Unbekannter gibt Messen auf

Kommunalwahl 2020: Lenggries betet für einen guten Bürgermeister

+
In Lenggries werden Messen für einen guten Bürgermeister gelesen.
  • schließen

Es ist Dorfgespräch in Lenggries: Ein Unbekannter lässt seit Anfang Oktober Messen lesen „für einen guten Bürgermeister in unserer Gemeinde“.

Lenggries - Für fünf Euro kann man in katholischen Pfarreien eine Messe mit Intention lesen lassen. Oft geht es dabei um einen Genesungswunsch oder das Gedenken an einen lieben Verstorbenen. In Lenggries aber lässt ein Bürger in den von ihm aufgegebenen Messen „für einen guten Bürgermeister in unserer Gemeinde“ beten.

Das nächste Mal wird das am kommenden Mittwoch um 8 Uhr in der Pfarrkirche St. Jakob der Fall sein. Viele rätseln, wer hinter diesem Wunsch steckt – herausgefunden hat es noch keiner. Aus dem Pfarramt heißt es nur, dass man hierzu keine Auskunft geben dürfe. 

Beten für einen guten Bürgermeister: CSU-Kandidatin besuchte Gottesdienst

Einige hatten Vize-Bürgermeister Franz Schöttl (CSU) im Verdacht, weil die erste Messe just am Tag des Namenspatrons Franz von Assisi gelesen worden war. Schöttl aber winkt lächelnd ab. Er habe davon gehört, wisse aber auch nicht, wer die Messen aufgegeben habe, sagt er.

Die designierte CSU-Bürgermeister-Kandidatin Christine Rinner besuchte sogar den ersten Gottesdienst. „Wenn schon jemand für mich eine Messe lesen lässt...“, sagt sie lachend. Ob der Unbekannte sie oder jetzt SPD-Bewerber Tobias Raphelt, der vor wenigen Tagen  seinen Hut in den Ring geworfen hat, für geeignete Kandidaten  hält – man weiß es nicht. Aber beten schadet ja nie. 

Lesen Sie auch:

Die Wahl in Lenggries am 15. März 2020 dürfte spannend werden, denn Amtsinhaber Werner Weindl (CSU) tritt nach 24 Jahren im Amt nicht mehr an. Während CSU und SPD zwar noch niemanden offiziell nominiert, aber zumindest schon einmal potenzielle Kandidaten benannt haben, hüllen sich die Freien Wähler, die derzeit mit der CSU im Gemeinderat sitzen, in Schweigen. Während momentan nur zwei Fraktionen im Gremium vertreten sind, könnten es nach der Wahl vier sein. Die SPD möchte nach sechsjähriger Pause zurückkommen, die Grünen wollen erstmals eine Liste aufstellen

Kommentare