Kommunalwahl 2020

Marktgemeinderat wird bunter: So haben die Peitinger gewählt

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So sieht das Ergebnis der Gemeinderatswahl in Peiting aus.
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Während die Bürgermeisterwahl in Peiting in die Verlängerung geht, ist die Entscheidung über die künftige Zusammensetzung des Marktgemeinderats gefallen. Erstmals haben sechs Parteien und Gruppierungen den Einzug ins Gremium geschafft. Unter den gewählten Räten sind viele neue Gesichter. Ein Überblick.

Update, 26. März: Nicht mehr lange bis zu den Stichwahlen im Landkreis Weilheim-Schongau: In unserem Live-Ticker erfahren Sie Ergebnisse, News und Reaktionen vom Wahltag. 

Peiting – Die Auszählung der Stimmen für die Peitinger Gemeinderatswahl war am Wahlsonntag eine langwierige Angelegenheit. Bis Mitternacht arbeiteten die Wahlhelfer im Akkord, doch noch immer waren bis zu diesem Zeitpunkt zwei Briefwahlbezirke nicht ausgezählt. „Wir haben die Arbeit dann unterbrochen und auf den nächsten Tag verschoben“, sagte Geschäftsleiter Stefan Kort. Schließlich sollte angesichts der Masse an Briefwahl-Stimmzetteln alles seine Richtigkeit haben. So stand erst am Montagvormittag das Endergebnis fest.

CSU

Mit 26,2 Prozent der Stimmen verbuchten die Christsozialen klar das beste Resultat. Für die Verteidigung ihrer bislang sieben Sitze reichte es aber nicht. Dennoch zeigt sich Fraktionschef Peter Ostenrieder, der als Bürgermeisterkandidat mit 5864 Stimmen großen Anteil am Ergebnis seiner Partei hatte, zufrieden. „Sechs Sitze sind vor dem Hintergrund des großen Personal- und Generationenwechsels in unserer Fraktion eine gute Geschichte“, freut sich Ostenrieder. Mit Herwig Skalitza, Gerhard Heiß und Pankratia Holl waren langjährige Räte nicht mehr angetreten. Für frischen Wind in den CSU-Reihen sorgen künftig Stefanie Wörnzhofer, Claudia Immisch und Florian Deibler. Sollte Ostenrieder in der Stichwahl noch zum Bürgermeister aufrücken, käme mit Uwe Enzmann noch ein weiteres frisches Gesicht dazu. Mit zwei Frauen habe man auch die eigene Listenquote erfüllt, betont der Fraktionschef. Dass insgesamt nur fünf Peitingerinnen den Sprung ins Gremium schafften, sei jedoch schade.

SPD

So zufrieden sich die CSU mit dem Wahlergebnis zeigt, so enttäuscht ist man bei der SPD. Kein Wunder: Bei der letzten Wahl hatten die Genossen mit zehn Sitzen mit Abstand die größte Fraktion gestellt. Sechs Jahre später schaffen nur noch fünf SPD-Räte den Einzug in den Gemeinderat, ein Absturz von 40,4 auf 21,2 Prozent. „Wir sind natürlich nicht zufrieden“, sagt Fraktionschef Herbert Salzmann, der genau wie Peter Gast ohne vorderen Listenplatz wiedergewählt wurde. Nicht mehr dabei ist dagegen Nicole Gindhart, die als Siebte auf der Liste angetreten war.

Mit dem scheidenden Bürgermeister Michael Asam sowie Johann Zwerger und Monika Ludwig, die nicht mehr kandidierten, habe man drei Stimmenfänger verloren, versucht sich Salzmann an einer Erklärung für das schlechte Abschneiden. „Die größte Enttäuschung für mich ist aber, dass generell wenig Frauen gewählt wurden.“ Für die SPD könnte noch Ortsvorsitzende Claudia Steindorf die Quote verbessern, wenn sie im Fall der Wahl von Annette Luckner zur Bürgermeisterin nachrückt. Überraschend: Nicht Luckner holte die meisten Stimmen für die SPD, sondern Gunnar Prielmeier, den die Wähler von Platz vier nach vorne wählten. Neu im SPD-Team ist Tobias Eding.

Bürgervereinigung

Als Gewinner fühlen, das darf sich auch die Bürgervereinigung Peiting. Sie stellt künftig sechs statt fünf Gemeinderäte und ist damit mit der CSU stärkste Kraft. Dass man die SPD überholt habe, „freut uns natürlich“, sagt BVP-Chef Franz Seidel, der genau wie Hermann Mödl, Andreas Barnsteiner und Hans Schleich erneut das Vertrauen der Wähler geschenkt bekam. Dabei hatten die bisherigen BVP-Gemeinderäte bis auf Schleich auf der Liste eigentlich anderen den Vortritt gelassen. Die Wiederwahl wertet Seidel als Beweis dafür, dass man gute Arbeit geleistet habe. Die meisten Stimmen verbuchte Bürgermeisterkandidat Andreas Schmid, der mit seinem Ergebnis großen Anteil am guten Ergebnis habe, so Seidel. Froh sei er auch darüber, dass mit Josef Sellmaier ein junger Kandidat den Sprung ins Gremium geschafft habe.

Unabhängige Peitinger

Auf Anhieb drei Plätze haben die Unabhängigen Peitinger bei ihrer ersten Wahl geholt. Mit Christian Lory, Alex Zila und Alfred Jocher gehören dem künftigen Gremium jene drei Räte an, die aktuell schon die Unabhängigen-Fraktion bilden. Alle drei waren 2014 noch für die SPD in den Gemeinderat eingezogen. Ganz zufrieden ist Lory mit dem Resultat nicht.

Grüne

Ebenfalls drei Räte stellen künftig die Grünen, die damit einen Sitz mehr haben als bislang. Während Bürgermeisterkandidat Thomas Elste erwartungsgemäß seinen Sitz verteidigte, gehört Silvia Ruhfass-Bückle dem neuen Gremium nicht mehr an. Ihren Platz nimmt Dr. Günter Franz ein, vervollständigt wird das Trio von Susann Tabatabai-Schweizer. „Dass wir einen Platz mehr haben, ist sehr erfreulich“, sagt Elste. Rechne man das Ergebnis der ÖDP hinzu, liege man ungefähr auf dem Niveau, das die Grünen bei der jüngsten Landtagswahl erreicht hatten. „Das Potenzial der Grünen-Wähler in Peiting haben wir damit ausgeschöpft.“

ÖDP

Erstmals wird im neuen Gemeinderat auch die ÖDP vertreten sein. 4,1 Prozent der Stimmen reichten der Partei im ersten Anlauf für einen Sitz, den Marion Gillinger einnehmen wird. „Das freut mich total, für uns ist das ein supertolles Ergebnis“, sagt Ortsvorsitzende Diana Nocker. Schließlich hatte sich erst im Dezember der Ortsverband kurz vor knapp formiert. Es sei beachtlich, was in dieser Zeit geleistet worden sei, so Nocker.

Für die künftige Arbeit im Gremium sei eine weitere Gruppierung durchaus ein Gewinn, findet die Ortsvorsitzende. „Wenn mehr mitreden bei Projekten und ins Boot geholt werden müssen, werden die Ergebnisse tragfähiger.“

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