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Vor 30 Jahren sind die Unabhängigen Wähler Beuerberg aus einer Bürgerinitiative von Peter Goepfert entstanden. Der Bio-Landwirt ist dennoch kein bisschen amtsmüde.
Beuerberg – Auch nach einer gefühlten Ewigkeit im Gemeinderat scheint der Mann von Amtsmüdigkeit noch weit entfernt zu sein. „Ich will mich bei den großen Projekten, die wir in den vergangenen sechs Jahren angestoßen haben, noch einbringen – das ist meine Motivation“, sagte Peter Goepfert in der Aufstellungsversammlung der Unabhängigen Wähler (UW) am Montagabend im Gasthaus zur Mühle in Beuerberg.
Fast auf den Tag genau vor 30 Jahren sind aus einer Bürgerinitiative die UW entstanden, erzählte Goepfert. Genauso lange sitzt der Bio-Landwirt, der seinerzeit als Herausforderer des damals amtierenden Bürgermeisters Hans Fischhaber angetreten war, im Gemeinderat. Auch bei der Kommunalwahl im März nächsten Jahres steht der 62-Jährige an der Spitze der UW-Kandidatenliste.
„Ich kann mich nicht erinnern, dass schon einmal in einer Amtsperiode so viele Projekte angepackt wurden“, sagte Goepfert. Er erinnerte in einer kurzen Revue der vergangenen fünfeinhalb Jahre an die vielen „Meilensteine“, die der Gemeinderat setzte – vom Schulstandort über den Kunstrasenplatz bis zur Ortsentwicklung in den Zentren Eurasburgs und Beuerbergs.
Besonders prekär sei das Thema „Wohnungsnot“. „Das Problem haben alle. Aber auf der Strecke bleiben unsere Kinder, weil sie es sich nicht mehr leisten können, hier zu wohnen“, erklärte der Gemeinderat. „Das ist traurig und ein absolutes Unding.“ Grundsätzlich plädiere er weiter für „ein langsames Wachsen der Ortschaft – wie vor 30 Jahren“.
Mit gemischten Gefühlen blickte der dienstälteste Bürgervertreter auf die Entwicklung im Gemeinderat. „Ich mache mir Sorgen, weil die jungen Leute aufhören“, äußerte Goepfert sein Bedauern darüber, dass mit den Peter Furtner und Stefan Bauer (beide CSU) sowie Bernhard Bromberger (Gemeinsame Wählervereinigung) gleich drei Gemeinderäte der jüngeren Generation nicht mehr kandidieren. Zudem ließ Goepfert anklingen, dass die Diskussionskultur zwischenzeitlich nicht immer nach seinem Geschmack war. „Ich will politische Diskussionen, aber ich will auch, dass man anständig miteinander umgeht“, so der UW-Chef. Er sei stolz, „dass der Gemeinderat über zwei Parteien und fünf Listen hinweg immer gut zusammengearbeitet hat“.
Wenn Goepfert zu Weihnachten einen politischen Wunsch äußern dürfte, dann wäre das wohl ein weiterer UW-Mitstreiter im Gemeinderat. Unterstützung erhält er derzeit nur indirekt durch Martina Aufleger. Die zweite Kandidatin auf der Liste lässt als interessierte Zuhörerin kaum eine Sitzung aus. „Ich wünsche mir mehr Zuschauer da hinten“, appelliert die Fotografin. „Und wir müssen schauen, dass wir die jungen Leute einbinden.“
Bei den Unabhängigen Wählern rückt mit Julia Goepfert ein junges Gesicht nach. Die 25-jährige Physiotherapeutin rangiert hinter Landwirt Georg Graf als Vierte auf der Liste, die sich aus einem bunten Berufsmix zusammensetzt und mit einem Durchschnittsalter von 47 Jahren viel Potenzial für die Zukunft hat.
Die Kandidaten der Unabhängigen Wähler Beuerberg
1./2. Peter Goepfert, 62, Bio-Landwirt, Beuerberg
3./4. Martina Aufleger, 54, Fotografin, Beuerberg
5./6. Georg Graf, 50, Landwirt, Happerg
7./8. Julia Goepfert, 25, Physio-Therapeutin, Beuerberg
9./10. Alois Schuller, 47, Bio-Landwirt, Beuerberg-Bachbauer
11./12. Steffi Stückl, 41, Schreiner-Meisterin, Beuerberg
13. Lorenz Salcher, 48, Landwirt, Beuerberg
14. Ilse Wagner, 56, Krankenschwester, Eurasburg
15. Hannes Baur, 41, Landwirt, Beuerberg
16. Peter Melf, 57, Forstwirt, Beuerberg
17. Jakob Heigl, 52, Landmaschinen-Meister, Beuerberg
18. Werner Freytag, 53, Koch, Beuerberg
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