Künftig ins „Museumsrevier Peißenberg“?

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Wie soll das Bergbaumuseum am Tiefstollen künftig betrieben werden? Das ist eine Frage, mit der sich der Markt schon seit längerem beschäftigt. Nun wurde eine professionelle Konzeptstudie präsentiert. Das Problem: Die Gemeinde müsste einen Millionenbetrag investieren.

Peißenberg – Der Tagesordnungspunkt „Bergbaumuseum; Neukonzeption bzw. Umgestaltung“ wurde von Bürgermeisterin Manuela Vanni in der jüngsten Sitzung des Hauptschusses zum „Hauptthema“ deklariert – und das nicht ohne Grund. Schon lange macht sich die Rathausverwaltung darüber Gedanken, wie das 1988 eröffnete Museum „zukunftssicher“ gemacht werden kann. Durchschnittlich rund 6000 Besucher werden pro Jahr durch den Erlebnisstollen, die Exponatenhalle und durch das Museumshauptgebäude geschleust. So weit, so gut. Aber Hauptamtsleiter Johannes Pfleger verwies im Ausschuss auf ein „großes Manko“: „Die Altersstruktur der Museumsführer ist relativ hoch. Die alten Bergleute sterben langsam aus.“ Salopp gesagt: Die biologische Uhr tickt. Und Nachwuchs beim Führungspersonal ist nur schwer zu finden.

Die Gemeinde hat bei der Grafenauer Agentur „Atelier & Friends“ eine Konzeptstudie zur künftigen Ausrichtung des Museums in Auftrag gegeben. Die Ergebnisse wurden nun im Hauptausschuss vorgestellt. Die Agentur schlägt demnach für das Museum modernere Präsentationsformen vor. Neben räumlichen Umgestaltungen sollen dem Besucher die Ausstellungsstücke visuell besser vermittelt werden. Ein weiteres Credo der Agentur: Weg von „Masse“ hin zum „Speziellen“. „Die Frage ist, ob man wirklich zehn Bohrhammer ausstellen muss oder ob nicht einer reicht“, nannte Pfleger ein Beispiel. Statt „Bergbaumuseum“ wird von der Agentur als neuer Name „Museumsrevier Peißenberg“ vorgeschlagen - verbunden mit dem Leitmotiv „Zwischen Glückauf und Pechkohle“. Der neue Name soll auf eine Erlebniswelt abzielen und unbegrenzte Erweiterungen von Schauplätzen und Aktivstationen ermöglichen. Neben einem neuen Logo wird auch ein neues Farbkonzept mit den „Marktfarben“ schwarz-gelb ins Spiel gebracht. Und: In der Exponatenhalle soll eine Imbiss- und Getränketheke eingebaut sowie auf der Grünfläche zwischen Tiefstollenhalle und Museum ein Kinderspielplatz mit aufgeschüttetem Stollen entstehen.

Umsetzung würde mindestens eine Million Euro kosten

Vom Ausschuss wurde die Agentur-Studie durchaus gelobt. „Das ist ein Tipptopp-Konzept“, konstatierte Petra Bauer (Bürgervereinigung). Der Haken: Die Umsetzung des Konzepts würde mindestens eine Million Euro kosten. Bürgermeisterin Manuela Vanni äußerte sich im Ausschuss denn auch skeptisch. Die Frage sei, ob man die Besucherzahlen durch die Investitionen tatsächlich signifikant nach oben treiben könne und ob man das Museum wirklich von Grund auf modernisieren müsse. Die Einrichtung habe einen „gewissen Charme“, der in ein paar Jahren eventuell sogar ein Alleinstellungsmerkmal sein könnte. Ähnlich urteilte Walter Wurzinger (Freie Wähler): „Auch der Aufbau des Museums durch die Bergleute ist ein Erbe.“ Den Stil des Museums solle man erhalten – verbunden mit maßvollen Veränderungen. Dazu gehört unter anderem ein Lift an der Außenfassade zum barrierefreien Zugang in die Oberetage und die Einhausung der Wartezone am Eingang

Auch Marktkämmerer Michael Liedl äußerte sich zurückhaltend: „Die entscheidende Frage ist, ob wir durch das Konzept das Problem der Altersstruktur des Führungspersonal lösen?“ Mit den Investitionen würde man wohl eher in das „Museums-Layout“ investieren. In der Ausschussdiskussion wurde deutlich, dass die persönlichen Führungen ein wesentliches Charakteristikum des Museums sind. „Nur mit Audio-Guides werden die Besucherzahlen sinken“, mutmaßte Werner Haseidl (CSU/Parteilose). Eventuell müsse man für das Führungspersonal künftig auch Geld ausgeben. Petra Bauer indes kommentierte die Angelegenheit nüchtern: „Ich denke wir machen uns etwas vor, wenn wir das Altersproblem lösen wollen: Das ist leider nicht mehr möglich. Es braucht Investitionen in die Zukunft.“

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