Kommunalwahl 2020

AfD-Stadtratsliste in Dorfen: Reine Männersache

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Dorfens AfD-Stadtratskandidaten (v. l.): Wahlleiter und Kreisvorsitzender Wolfgang Kellermann, Martin Braun, Mirko Kamolz, Anton Wastl, Martin Baade, Günter Rübner, Helmut Fessler und Robert Attenberger. Nicht im Bild: Robin Stefani, Johannes Braun, Sebastian Melnytschuk und Jörg Petzold.
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Dorfen - Mindestens zwei Stadträte will die AfD in Dorfen nach  der Kommunalwahl 2020 stellen. Fünf der sechs Parteimitglieder kandidieren, eine Frau ist nicht dabei.

Dieses Ziel formulierte Kreisvorsitzender Wolfgang Kellermann für die Kommunalwahl 2020. Am Montagabend wurde im Gasthaus Am Markt eine offene Kandidatenliste aufgestellt.

Unter den knapp 20 Besuchern waren fünf der sechs Dorfener AfD-Mitglieder. Vor dem Gasthaus gab’s eine Gegendemonstration mit 50 Teilnehmern.

Nach den jüngsten Wahlergebnissen in Dorfen seien zwei AfD-Stadträte nicht unrealistisch, so Kellermann. Die Kandidatenliste führen Mirko Kamolz, Martin Baade, Anton Wastl und Günter Rübner an. Sie werden auf der Liste viermal aufgeführt, die restlichen sechs Kandidaten je zweimal. Diese Mehrfachnennungen seien bei allen Parteien „nicht unüblich“, um die Liste voll zu kriegen, betonte Kellermann.

Kamolz (53) lebt seit 18 Jahren in Dorfen und ist nach eigenem Bekunden seit März 2018 bei der AfD. Der verheiratete Vater von zwei Kindern wollte zu den Zielen der AfD im neuen Stadtrat noch nichts sagen. Erst wenn das Wahlprogramm abgesprochen sei, könne man sich dazu öffentlich äußern. Klar sei, der Klimanotstand in Dorfen werde nicht ausgerufen.

Auf Listenplatz zwei kandiert Martin Baade. Der verheiratete Diplom-Informatiker (57) und Vater von zwei Kindern lebt seit 2010 in Dorfen und hat sich 2016 der AfD angeschlossen, wie er erzählte. Mit den politischen Entscheidungen im Lande sei er unzufrieden und „nicht mit allem einverstanden“. Die Kommunalpolitik ist Neuland für Baade. Details zu Dorfener Themen wie Bahnausbau, A 94 oder Ausbau der B 15 kenne er noch nicht. Ein Punkt sei „das tägliche Spießrutenlaufen zum Bahnhof“ für Fußgänger und Radler. Dort ist kein Zebrastreifen, „ein Unding“, findet Baade. Beim Klimaschutz sehe er die propagierten negativen Auswirkungen des CO2-Treibhausgases so nicht. Der aktuelle CO2-Hype sei eher politisch motiviert. Er sei „für Umweltschutz, aber sinnvoll und sachlich“, so Baade. Er kündigte an, sollte er es in den Stadtrat schaffen, werde er mit allen zusammenarbeiten, „die zur sachlichen Zusammenarbeit bereit sind“. Wer sich beleidigend äußere, „mit dem nicht“.

Anton Wastl (37) ist Vorsitzender der Feuerwehr Hausmehring. Er will sich für Lärmschutz an der A 94 einsetzen. „Überhaupt nicht zufrieden“ ist Wastl mit dem, „was im Stadtrat abläuft“.

Günther Rübner möchte politisch „auf die Heimat schauen“. Auch die weiteren Kandidaten fassten sich bei der Vorstellung kurz. Robert Attenberger (Listenplatz 7) sagte: „Ich wähle die AfD nicht aus Protest, sondern aus Überzeugung.“

Zur Gegendemo sagte Kellermann, wenn eine Aufstellungsversammlung einer „bürgerlichen Partei“ verhindert werden solle, „stimmt mich das bedenklich“. Und es zeuge „nicht von Demokratieverständnis“ bei den Gegnern. In Dorfen sei es ohnehin „nicht so leicht“, sich zur AfD zu bekennen. Das bewirke, dass sich viele Leute „nicht wählen lassen“ wollten und es noch keine Kandidatin gebe. Daher habe man eine offene Liste. Wichtig sei, so der Kreischef, „dass wir im Kommunalen verankert sind, dann geht’s weiter“.

Die Tür zum Gasthaus war zu, der kontrollierte Einlass erfolgte am Hintereingang. Montags sei sein Lokal ab 15 Uhr immer zu, betonte Gastwirt Georg Müller. Er sei politisch neutral. In seiner Gaststätte seien bereits die Dorfener „Roten“ und „Grünen“ da gewesen, um ihre Kandidaten aufzustellen.

Die AfD-Kandidaten für die Kommunalwahl 2020 in Dorfen

 1. Mirko Kamolz (AfD-Mitglied), 2. Martin Baade (AfD), 3. Anton Wastl (AfD), 4. Günter Rübner (AfD), 5. Martin Braun (AfD), 6. Helmut Fessler, 7. Robert Attenberger, 8. Robin Stefani, 9. Johannes Braun, 10. Sebastian Melnytschuk, Ersatz Jörg Petzold.

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