VonCarl-Christian Eickschließen
Die Liste WOR hat am Sonntagabend ihren Bürgermeisterkandidaten gewählt. Wie von vielen erwartet wirft Richard Kugler (56) seinen Hut in den Ring.
Wolfratshausen – Die neue politische Kraft in der Flößerstadt, die Liste WOR, hat sich am zweiten Adventssonntag selbst beschenkt: Im Restaurant Musto’s in Farchet wählten 30 von 30 Stimmberechtigten um Punkt 19.22 Uhr Richard Kugler zum Bürgermeisterkandidaten der erst kürzlich gegründeten Gruppierung. Der 56-jährige selbstständige Handwerksmeister, derzeit parteifreies Mitglied der CSU-Fraktion im Stadtrat, bewarb sich bereits 2008 für die Christsozialen als Rathauschef. Er verlor schließlich in der Stichwahl gegen Helmut Forster (Bürgervereinigung Wolfratshausen/BVW). Auch Forster zählt inzwischen zur Liste WOR, ist aber noch BVW-Stadtrat.
Nun haben die Wähler am 15. März 2020 in der Loisachstadt die ganz große Auswahl: Neben Kugler kandidieren Amtsinhaber Klaus Heilinglechner (BVW), Günther Eibl (CSU), Manfred Menke (SPD) sowie Annette Heinloth (Grüne).
Surfwelle kostet „1,5 bis zwei Millionen Euro“
Kugler zeigte am Sonntagabend Kante. Der in Weidach geplanten künstlichen Surfwelle erteilte er eine klare Absage. Nicht zuletzt, weil er der Kostenkalkulation nicht traue. Derzeit beziffert Rathauschef Heilinglechner die Gesamtinvestition auf knapp 800 000 Euro – sein Herausforderer Kugler geht unterm Strich von „1,5 bis zwei Millionen Euro“ aus. Die Surfwelle „müsste am Dienstag tot sein“, sagte Kugler mit Blick auf die Stadtratssitzung. Wie berichtet gibt es 65 000 Euro weniger Leader-Zuschuss für das Projekt, der Stadtrat hat die finanzielle Beteiligung der Kommune im Februar auf 400 000 Euro gedeckt. Dabei bleibt’s – das ist die Position des Spitzenkandidaten der Liste WOR.
Kugler gab in diesem Kontext zu bedenken, „dass die Zeiten schlechter werden“. Wenn die Stadt sich beim Bau der Welle finanziell „verzettelt“, könnte die Folge sein: „Dann ist kein Geld mehr für Wolfratshauser Vereine da.“ Überhaupt werde die Welle mutmaßlich vorrangig Surfer aus München in die Loisachstadt locken.
Das Ziel müsse sein, „miteinander zu handeln“ ließ der 56-Jährige die rund 40 Zuhörer in seiner sehr kurzen Antrittsrede wissen. „Dem Bürger“ müsse wieder zugehört werden. cce
