100 Jahre Krieger- und Soldatenverein Hohenbercha

KSV Hohenbercha: Große Jubiläumsfeier im Zeichen des Friedens - Trauer um langjährigen Vorsitzenden

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Ohne seinen 1. Vorsitzenden muss der Krieger- und Soldatenverein Hohenbercha am Sonntag sein Jubiläum feiern. Der Tod des engagierten Herbert Zörr legt einen dunklen Schatten über die Feierlichkeiten. Dennoch hoffen die Organisatoren auf viele Gäste und ein schönes Fest.

1919 wurden zahlreiche Krieger- und Soldatenvereine aus der Taufe gehoben. Auch der in Hohenbercha. Jetzt wird gefeiert - allerdings nicht so fröhlich und unbeschwert, wie man es geplant hatte.

Hohenbercha – Auch er wurde nach den schrecklichen und traumatischen Erlebnissen von Kriegsteilnehmern 1919 gegründet: der Krieger- und Soldatenverein Hohenbercha, der deshalb heuer seinen 100. Geburtstag feiern kann. Am Freitag, 12. Juli, bildet ein Schafkopfturnier sozusagen das Vorspiel für die eigentliche Feier am Sonntag, 14. Juli. Einer – und das erfüllt die Mitglieder des Vereins mit Trauer – wird nicht dabei sein: Der 1. Vorsitzende Herbert Zörr, der am 14. Mai überraschend und viel zu früh starb.

In der Festschrift zu dem Jubiläum ist Zörr noch mit einem Grußwort vertreten, spricht davon, dass es Krieger- und Soldatenvereinen immer schwerer falle, Mitglieder zu finden, obwohl es doch wichtige Aufgabe sei, „mahnend den Finger zu erheben“ für den Frieden.

Bei aller Feierlaune am 14. Juli ist also auch in Hohenbercha der Hintergrund ein ernster. 1919 hatte es sich der Verein zur Aufgabe gemacht, der gefallenen und vermissten Soldaten zu gedenken und die Kameradschaft zu pflegen. Erster Vorstand des Vereins war Leonhard Schmid aus Grandlmiltach. Noch aus dem Gründungsjahr stammt auch die damals angefertigte Vereinsfahne

Am Kriegerdenkmal erinnern sich die Mitglieder an die Gefallenen Kameraden.

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Nachdem man 1938 in den NS-Reichskriegerbund eingegliedert wurde, der dann 1945 aufgelöst wurde, gründete man nach dem Zweiten Weltkrieg den Verein 1950 unter dem Namen Krieger- und Soldatenverein Hohenbercha neu. Am 18. Juni 1962 wurde die renovierte Vereinsfahne neuerlich geweiht. Nach 50 Jahren im Amt trat Leohnhard Schmid 1969 nicht mehr als 1. Vorstand an, sein Sohn Leonhard Schmid jun. beerbte ihn. Mit einem Jahr Verspätung – am 1. Mai 1970 – wurde dann das 50-jährige Gründungsfest gefeiert. Nach nur vier Jahren musste Leonhard Schmid jun. wegen schwerer Kriegsleiden sein Amt niederlegen. Sein Nachfolger: Anton Westermeier sen. Der trat nach 22 Jahren im Amt 1995 nicht mehr an, die gesamte amtierende Vorstandschaft wurde neu gewählt. Neuer 1. Vorstand wurde Josef Leutner.

1998 wurde dann eine Vereinssatzung erstellt und der Krieger- und Soldatenverein Hohenbercha ins Vereinsregister eingetragen. Damals wurde auch eine neue Gedenktafel für die Kriegsteilnehmer und für die gefallenen und vermissten Soldaten des Zweiten Weltkriegs angefertigt. 1998 wurde auch die Vereinsfahne neuerlich aufwändig renoviert und am 20. Juni 1999 zum 80. Gründungsfest erneut geweiht. Josef Springer legte im Jahr 2006 sein Amt nieder, ihm folgte Herbert Zörr nach, der nun eben tragischerweise vor wenigen Wochen verstorben ist.

Das Jubiläum des KSV Hohenbercha 
am Sonntag, 14. Juli

Beim Jubiläum am Sonntag, das mit dem Weckruf und Empfang der Vereine beginnt, das sich mit der Aufstellung zum Kirchenzug (9.30 Uhr), einem Festgottesdienst samt Fahnensegnung und Kranzniederlegung (um 10 Uhr) fortsetzt, und mit einem Festzug (11.30 Uhr), Ansprachen (12 Uhr), Mittagessen und dem Verleihen der Erinnerungsbänder endet, wird auch die Vereinsfahne mit von der Partie sein. Sie wurde von dem Münchner Kunstprofessor Augustin Pacher entworfen und 1919 in Hohenwart hergestellt. Sie wurde handgestickt und mit Applikations-Technik hergestellt – ein echtes Schmuckstück eben. 1676 Reichsmark hat sie damals gekostet. Auf der einen Seite der Fahne ist der Heilige Georg mit dem Drachen zu sehen, der als Patron der Krieger gilt und den Kampf gegen das Böse symbolisiert. Die erste Renovierung 1962 kostete 802 DM, die große Sanierung 1999 war mit 23 000 DM noch wesentlich teurer. Nun hat man zum 100. Geburtstag diejenigen Stickereien, die vor 20 Jahren nicht restauriert wurden, ersetzen lassen, weshalb die Fahne am 14. Juli neuerlich geweiht wird.

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