Kommunalwahlen 2026 in Murnau

Bürgermeister Beuting macht‘s noch einmal

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Erhöhte Position: Den Vorteil des Amtsinhaber-Bonus‘ will Rolf Beuting nutzen.
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  • Peter Reinbold
    Peter Reinbold
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Murnaus Bürgermeister Rolf Beuting will bei der Kommunalwahl am 8. März 2026 noch einmal antreten und sein Amt, das er 2014 erstmals gewonnen und 2020 verteidigt hatte, mit dieser Entscheidung krönen.

Kurz war der Murnauer Gemeinderat am Donnerstag und thematisch eher langweilig. Nach rund einer Viertelstunde war alles Unwichtige gesagt. Einen Knüller gab‘s dennoch. Für den sorgte Bürgermeister Rolf Beuting, der am Ende des öffentlichen Teils das Wort ergriff und eine Erklärung in eigener Sache an die Gremiumsmitglieder richtete. Der Inhalt: Beuting will bei der Kommunalwahl am 8. März 2026 noch einmal antreten und sein Amt, das er 2014 erstmals gewonnen und 2020 verteidigt hatte, mit einer dritten Periode, frei nach dem Motto, dass alle guten Dinge drei sind, krönen. In den Pfingstferien habe er „grünes Licht“ von seiner Familie bekommen. „Ich fühle mich fit.“ Die Aufgabe mache ihm Spaß. Beuting betonte, dass er nur noch für eine Amtszeit zur Verfügung stehe. Er habe nicht vor, mit Mitte 60 nochmals anzutreten. 

Intensive Gespräche soll Beuting auch mit kommunalpolitischen Freunden und Beratern geführt haben, die ihn offenbar allesamt bestärkt hatten, es noch einmal zu wagen. „Er hat dabei den Rückhalt von ÖDP/Bürgerforum“, lässt Wolfgang Küpper, der Fraktionsvorsitzende der Bürgermeistergruppierung, in einer Pressemitteilung wissen. Natürlich lobt Küpper das ÖDP-Zugpferd über den grünen Klee: Beuting sei mit seiner langjährigen Erfahrung der am besten geeignete Kandidat für dieses Amt. Und er versichert Beuting die Unterstützung. „Wir sind bereit für die dritte Periode mit einem ÖDP/Bürgerforum-Bürgermeister und freuen uns darauf, kommende Herausforderungen gemeinsam zu meistern.“

Mit einer Videobotschaft richtete sich Beuting per Facebook noch Donnerstagnacht an die Murnauer Bürger. Dabei sprach er von dem großen Vertrauen, das ihm entgegengebracht worden sei. „Für das bin ich von Herzen dankbar.“ Das Amt des Bürgermeisters von Murnau nannte er weit mehr als einen Beruf, „es ist Berufung und Herzensangelegenheit für mich“.

Mit seiner (Erfolgs-)Bilanz glaubt Beuting, der am 11. Juli 58 Jahre alt wird, im Wahlkampf punkten zu können. Er habe die Projekte, die er angestoßen oder umgesetzt hat, noch nicht zusammengeschrieben. Aus dem Stegreif nennt er den Wohnungsbau („da sind wir einen großen Schritt weiter“), die Mobilität, die Fernwärme und die Kinderbetreuung. „Auf diesen Feldern waren wir sehr fleißig.“ Wo Licht ist, da gibt‘s indes auch Schatten. Ein eindrucksvolles Beispiel: Dass das alte Postgebäude nicht in ein Bürgerhaus verwandelt, sondern der Uffinger Firma Seitwerk zur Nutzung überlassen wurde, kam bei zahlreichen Murnauern und Institutionen nicht gut an. Beuting erwartet nicht, dass ihm sein Vorgehen im vergangenen Jahr bei der Wahl Stimmen kosten könnte. „Ich glaube, wir haben deutlich gemacht, warum wir so entscheiden haben. Finanziell ist einfach nicht mehr alles möglich.“ Um den Haushalt in Zukunft auf eine gesündere Basis zu stellen, plant er vor allem die Aktivierung der Markt-eigenen Grundstücke, um höhere Einnahmen zu erzielen. Um weitere Steuererhöhungen und damit Belastungen für die Bürger zu vermeiden, strebt er Einsparmaßnahmen an. Ein erster Erfolg zeigt sich bereits. „Beim Personal liegen wir unter dem Plan.“

In die Bürgermeisterwahl geht Beuting mit Sicherheit als Favorit, der Amtsinhaber-Bonus ist dabei von unschätzbarem Vorteil. Mit Robert Herz von Bündnis 90/Die Grünen steht seit Beginn dieser Woche der erste Herausforderer fest. Die CSU, die Freien Wähler sowie die SPD haben ihren Kandidaten noch nicht benannt. Gut möglich, dass die eine oder andere Partei niemand ins Rennen schickt. Beuting zeigt sich ob der aktuellen Situation demonstrativ gelassen. „Eigentlich möchte ich dazu nichts sagen. Nur soviel: Ich scheue den Wettbewerb nicht.“ Und ein Versprechen schiebt er gleich hinterher. Er werde eine mögliche dritte Amtszeit „nicht im Austragsstüberl verbringen“. Sagt‘s, legt den Hörer auf und hetzt zum nächsten Termin, an einem mit Besprechungen und Anlässen vollgepflasterten Tag.

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