Tom Kleinhans, Bayerischer Skateboardmeister, zeigte Kids innerhalb des Ferienprogramms, was sie mit dem schmalen Brett auf Rollen so alles anstellen können.
Wolfratshausen – Tief geht der achtjährige Manuel in die Knie, die Arme hat er links und rechts weit von sich gestreckt. Er verlagert sein Gewicht auf der Rampe – allerdings zu spät, das Skateboard rollt weiter, Manuel blickt auf dem Hosenboden liegend hinterher. Den zweiten Versuch muss der Bub nicht alleine unternehmen. Tom (23) nimmt den Ferienpass-Teilnehmer an den Händen und fährt mit ihm über die Skateboard-Rampe.
15 Kinder stehen an diesem Tag im Waldramer Skatepark. Unter der Führung eines Profis wollen sie die ersten Tricks auf dem Brett lernen. Tom ist in der Skaterszene bekannt als „Tomcat“ – der 23-Jährige ist Bayerischer Meister auf den Rollen. Der Tölzer gibt nahezu täglich Skateboard-Kurse im gesamten Freistaat. Was ihn an diesem Sport so fasziniert: Um Snowboard zu fahren, brauche man neben Schonern und Helm „passende Schuhe, eine passende Jacke, eine passende Hose, Handschuhe und muss das alles dabei haben“. Wenn man Skateboard fahren will, brauche man – neben Helm und Schonern natürlich – „nur das“, sagt „Tomcat“ und deutet auf sein Brett.
Er zeigt den Kindern in Waldram, was man mit viel Training erreichen kann. Aus dem Stand springt er mit dem Skateboard, das an seinen Füßen zu kleben scheint, fast bis auf Brusthöhe der staunenden Kids. Er jagt mit viel Tempo über Sprungschanzen und schließt seine Fahrt mit einem spektakulären, einhändigen Turn auf der Rampe ab.
So weit sind die Nachwuchs-Skateboarder der Ferienpassaktion noch nicht. Bevor sie ihre ersten Runden auf der Anlage drehen, erklärt „Tomcat“ den Kindern die Ursprünge des Sports. „Die ersten Skateboards wurden von Surfern gebaut“, berichtet er. Einige der Wassersportler schraubten sich kleine Rollen an die Sportgeräte, mit denen sie fortan auch an Land unterwegs sein konnten. „Deshalb waren die ersten Skateboards auch so groß“, erklärt Tom und hält zur Veranschaulichung eine Hand über seinen Kopf. Seit den Anfängen haben sich die Bretter stark verändert. Nicht nur kleiner sind sie inzwischen, auch bei der Herstellung gab es Neuerungen: „Ein Skateboard besteht aus sieben Schichten Ahorn-Holz“, weiß der Profi.
Dann zeigt er den Kindern anschaulich, wie sie gekonnt auf ihr Board hüpfen können. Manuel legt das Brett falsch herum auf den Boden und klemmt seine beiden Füße darunter. Auf ein Kommando geht er tief in die Knie und hüpft kräftig nach oben – dabei dreht er das Brett mit den Fußspitzen herum und landet etwas wacklig auf dem Skateboard. Danach dürfen sich die Kinder erstmals auf einer Rampe ausprobieren und lernen einige kleine Kniffe, die sie in den kommenden Stunden üben.
Manuel hat die Ferienpass-Aktion großen Spaß gemacht. „Aber bis ich so gut fahre wie Tom, muss ich noch viel üben“, räumt er ein. Dann fährt er wieder, steht sicher auf seinem Skateboard und feilt an den neu gelernten Tricks
dst
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