VonFranziska Seligerschließen
Für Nachtschwärmer, Musikliebhaber und Freunde von Lesungen und Kabaretts ist sie gleichermaßen ein Höhepunkt im Jahr: Die Penzberger Kultu(h)rnacht, die seit 2014 alljährlich zur Umstellung von Sommer auf Winterzeit stattfindet und Alt und Jung gleichermaßen anspricht.
Penzberg – Dass Iris Mühle derzeit nicht glücklich ist, hört man der Veranstalterin der Penzberger Kultu(h)rnacht am Telefon gleich an – noch bevor man sie fragt, ob die Veranstaltung heuer wie geplant am 24. Oktober stattfinden wird.
Mühle musste Corona-bedingt bereits die im April geplante Weilheimer Kulturnacht sowie die „GAP LiveNight“ in Garmisch-Partenkirchen absagen, erzählt sie. Das habe ihr psychisch arg zugesetzt, denn beide Veranstaltungen seien nach monatelangen Vorbereitungen fix und fertig geplant gewesen. Außerdem habe sie einen erheblichen Betrag umsonst investiert.
Ob sie angesichts dieser herben Enttäuschungen nun die Penzberger Kultu(h)rnacht heuer im Herbst überhaupt noch machen will, weiß sie nicht so recht. Zumal Großveranstaltungen zum jetzigen Zeitpunkt sowieso bis Ende Oktober verboten sind. Ob die Penzberger Kultu(h)rnacht aber eine Großveranstaltung ist, wisse sie nicht. Immerhin verteilten sich die Besucher ja auf viele Veranstaltungsorte wie Restaurants, Cafés, Tanzstudios oder Museen.
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Mindestens 1000 Besucher müssten aber in jedem Fall kommen, damit sie wenigstens ihre Unkosten decken könne, so Mühle. Aber viele Menschen seien beim Besuch von Veranstaltungen zumindest derzeit noch sehr vorsichtig.
Vorarbeiten für die Veranstaltung hat Mühle schon einige geleistet: Seit Anfang des Jahres stehe das Konzept. Erste Bands habe sie angefragt oder gar schon gebucht; unter anderem sei ein mittelalterliches Konzert geplant gewesen. „Im Juli geht eigentlich das Programmheft schon in Druck“, sagt sie. Heuer nicht.
Heuer ist alles anders. Heuer hängt Mühle noch völlig in der Luft und wartet jeden Tag, ob es Regel-Änderungen gibt. Noch gäbe es zu viele Fragezeichen. Zum Beispiel wisse sie nicht, ob die Inhaber von Bars, Restaurants und Co. angesichts der derzeitigen strengen Hygienevorgaben überhaupt mitmachen würden.
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Abgesagt habe sie zwar noch nichts. Aber: „Es wäre ein Wunder, wenn ich die Kultu(h)rnacht‘ stattfinden lassen kann“, ist Mühle skeptisch. „Ich glaube nicht daran.“ Immerhin solle es ja eine lockere Veranstaltung werden voller Spaß und Tanz. Abstandsregeln einhalten sei da so gut wie unmöglich. Auch am Konzept der Veranstaltung wolle sie nichts ändern.
Die Penzberger Kultu(h)rnacht genieße so, wie sie die vergangenen Jahre stattgefunden habe, einen guten Ruf. Im Laufe der nächsten eineinhalb Wochen werde sie eine Entscheidung für heuer treffen müssen, sagt Mühle. Dazu will sie möglichst schnell Gespräche mit dem Penzberger Bürgermeister und den Inhabern der verschiedenen Lokalitäten führen.
Ob man die Veranstaltung aber noch so schnell umsetzen kann, sieht sie skeptisch. Sollte die Kultu(h)urnacht aber doch noch stattfinden, dann auf jeden Fall ohne Partybus – zumindest das stehe schon fest.
