VonSascha Karowskischließen
Kristina Frank wird nicht in den Münchner Stadtrat zurückkehren. Ihr neuer Job beim Freistaat und das Mandat ließen sich zeitlich nicht vereinbaren.
München – Die ehemalige Kommunalreferentin und CSU-Stadträtin Kristina Frank wird nicht in den Münchner Stadtrat nachrücken. Das bestätigte die 44-Jährige gegenüber unserer Redaktion. Weil CSU-Stadtrat Hans Theiss in den Bundestag gewählt wurde, wird er nun – nach der Kanzlerwahl – sein Stadtratsmandat bei der CSU zurückgeben. Das wird nun vermutlich Autolobbyist Michael Haberland („Mobil in Deutschland“) übernehmen. Der hatte 2020 den Einzug in das Gremium nur knapp verpasst.
Stadtrat München: Die ehemalige Kommunalreferentin Kristina Frank wäre erste Nachrückerin für die CSU
Tatsächlich wäre Kristina Frank die erste Nachrückerin für die CSU gewesen. Die 44-Jährige war 2018 unter Schwarz-Rot zur Kommunalreferentin gewählt worden. Bei der Kommunalwahl 2020 trat sie als OB-Kandidatin der CSU an, unterlag Amtsinhaber Dieter Reiter (SPD) in der Stichwahl. Allerdings: Frank kandierte auch auf der Stadtratsliste und erhielt dort die meisten Stimmen aller Kandidaten.
Jedoch nahm Frank ihr Stadtratsmandat nicht an – das ging aus rechtlichen Gründen nicht, denn sie war ja noch Kommunalreferentin – also berufsmäßige Stadträtin. Und das schließt aus, dass sie auch ehrenamtlich im Stadtrat sitzt. Denn der fungiert auch als Kontrollgremium für die Verwaltung. Als Amtshindernis bezeichnen das die Juristen. Das entfiel im vorigen Sommer, als SPD und Grüne Jacqueline Charlier zur neuen Kommunalreferentin wählten. Frank wechselte zur BayernHeim, wo sie mit dafür sorgen soll, dass der Freistaat genug bezahlbaren Wohnraum schafft.
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„Fokus, Fleiß & Feuereifer“: Warum Kristina Frank nicht in den Münchner Stadtrat nachrückt
Und genau das ist auch der Grund, warum sie auf das Stadtratsmandat verzichtet. Frank sagte unserer Redaktion auf Anfrage, jeder wisse, wie sehr ihr die Stadt und ihre Menschen am Herzen liegen würden. „Aber weder der Münchner Stadtrat noch der bayerische Wohnungsbau sind ein nine-to-five-Job. Beides erfordert Fokus, Fleiß & Feuereifer.“ Gleichzeitig Stadträtin und Geschäftsführerin der staatlichen Wohnungsbau-Holding Baunova Bayern zu sein, würde ihrer Verantwortung nicht gerecht. Seit August sei der Kompass auf die soziale Frage dieser Zeit ausgerichtet: das Schaffen von bezahlbarem Wohnraum. „Dafür gebe ich volle Kraft voraus. So gerne ich mich wieder – auch außerhalb des Wohnbaus – für München eingesetzt hätte: jetzt ist nicht der Zeitpunkt“
Hans Theiss sagte am Mittwoch (7. Mai): „Nach meiner Wahl in den Deutschen Bundestag werde ich mein Stadtratsmandat zur nächsten Vollversammlung am 28. Mai niederlegen. Ich bin dankbar, dass ich in den vergangenen elf Jahren die Münchner Stadtpolitik aktiv mitgestalten durfte und wünsche dem Münchner Stadtrat für die Zukunft alles Gute.“ CSU-Chef Manuel Pretzl: „Ich danke Hans Theiss im Namen der Fraktion und auch ganz persönlich für seine herausragende Arbeit. Sein Fachwissen, sein politisches Gespür und sein klarer analytischer Blick werden dem Münchner Stadtrat fehlen und den Deutschen Bundestag bereichern.“
