Heute wird abgestimmt

Konzept für das Klein-Anwesen vorgestellt: Beratung, Pflege und Wohnungen an der Bahnhofstraße

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Das Klein-Anwesen an der Bahnhofstraße wurde der Kommune und der katholischen Kirche zu gleichen Teilen vererbt. Die Seniorenvertretung der Stadt hat nun eine Idee, wie das Grundstück genutzt werden könnte.
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Die Seniorenvertretung legt viele Ideen für das Grundstück an der Bahnhofstraße vor. Der Stadtrat fällt an diesem Dienstag eine Entscheidung.

Wolfratshausen – Seit elf Jahren sucht die Stadt nach einer Nutzung für das Klein-Anwesen an der Bahnhofstraße. 2012 verstarb Antonia Klein im Alter von 91 Jahren. Das historische Bauwerk und das Grundstück mit dem prägnanten Magnolienbaum vermachte sie jeweils zur Hälfte der Kommune sowie der katholischen Kirchengemeinde St. Andreas.

Dr. Ulrike Krischke, Seniorenreferentin des Stadtrats und Vorsitzende der Seniorenvertretung.

Ein Konzept für das Klein-Anwesen: Beratung, Pflege und Wohnungen an der Bahnhofstraße

An diesem Dienstagabend könnte es eine Antwort auf die Frage geben, was mit dem Gebäude passieren soll. Die Seniorenvertretung hat für die Stadtratssitzung (18 Uhr, Rathaus) einen Antrag eingereicht. Das Gremium hat ein Konzept erarbeitet, das mehrere Aspekte umfasst. Die Seniorenreferetin des Stadtrats, Dr. Ulrike Krischke, steht der Vertretung vor. Sie hat Bedarf an mehreren Stellen in der Loisachstadt beziehungsweise im gesamten Landkreis ausgemacht. Eine Befragung des Landratsamts unter Senioren habe beispielsweise ergeben, dass sich die Menschen eine Bündelung von Beratungsangeboten wünschen würden. „Wir haben schon jetzt viele und sehr gute Anlaufstellen“, betont Krischke. Ein Zentrum, das mehrere davon vereint, fehle jedoch. Außerdem würde der Bedarf an Pflegeplätzen steigen. Was es brauche, um diese anbieten zu können, sind unter anderem Wohnungen für das Pflegepersonal.

Historisches Gebäude: „Haus der Begegnung“ soll Beratungsangebote bündeln

Mit ihrem Konzept für das denkmalgeschützte Klein-Anwesen möchte die Seniorenvertretung Lösungsansätze für all diese Problemzonen bieten. Es soll das „Haus der Begegnung Antonia Klein“ entstehen. Konkret stellt sich Krischke das so vor: „Wir können einen Stützpunkt für Familien, Senioren und Soziales schaffen – also für die gesamte Altersstruktur der Stadt.“ Das 1892 errichtete Landhaus soll Beratungsangebote der Stadt und anderer Vereine und Institutionen beherbergen. Auch eine Schwerbehinderten- oder eine Pflegeberatung könnte in den Räumlichkeiten unterkommen. Damit all diese Angebote im Klein-Anwesen eine Heimat finden können, sind bauliche Veränderungen nötig: Das „Haus der Begegnung“ müsste barrierefrei ausgebaut werden – zum Beispiel durch den Anbau eines Aufzugs an der Außenseite des sanierungsbedürftigen historischen Gebäudes.

Neubau mit Pflege oder Inklusions-WG: Pläne für Klein-Anwesen enthüllt

Auf der großen Grünfläche im Rücken des Anwesens wünscht sich die Seniorenvertretung einen Neubau. In dem Dreistöcker sollen Wohnungen für Pflegekräfte entstehen – mindestens im zweiten, vielleicht auch im ersten Obergeschoss. Für die Nutzung des Erdgeschosses stehen dem Stadtrat zwei Möglichkeiten zur Wahl: Entweder könnte eine Pflegeeinrichtung oder eine inklusive Wohngemeinschaft unterkommen. „Ich würde voll hinter beiden Optionen stehen“, sagt Krischke. Das Konzept wurde von der Seniorenvertretung einstimmig abgesegnet. „Ich habe es auch der Kirchenverwaltung vorgestellt.“

Gelände wurde der Stadt vererbt - Antonia Klein nannte Bedingungen für den Nachlass

Das über 2700 Quadratmeter große Grundstück wurde der Stadt unter gewissen Auflagen vererbt. So soll das Areal für soziale Zwecke – insbesondere für Senioren – genutzt werden. Sollte der Stadtrat für das Konzept der Seniorenvertretung stimmen, würde ein vermutlich längerer Prozess beginnen: Die Stadt müsste den Bebauungsplan für das Grundstück überarbeiten – das wurde im Zuge der Suche nach Unterbringungen für Flüchtlinge im Jahr 2014 zumindest schon grundsätzlich entschieden. Außerdem müssten Gespräche mit der Kirche und einem potenziellen Träger für die Einrichtung im Neubau geführt werden.

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