„ALARMSTUFE ROT“

Krankenhaus Agatharied unterstützt Petition für Inflationsausgleich und Finanzierungsreform

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Die Inflation bringt immer mehr Kliniken in Deutschland finanziell in Schieflage, warnt die Deutsche Krankenhausgesellschaft in Berlin (Symbolbild).
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Die Deutsche Krankenhausgesellschaft schlägt Alarm: Die aktuelle Krisensituation bringe immer mehr Kliniken in Deutschland in wirtschaftliche Existenznot. Per Online-Petition wird nun Druck auf die Bundesregierung gemacht.

Betten auf Intensivstationen müssen gesperrt werden; Notaufnahmen werden zeitweise geschlossen; Kinderkliniken sind chronisch überlastet; Behandlungen werden kurzfristig abgesagt; Patienten warten immer länger auf notwendige Behandlungen: Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) in Berlin zeichnet düstere Zukunftsperspektiven für die Kliniken.

Grund ist die finanziell extrem angespannte Lage in vielen Häusern. Kurzum: Die deutschen Krankenhäuser sind in Gefahr, warnt die DKG. Auch die Personalnot werde immer größer. Rund 60 Prozent der Krankenhäuser machten bereits Verluste. Die Auswirkungen würden zunehmend für die Patienten spürbar.

„Alarmstufe Rot“ soll Änderungen forcieren

Deshalb hat die DKG die Online-Petition „Alarmstufe Rot“ gestartet – eine Aktion, die die Bayerische Krankenhausgesellschaft (BKG) unterstützt. Sie ruft deshalb nun die Kliniken im Freistaat auf, sich der Aktion anzuschließen.

Unterstützung gibt es bereits aus dem Landkreis Miesbach. Das Krankenhaus Agatharied schließt sich der Aktion an und unterstützt sämtliche dabei aufgeführte Forderungen.

Inflationsausgleich dringend gefordert

Die Petition fordert die Bundesregierung auf, dringend einen Inflationsausgleich für die Krankenhäuser auf den Weg bringen – sonst drohe flächendeckender Personalabbau. Gemeinsam mit den Kliniken müsse die angekündigte Reform der Krankenhausversorgung und des Finanzierungssystems angepackt werden. Ziele müssten eine qualitativ hochwertige, effiziente und moderne Versorgung, spürbare Entbürokratisierung sowie klare Patientenorientierung sein.

Steigende Kosten versus starre Strukturen

Als Ursachen nennt die DKG den großen Beitrag bei der Versorgung der Corona-Patienten sowie die anstehenden Herausforderungen der Herbst-/Winter-Welle, während die Corona-Hilfen aber gestrichen wurden. Auch träfen „stetig neue sinnlose und überflüssige Dokumentationsanforderungen von Politik und Krankenkassen“ auf bereits überlastetes Personal, dem dadurch viel Zeit für die Versorgung der Patienten fehle. 

Zudem müssten die Kliniken einerseits Kostensteigerungen durch Inflation, Gasumlage und Tarifsteigerungen auffangen, müssten aber andererseits mit staatlich regulierten Preise ohne Ausgleichsmechanismen klarkommen. Eine jährliche Investitionslücke von 3,5 Milliarden Euro erschwere darüber hinaus den Aufbau und Erhalt moderner und effizienter Strukturen.

ddy

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