Grüne schicken Spitzenkandidatin ins Rennen

Kampf ums Murnauer Rathaus: Jones fordert Beuting heraus

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Möchte Murnauer Bürgermeisterin werden: Grünen-Politikerin Veronika Jones.
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Entsprechende Gerüchte gab es schon seit längerer Zeit, nun ist es offiziell: Murnaus Grünen-Chefin Veronika Jones möchte Bürgermeisterin werden. Die 39-Jährige ist im Kampf ums Rathaus Bewerber(in) Nummer fünf. Die Parteibasis muss nächste Woche die Kandidatur noch bestätigen.

Update, 27. März: Am 29. März ist Stichwahl in mehreren Kommunen im Landkreis. Alle Ergebnisse, News und Reaktionen lesen Sie hier live im Wahl-Ticker für die Region Garmisch-Partenkirchen.

Murnau – Es ist in der Regel nicht zu übersehen, wenn sich ein Politiker für eine Spitzenkandidatur in Stellung bringt. Bei Veronika Jones waren die Zeichen eindeutig: Die Sprecherin des Murnauer Ortsverbands der Grünen und Ex-Gemeinderätin suchte bereits im Vorwahlkampf verstärkt die Öffentlichkeit und rührte kräftig die Werbetrommel. Es verwunderte daher nicht, dass die 39-jährige Übersetzerin, die in der Staffelsee-Gemeinde aufgewachsen ist und mit ihrem Mann sowie sechs Kindern in einer Patchworkfamilie lebt, schon sehr früh als potentielle Bürgermeisteranwärterin gehandelt wurde.

Nun bestätigt sie diese Ambitionen: „Ich stelle mich zur Wahl“, sagt Jones auf Nachfrage. Dieser Schritt habe sich „in den letzten Wochen gefestigt“. Eine Hürde muss sie allerdings noch nehmen: Sie braucht die Zustimmung ihrer Parteifreunde. Das dürfte reine Formsache sein. Die Aufstellungsversammlung findet am Mittwoch, 8. Januar, um 19 Uhr im Kultur- und Tagungszentrum (Raum Münter) statt.

Jones, die seit rund zehn Jahren in der Öko-Partei aktiv ist und auch die Liste für den Gemeinderat anführt, gibt sich selbstbewusst. Für sie steht fest: Die Zeit sei reif für eine grüne Rathauschefin. Vieles laufe zwar in der zweitgrößten Landkreis-Kommune in die richtige Richtung. Aber: „Ich würde mir ein mutigeres und vorausschauenderes Handeln wünschen.“ Beispielsweise tritt sie dafür ein, in der Wohnungspolitik mit innovativen Konzepten wie einer Bürgergenossenschaft mehr Gas zu geben – und generell die Menschen stärker in die Entscheidungsprozesse einzubeziehen. Auch zählen der Klimaschutz, die Mobilitätswende und die Sicherung des Wirtschaftsstandorts zu ihren zentralen Anliegen.

Der Kampf um den Murnauer Rathaus-Thron wird jedenfalls spannend. Viele rechnen angesichts des breiten Bewerberfelds damit, dass beim ersten Urnengang am 15. März keiner der Aspiranten die absolute Mehrheit (über 50 Prozent) erreicht und es zur Stichwahl kommt. Mit Jones steigt die Anzahl auf fünf. Neben Amtsinhaber Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum) gehen außerdem Phillip Zoepf (Mehr Bewegen), Welf Probst (Freie Wähler) und Rudolf Utzschneider (CSU) ins Rennen.

Dass Jones ihren Hut in den Ring wirft, dürfte vor allem Beuting zu spüren bekommen. Denn ÖDP und Grüne liegen bei vielen Themen auf der gleichen Wellenlänge – und sprechen ähnliche Wählerschichten an. Zur Erinnerung: 2014 hatten die Grünen noch die Beuting-Kandidatur unterstützt. Jetzt gehen sie, getragen vom bundesweiten Stimmungshoch, ihre eigenen Wege.

Auch mit Blick auf die künftige Präsenz im Gemeinderat verfolgen die Grünen ehrgeizige Ziele. Aktuell sind sie mit Einzelkämpfer Hans Kohl ein politischer Zwerg in dem 25-köpfigen Gremium (24 Gemeinderäte plus Bürgermeister). In der nächsten Legislaturperiode wollen sie als mittelgroße Fraktion einziehen – mit drei bis sechs Vertretern, wie Jones erklärt. Sie selbst hatte Anfang 2019 aus familiären Gründen ihr Mandat niedergelegt. Das Ehrenamt ließ sich damals ihren Angaben zufolge nicht mit der Kinderbetreuung vereinbaren. Inzwischen könnte sie aber die Kommunalpolitik, auch den zeitintensiven Job einer Bürgermeisterin, und die Familie unter einen Hut bringen, betont die Murnauerin. „Möglich ist alles.“

Hier finden Sie weitere Informationen zur Kommunalwahl 2020 in Bayern.

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