- VonChristof Schnürerschließen
Die ehemals allmächtige Regierungspartei hat ein Problem: Erstmals in ihrer Geschichte laufen die Schwarzen in Wallgau Gefahr, keinen Bürgermeister-Aspiranten aufbieten zu können.
- Wer wird Nachfolger von Bürgermeister Hansjörg Zahler (CSU)?
- Zahlers Partei läuft Gefahr, keinen Bürgermeister-Kandidaten aufbieten zu können.
- Der CSU-Ortsverband Wallgau stellte bislang zwei Bürgermeister.
Wallgau – In Wallgau läuft nicht nur der eine oder andere politische Prozess schleppend, sondern auch die Kandidatensuche für die Kommunalwahl 2020. Einzig der Wählerverein vermeldet eine relativ komplette Liste und sogar mit Bastian Eiter (44) einen Bürgermeisterkandidaten. Der bekennende Sozialdemokrat, der eine Tochter von Albert Storf, dem Mitbegründer des Wallgauer CSU-Ortsverbands, geheiratet hat, soll am 11. Dezember von seinen Freunden aufs Schild gehoben werden.
Davon sind die „Regierungspartei“ CSU und die Jungen Mitarbeiter (JM) noch meilenweit entfernt. „Dauert noch“ – das ist die Standardantwort bei Hans Baur. Dem JM-Sprecher fehlt’s dem Vernehmen nach hint’ und vorn’ an Personal. Gut möglich, dass die 1972 gegründete Gruppierung genauso vom Erdboden verschwindet wie vor sechs Jahren die Freien Wähler.
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Schon die CSU-Liste zu füllen, ist schwierig
Existenzielle Sorgen hat die einst kraftstrotzende 80- bis-90-Prozent-Partei CSU in Wallgau nicht. Aber Ortsvorsitzender Bernhard Neuner junior ist meilenweit entfernt von Jubelstürmen. Im Gegenteil: „Es ist fast frustrierend.“ Ist es für den Posthalter schon schwierig, die schwarze Liste gehaltvoll zu füllen, scheint die Suche nach einem Bürgermeister-Kandidaten geradezu utopisch. „Bis jetzt haben wir keinen Kandidaten.“
Und geschieht kein Wunder, bleibt’s auch so. Dann wird die Nachfolge von Parteifreund Hansjörg Zahler (55) ein anderer antreten. Im schlimmsten Fall für die CSU mit Bastian Eiter ein Roter. „Ich kann mit der Person Eiter sehr gut leben“, versichert Neuner. „Kann aber mit der SPD nicht so recht leben.“
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Am 28. November möchte Neuner nochmals seine Parteifreunde einschwören. „Eine Liste kriegen wir schon zusammen.“ Aber es ist zäh. Und so paradox es aus seinem Munde klingt: „Das Grundproblem ist das Damoklesschwert CSU.“ Denn im Gegensatz zu losen Gruppierungen müsse seine Partei stets mit dem Bundestrend kämpfen. Und da sagen beim aktuellen Erscheinungsbild einige lieber Nein.
So kristallisiert sich eines beim erfolgsverwöhnten CSU-Ortsverband Wallgau, der seit der Gründung 1978 zwei Rathauschefs – Johann Höck (1978 bis 1990) und Hansjörg Zahler (seit 2008) gestellt hat, immer mehr heraus: Erstmals werden die Schwarzen ohne Bürgermeister-Kandidat ins Rennen gehen. Es sei denn, der Posthalter kann zaubern.