Wer traut sich?

Kommunalwahl 2020 in Oberammergau: Bislang kein einziger Bürgermeister-Kandidat

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Wer will Bürgermeister in Oberammergau werden?
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Kommunalwahl 2020 in Oberammergau: Offiziell gibt es noch keinen Bürgermeister-Kandidaten. Nur Michael Fux redet Klartext: Er will nicht antreten.

Oberammergau – Der 23. Januar 2020, 18 Uhr, ist ein wichtiger Termin für die Kommunalwahl im kommenden Frühjahr: Bis zu diesem Tag müssen spätestens Vorschläge für die Wahl von Landrat, Kreistag, Bürgermeister und Gemeinderat eingereicht sein. Im Landkreis sind bislang nur punktuell Bewerber und Listen mit konkreten Namen an die Öffentlichkeit getreten. In vielen Gemeinden der Region herrscht noch – Schweigen! Dazu zählt zweifelsohne Oberammergau. Ausgerechnet dort, wo sonst die Kommunalwahl immer ein höchst interessantes Thema ist. Eine Tagblatt-Umfrage bei den einzelnen Fraktionen des Gemeinderates zum Stand der Dinge:

Ludwig Utschneider, Sprecher der FW-Fraktion im Gemeinderat, gibt die Marschroute aus: „Wir werden im Laufe der nächsten sechs, sieben Wochen intensive Gespräche führen mit der Zielsetzung, Bewerber für den Gemeinderat zu finden, und abzuklären, ob wir einen Bürgermeister-Kandidaten aufstellen oder nicht.“ Immer wieder genannt als Mann für das höchste Amt in der Gemeinde – Michael Fux. Doch der Hotelier erteilt derartigen Gerüchten eine klare Absage: „Ich stehe definitiv nicht zur Verfügung, und könnte zum jetzigen Zeitpunkt dieses Amt mit meinem privaten und beruflichen Tätigkeiten in keinster Weise vereinbaren.“ Ob vielleicht Utschneider selbst Ambitionen hegt, lässt dieser offen: „Ich möchte diese Frage derzeit weder mit ja noch mit nein beantworten.“

„Keinerlei Zeitdruck in dieser Frage“ verspürt Markus Köpf, einer von drei CSU-Räten im Gemeinderat. Es gebe Leute, „die ernsthaft überlegen“, aber noch sei nichts spruchreif. Köpf geht davon aus, dass Entscheidungen „noch heuer fallen“, doch bis zu den endgültigen Aussagen müssten auch noch berufliche Angelegenheiten abgeklärt werden.

Kommunalwahl 2020: Welche Aufgaben hat der Bürgermeister?

„Nicht gerade glücklich darüber“, dass der amtierende Bürgermeister Arno Nunn seine Entscheidung, ob er noch einmal antritt, so weit hinausschiebt (Januar), zeigt sich Anton Preisinger von der Fraktion „Mit Augenmaß“. Ob die Gruppierung selbst einen Bewerber ins Rennen schicke, stehe noch nicht fest: „Es beginnen ja jetzt bald die Proben für den Passion, da rückt die Kommunalwahl etwas in den Hintergrund.“ In Frage stellt Preisinger auch, ob alle Gemeinderäte der Fraktion weitermachen: „Es ist schade, dass manche Debatte im Plenum nicht so ergebnisorientiert abläuft wie es sein sollte, und Scheingefechte ausgetragen werden.“

Als „Bunte Liste“ wird die Frauenliste nach Aussage von Katharina Floßmann in den Wahlkampf ziehen. Was mögliche Bewerber/-innen anbetrifft, so sei man aktuell noch „im Findungsprozess“. Es sei auf jeden Fall der Ehrgeiz der Gruppierung, 20 Kandidaten zu finden, die auf die Gemeinderatsliste gehen. Doch Floßmann räumt ein, „dass es manchmal nicht ganz einfach ist, Leute zu motivieren“. Was wohl auch daran liege, dass der Gemeinderat in der Außendarstellung mitunter kein gutes Bild abgebe. Was einen oder eine Kandidatin/en für das höchste Gemeindeamt anbetrifft, „so schaut da bei uns momentan nichts her“, gibt Floßmann offen zu.

Kurz und knapp die Stellungnahme von Bio-Gemeinderat Florian Schwarzfischer zu diesem Thema: „Wir halten es so wie unser Bürgermeister. Es gibt derzeit von uns keine Informationen.“

Seinen Abschied von der Lokalpolitik kündigt Dominikus Zwink von den Engagierten BürgerInnen an: „Ich werde weder als Bürgermeister kandidieren, noch mich eine weitere Periode als Gemeinderat zur Verfügung stellen. 24 Jahre Politik reichen. Über 50 Sitzungen im Jahr sind kein Pappenstil.“ Obwohl es auch Spaß gemacht habe „und wir gerade in Sachen Passion viel auf den Weg gebracht haben“. Wie es mit seiner Gruppierung künftig bestellt ist, vermag Zwink derzeit nicht zu sagen.

VON LUDWIG HUTTER

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