Im ersten Wahlgang

„Damit habe ich nicht gerechnet“: Neufahrns Rathauschef Heilmeier lässt alle Konkurrenten hinter sich

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Neufahrns Bürgermeister Franz Heilmeier (Grüne) hat das Rennen gemacht.
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Damit hat er nicht gerechnet - und ihm fehlen fast die Worte: Neufahrns Bürgermeister Franz Heilmeier (Grüne) erzielt im ersten Wahlgang ein klares Ergebnis.

Neufahrn – Die Überraschung war groß – auch beim Amtsinhaber selbst: „Damit habe ich nicht gerechnet“, kommentierte Neufahrns Bürgermeister Franz Heilmeier die 50,66 Prozent (3864 Stimmen), die ihm die von allen Seiten prognostizierte Stichwahl ersparten und direkt eine weitere Amtszeit garantierten. Auf Rang zwei landete – mit großem Abstand – CSU-Herausforderer Ozan Iyibas (21,76 Prozent), gefolgt von Norbert Manhart (FW; 12,57 Prozent), Maximilian Heumann (SPD; 6,00 Prozent), Marc Bosch (Bosch als Bürgermeister; 5,93 Prozent) und Felix Bergauer (ÖDP; 3,08 Prozent). Die Wahlbeteiligung lag bei 51,45 Prozent.

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Heilmeier: „Das freut mich schon sehr“

Dem alten und neuen Rathauschef der zweitgrößten Kommune im Landkreis fehlten fast die Worte: „Das freut mich schon sehr, noch dazu bei der starken Konkurrenz“, lobte Heilmeier die fünf Mitkandidaten, die im Wahlkampf alle „sehr respektvoll“ mit ihm und untereinander umgegangen seien. Er hoffe, dass er mit den Fraktionen auch in Zukunft in dem Stil zusammenarbeiten könne. Und dann musste Heilmeier schon wieder weiter, „feiern mit einer Runde Grünen“, die sich in den vergangenen Monaten „richtig für mich reingehauen haben“.

Die Rathaus-Tür blieb zu: Aufgrund des kursierenden Corona-Virus gab es diesmal kein „Public Viewing“ der Wahlergebnisse in Neufahrn.

Iyibas: „Wir sind wirklich enttäuscht“

Komplett anders war die Laune bei der großen CSU-Hoffnung Ozan Iyibas: „Wir sind wirklich enttäuscht“, äußerte er sich über die knapp 22 Prozent, daran konnte auch der „ganz schöne“ zweite Platz nichts ändern. „Dieses Ergebnis spiegelt einfach nicht das wider, was uns die Menschen im Wahlkampf gesagt haben“, so Iyibas. Dass es Heilmeier bei sechs Kandidaten gleich im ersten Wahlgang geschafft habe, sei „einfach nur unfassbar“.

Manhart: „Nicht das, was ich vorhatte“

„Nicht das, was ich vorhatte“ sind die 12,57 Prozent, die Norbert Manhart für die Freien Wähler erreicht hat. „Aus meiner Sicht haben wir einen guten Wahlkampf gemacht“, aber man müsse akzeptieren, dass die Neufahrner Bürger ein „Weiter so“ wollten. Auch wenn Heilmeier von seinem Amtsbonus profitiert habe, zollte ihm Manhart „Respekt dafür, dass er es so hinbekommen hat“. Er selber hatte eigentlich gehofft, in die Stichwahl zu kommen.

Heumann: „Für mich stehen die Zahlen nicht so im Vordergrund“

Da wäre auch der junge Sozialdemokrat Maximilian Heumann gerne gelandet. Dass die sechs Prozent dafür eindeutig zu wenig waren, konnte er aber verschmerzen: „Für mich stehen die Zahlen nicht so im Vordergrund“, sagte er. Er freue sich über die Erfahrung, die er im Wahlkampf gemacht habe: „Ich bin dankbar für die vielen Gespräche und die Tatsache, andere Menschen kennengelernt zu haben.“ Auch auf sein Team sei er stolz.

Bosch: „Geil“

Am liebsten hätte sich Marc Bosch gestern „bei allen 452 Neufahrnern, die mich gewählt haben, persönlich bedankt“. Er fand es „geil“, den etablierten Parteien sechs Prozent abgenommen zu haben. Schließlich habe man auf einen komplett anderen Wahlkampf als die Konkurrenz gesetzt: „Viel online und Wahlplakate, die nicht wie Wahlplakate aussehen.“ Auf Augenhöhe mit der SPD und vor der ÖDP – damit könne er sehr gut leben.

Bergauer: „Zum Ärgern reicht‘s nicht“

Dass er als Schlusslicht ins Ziel einlief, störte ÖDP-Vertreter Felix Bergauer nicht: „Alles unter drei Prozent hätte mich geärgert“. Dass er nun knapp drüber lag, ließen bei ihm zwar „keine Jubelstürme“ ausbrechen, „zum Ärgern reicht’s aber auch nicht“. Allerdings habe er nun ein bisschen Angst, dass die 235 Stimmen nicht reichen, um in den Gemeinderat zu kommen. „Und das wäre schon schade, wenn’s nicht klappt“, so Bergauer.

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