rolle. Raschke ist als Trainerin, Beraterin und Mediatorin tätig. Seit 2014 ist sie Partnerin der Genossenschaft Zukunftswerk mit Standorten in Starnberg und Wien. In Geretsried kennt man sie auch aus dem Stadtleitbildprozess, wo sie Veranstaltungen moderierte. Lokalpolitisch trat Raschke bislang noch nicht in Erscheinung.
Zu den Grünen brachte sie Dritter Landrat Klaus Koch. „Ich habe mir überlegt, was ich tun kann, dass es bei bestimmten Themen vorwärtsgeht“, sagt die Geltingerin mit Blick auf die Energiewende. Daher entschloss sie sich, für die Grünen als parteifreie Bürgermeisterkandidatin ihren Hut in den Ring zu werfen. „Ich lebe sehr gerne hier, und ich möchte etwas tun für die Stadt. Die Zukunft kann man am besten voraussagen, wenn man sie selbst gestaltet“, meint Raschke.
Der FDP-Ortsverband hat Larry Terwey als Bürgermeisterkandidat nominiert, die SPD Wolfgang Werner.
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