VonVeronika Machtschließen
Die Krieger- und Reservistenkameradschaft Forstern hat heuer wieder Grund zu feiern. Da Kriegerdenkmal wird 100 Jahre alt.
Forstern – Die Krieger- und Reservistenkameradschaft Forstern ist im vergangenen Jahr 100 Jahre alt geworden, heuer steht das nächste Jubiläum ins Haus: Das von Steinmetzmeister Meyer aus Erding geschaffene Kriegerdenkmal wird ebenfalls 100 Jahre alt. Dazu ist eine Gedenkveranstaltung am Sonntag, 3. Juli, geplant.
In der Jahreshauptversammlung beim Hirschbachwirt berichtete Vorsitzender Stefan Ganghofer, dass das Kriegerdenkmal am 2. Juli 1922 eingeweiht wurde. „Das wollen wir würdigen, denn die Finanzierung haben sich die Bürger damals vom Munde abgespart.“ Geplant ist ein Zug vom Denkmal nach Tading zum Gottesdienst und danach ein vereinsinternes Essen, der genaue Ablauf steht noch nicht fest.
Bis dahin ist der Kalender ebenfalls gut gefüllt. Man nimmt an Fronleichnam, am 150-jährigen Bestehen der Krieger- und Reservistenkameradschaft Hohenlinden am 19. Juni und am Stockschützenturnier teil. Am 12. November steht der Volkstrauertag an, am 10. Dezember ist die Christbaumversteigerung geplant.
In 2020 und 2021 war der Kalender indes leerer. Vor dem Lockdown fanden noch die Jahreshauptversammlung und ein Helferessen statt, das weitere gesellschaftliche Leben lag fast komplett brach. So musste 2020 die Gedenkveranstaltung „75 Jahre Ende Zweiter Weltkrieg“ entfallen. 2021 wurde die Festwoche zum 100-Jährigen abgesagt – geplant waren Seniorennachmittag, Kabarett mit Chris Boettcher, Festtag und politischer Abend. „Immerhin hatten wir keine Unkosten, weil wir aus den Verträgen rausgekommen sind“, so Ganghofer. Ob das Fest nachgeholt wird, sei noch nicht entschieden.
Stattdessen fand ein Gedenkgottesdienst mit Kirchenzug im kleinen Kreis statt, bei dem die Fahnenmütter Fanny Jaksch (1960) und Hannelore Falterer (2001) geehrt wurden (wir berichteten). „Es hat uns sehr gefreut, dass sie da waren“, sagte Ganghofer, besonders weil Jaksch nur wenig später verstorben ist.
Nicht ganz einfach gestaltete sich die Kriegsgräbersammlung in den Pandemie-Jahren. Ganghofer kritisierte, dass man 2020 von übergeordneten Stellen dabei allein gelassen worden sei, wie die Haussammlung stattfinden sollte. Wie berichtet, hat man sich für den postalischen Weg entschieden. Die Briefe gingen an 1300 Haushalte, hinzu kam die Friedhofssammlung an Allerheiligen. 3391 Euro kamen 2020 und 3558 Euro 2021 zusammen – rund 80 Prozent dessen, was in Forstern sonst gesammelt wird. Der Verein denkt darüber nach, dafür ein eigenes Spendenkonto zu eröffnen. Den Aufruf per Post will man beibehalten, denn das Sammeln an der Haustür werde immer schwieriger: „Der Bezug der Leute geht ein bisschen verloren.“
Nicht verzichtet wurde trotz Pandemie auf einen der wichtigsten Termine im Jahresverlauf, gerade in Zeiten wie diesen: der Volkstrauertag. Gedenken, erinnern und mahnen, „das ist unsere Aufgabe, und das sollte für jeden Aufgabe sein“, so Ganghofer. „Denn nur wer sich erinnert, kann aus der Vergangenheit lernen und eine bessere Zukunft gestalten.“ Bürgermeister Rainer Streu meinte, seine Generation habe sich darüber nie Gedanken machen müssen – und auf einmal sei der Krieg ganz nah.
Für die Neuwahlen im nächsten Jahr ist man auf der Suche nach einem Kassier, denn der im März 2020 gewählte habe im selben Jahr sein Amt niedergelegt, 2. Kassier Christian Haberl kümmert sich seither um die Finanzen. Unter den aktuell 163 Mitgliedern sollte sich ein geeigneter Kandidat für dieses Amt finden, ist Ganghofer sicher.
Auch zwei Kriegsteilnehmer sind noch dabei, und zuletzt kamen drei Neumitglieder hinzu, darunter das mit Abstand jüngste mit gerade einmal 17 Jahren. „Das ist auch wichtig, damit der Verein bestehen bleibt“, sagte Ganghofer.
Die Geehrten
25 Jahre: Andreas Baierl, Wolfgang Bardtfeld, Georg Els, Josef Hartmaier, Markus Regauer, Helmut Schuck, Georg Sing, Franz Wintermayr jun., Max Konrad.
40 Jahre: Franz Fußstetter, Fritz Geiselhöringer, Anton Grill, Erich Obermaier, Josef Riepl, Franz Wintermayr sen., Josef Gallenberger, Richard Obermaier, Fritz Riepl.
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