Faustschlag und Beschimpfung

Krankenhaus Agatharied: Patientin greift Polizisten an - Beamte „außer Gefecht“

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Eine 22-Jährige aus Chemnitz hat Beamte der Polizeiinspektion Miesbach im Krankenhaus angegriffen (Symbolbild).
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Bei einem Angriff im Krankenhaus Agatharied hat eine aggressive Patienten zwei Polizisten außer Gefecht gesetzt. Sie wurde in die psychiatrische Abteilung eingewiesen.

Agatharied – Bei einem Vorfall im Krankenhaus Agatharied hat eine Patientin zwei Polizisten – einen 59-jährigen Polizeihauptkommissar aus Hausham und dessen 25-jährige Kollegin aus Miesbach – verletzt. Das teilt die Polizei mit. Die Frau wurde in die psychiatrische kbo-Lech-Mangfall-Klinik eingewiesen.

Am Mittwoch gegen 21.30 Uhr hatte eine Ärztin die Polizei gerufen: Die Patientin wolle sich keiner weiteren Behandlung unterziehen und das Krankenhaus verlassen, obwohl das der Zustand nicht erlaube, habe die Ärztin mitgeteilt, berichtet die Polizei. Die Beamten hätten zu diesem Zeitpunkt nicht gewusst, dass die Patientin am Nachmittag wohl mit einer Misch-Intoxikation ins Krankenhaus gekommen war und bereits angedeutet haben soll, dass sie auf Polizeibeamte losgehen würde, schildert ein Sprecher der Polizei. Noch bevor sie das Krankenhaus erreichten, schlug die 22-Jährige aus Chemnitz vier Feuermelder ein und löste somit einen Einsatz der Feuerwehr aus. Im Krankenhaus angekommen, hätten die Polizisten die wenig bekleidete Patientin, verfolgt von einem Sicherheitsmitarbeiter, im Foyer angetroffen. „Höflich angesprochen, teilte sie mit, dass sie mit der Behandlung nicht einverstanden sei und das Krankenhaus verlassen wolle.“ Die Feuermelder habe sie eingeschlagen, um das Erscheinen der Polizei zu erzwingen.

Patientin soll Polizisten unvermittelt gegen Kopf geschlagen haben

Die 22-Jährige habe aufgebracht gewirkt, auf den ersten Blick aber nicht unter dem Einfluss von Betäubungsmittel oder Alkohol stehend. Die Polizisten hätten eingewilligt, dass die Patientin das Krankenhaus verlassen könne, wenn sie von ihren Verwandten im nördlichen Landkreis abgeholt werde; sie solle sich aber noch einmal in der Notaufnahme untersuchen lassen. Dem habe die Patientin zugestimmt, sei dann aber erneut weggelaufen. „Der Hauptkommissar folgte ihr und bat sie, stehen zu bleiben“, schildert der Polizeisprecher. Die nach Polizeiangaben große Frau mit kräftiger Statur „blieb stehen, drehte sich um und schlug dem Polizeihauptkommissar mit einem ausholenden Faustschlag auf den linken Hinterkopf“. Vom Schlag überrascht und leicht benommen, konnte sich der Polizist nicht vor einem zweiten Schlag auf seinen Kopf schützen. „Letztlich gelang es ihm, an ihren Hals zu springen und sie mit der hinzugekommenen Kollegin zu Boden zu bringen“, schildert der Sprecher der Polizei. Dort hätten die Beamten Mühe gehabt, die kräftig gebaute Frau unter Kontrolle zu halten. In der Folge hätten sie keine Verstärkung rufen können und hätten sich zudem wüst beleidigen lassen müssen. Die Polizisten würden sie angreifen, weil sie dunkle Hautfarbe habe und afrikanischer Abstammung sei, habe die Patientin behauptet.

Feuerwehrmann laut Polizeibericht in die Hand gebissen

Einsatzkräfte der Feuerwehr Hausham hätten ihre Hilfe angeboten und seien verpflichtet worden, bei der Fixierung der Patientin – nötigenfalls mit Gewalt – zu helfen. „Die Patientin deutete an, sich ruhig zu verhalten, wenn sie von der Polizei losgelassen werden würde.“ Sie habe auch eingeräumt, den Beamten gezielt angegangen zu sein, um ihn schwer zu verletzen. Letztlich habe ihre Kooperationsbereitschaft jedoch auch der Feuerwehr gegenüber nachgelassen. Laut Polizeibericht biss die Patientin einem Feuerwehrmann in die Hand.

Die 22-Jährige sei in die Psychiatrie eingewiesen worden. Auf der Station habe sie dem Polizisten ins Gesicht gespuckt, ehe sie fixiert wurde.

„Für die Beamten war der Dienst beendet. Sie waren nicht mehr einsatzfähig und die Polizeiinspektion Miesbach außer Gefecht.“ Die weiteren Einsätze übernahmen Nachbardienststellen und frische Kräfte. Der Polizist erlitt eine Schädel- und eine Brustprellung, seine Kollegin eine Knieverletzung am linken Bein. „Die zu erwartende Strafe dürfte für die Frau erheblich sein, da sie bereit mehrfach polizeilich in Erscheinung getreten ist“, erklärt der Sprecher. Hinzu kämen zivilrechtliche Klagen der verletzten Beamten. nap

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