Mit einer kurzen Liste tritt die Wolfrathauser SPD zur Stadtratswahl im März 2020 an: Mit Bürgermeisterkandidat Manfred Menke an der Spitze gehen insgesamt zwölf Bewerber ins Rennen.
Wolfratshausen – „Wir wollten uns nicht krampfhaft an die Zahl 24 klammern“, erklärte Ortsvorsitzender Peter Fasching in der Aufstellungskonferenz am Donnerstagabend. 24 Sitze hat der Wolfratshauser Stadtrat. „Wir wollten stattdessen nur solche Kandidaten aufstellen, die tatsächlich in den Stadtrat wollen und bereit sind, sich zu engagieren, aktiv zu sein und mit uns zusammen für unsere Ziele zu kämpfen.“
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Von den fünf amtierenden Stadträten treten mit einer Ausnahme alle wieder an. Roswitha Beyer stellte sich aus Altersgründen nicht mehr zur Verfügung. Sechs Neulinge bewerben sich um ein Mandat. Einige davon sind aber bereits lokalpolitisch engagiert: Werbekreis-Chefin Ingrid Schnaller, Hallenbad-Aktivistin Stephanie Hanna-Necker, Ferienpass-Koordinatorin Eva Bruschek, ÖPNV-Kritiker Martin Flachmann und Energiewende-Oberland-Mitbegründer Thomas Martin.
In der Vorstellungsrunde präsentierten die Bewerber viele Ideen – und sparten nicht mit Kritik an der aktuellen Stadtpolitik. „Soziale Bildungsstadt“ sei die Überschrift für seine Herzensthemen, erklärte Ex-Bürgermeisterkandidat und Fraktionssprecher Fritz Meixner. Eine Kultur der Anerkennung für Ehrenamtliche und Vereine wolle er weiter forcieren. Die Schulentwicklungsplanung, die Meixner maßgeblich mitgestaltet hat, sei ihm ein weiteres wichtiges Thema. „Ich habe noch nicht fertig“, sagte er. An dem Zustand, „dass man vielen Informationen immer wieder hinterherrennen muss“, möchte er ebenfalls etwas ändern.
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Gerlinde Berchtold stellte die Finanzpolitik der Stadt in den Vordergrund: „Obwohl wir sehr große Einnahmen verzeichnen, sind die Rücklagen der Stadt fast aufgebraucht“, mahnte sie. „Darauf möchte ich meinen Blick fokussieren.“ Bei aller Sparsamkeit dürften die Themen Familien, Senioren, Jugendliche und Kinder nicht zu kurz kommen. Seit 23 Jahren gehört der dienstälteste SPD-Stadtrat, Fritz Schnaller, dem Gremium an. Er stellt sich erneut zur Wahl, weil „ein Feuer in meinem Herzen brennt“ – für Wolfratshausen und die Sozialdemokratie. SPD-Ortschef Peter Fasching und seine Frau Dr. Gabriele Seip-Fasching kandidieren ebenfalls. Er,, weil er „ein Leitbild für Wolfratshausen 2030“ vermisse – sie, weil sie die Nähe der Politik zu den Bürgern verbessern möchte. Jüngster im Bunde ist der 23-jährige Patrick Menke. Der Sohn des Bürgermeisterkandidaten belegt zwar den hintersten Platz, spielte aber nach den Worten seines Vaters eine gewichtige Rolle bei der Listenaufstellung: „Als ich überlegt habe, als Bürgermeister zu kandidieren hat er gesagt: Mach’s halt einfach, Papa.“
Die 20 anwesenden Mitglieder schickten ihre Kandidaten einstimmig ins Rennen. Für die Wolfratshauer SPD, die immer wieder unter den schwachen Ergebnissen der Bundespartei leidet, sei die Kommunalwahl „eine besondere“, meinte Peter Fasching. „Wir können diesmal nicht über die Plakate oder Kandidaten schimpfen. Wir sitzen selbst im Führerhaus.“
Das sind die Stadtratskandidaten der SPD
1. Manfred Menke, 61, Gymnasiallehrer
2. Gerlinde Berchtold, 57, Med. Fachangestellte
3. Fritz Meixner, 50, Geschäftsführer
4. Ingrid Schnaller, 46, Selbstständige Einzelhändlerin
5. Fritz Schnaller, 73, Selbstständiger Einzelhändler
6. Eva Bruschek, 54, Geschäftsleitungs-Assistenz
7. Peter Fasching, 64, Leitender Angestellter
8. Dr. Gabriele Seip-Fasching, 60, Zahnärztin in Ruhestand
9. Martin Flachmann, 36, IT-Consultant
10. Stephanie Hanna-Necker, 46, Teamassistentin
11. Thomas Martin, 56, Selbstständiger Elektrotechniker
12. Patrick Menke, 23, Wirtschaftsingenieur
Dominik Stallein
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