Freisprechungsfreier

„Handwerk hat Zukunft“: Ministerpräsident macht jungen Freisinger Gesellen Mut

+
Besondere Ehrung für die Innungssieger (v. l.): Leon Betz (Zimmerer), Kreishandwerksmeister Martin Reiter, Jakob Wagensonner (Schreiner), Moritz Schranner (Sanitär-, Heizungs- und Klimatechniker), Ministerpräsident Markus Söder, Elvis Atofarati (Fachverkäufer Lebensmittelhandwerk), Handwerkskammer-Präsident Franz Xaver Peteranderl, Burak Sahin (Bäcker), Sebastian Drewitz (Stuckateur) und Leonard Johannes Filipp (Maurer).
  • schließen

Ministerpräsident Markus Söder macht jungen Gesellen in Freising Mut: „Handwerk hat Zukunft“ betonte er. Zugleich appellierte das Handwerk an die Politik.

Zolling – „Sie sind total gefragt.“ Das war doch eine gute Nachricht für die 76 jungen Frauen und Männer, die am Samstag ihre Gesellenbriefe überreicht bekamen. Und das war erst recht deshalb eine gute Nachricht, weil sie doch aus dem Mund des Bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder kam, der zur Freisprechungsfeier der Kreishandwerkerschaft Freising in das Bürgerhaus Zolling gekommen war. Söder hatte noch eine weitere gute Nachricht: „Handwerk hat Zukunft.“

Schwarze Limousinen bei der Auffahrt und zum Einmarsch der Bayerische Defiliermarsch – so stellt man sich die Ankunft eines Ministerpräsidenten vor. Drinnen im Bürgersaal begrüßte Kreishandwerksmeister Martin Reiter aber nicht nur Markus Söder, sondern die geballte politische Prominenz: Staatsminister Florian Herrmann war da, Landrat Helmut Petz sowieso, dazu Landtags- und Bundestagsabgeordnete, Bürgermeister, ja sogar Ex-Wirtschaftsminister Otto Wiesheu und Ex-Bundestagsabgeordneter Franz Obermeier waren gekommen, um dem Handwerk und den frisch gebackenen Gesellen ihre Wertschätzung zu zeigen.

Besondere Ehrung für die Innungssieger (v. l.): Leon Betz (Zimmerer), Kreishandwerksmeister Martin Reiter, Jakob Wagensonner (Schreiner), Moritz Schranner (Sanitär-, Heizungs- und Klimatechniker), Ministerpräsident Markus Söder, Elvis Atofarati (Fachverkäufer Lebensmittelhandwerk), Handwerkskammer-Präsident Franz Xaver Peteranderl, Burak Sahin (Bäcker), Sebastian Drewitz (Stuckateur) und Leonard Johannes Filipp (Maurer).

Da saßen sie also, die 76 Junggesellen, und hörten, wie stolz man auf sie sei, und welch große Leistung sie vollbracht hätten. „Respekt vor Ihrem Durchhaltevermögen“ erwies ihnen Reiter, der dem Ministerpräsidenten, so er es denn wolle, einen Praktikumsplatz bei einem der 3000 Betriebe im Landkreis Freising in Aussicht stellte.

Landrat: „Handwerker sind Mangelware“

Der Präsident der Handwerkskammer für München und Oberbayern, Franz Xaver Peteranderl, wandte sich mit seinen Appellen nicht nur an den Handwerkernachwuchs („Engagieren Sie sich auch in den Verbänden!“), sondern ebenfalls an die Politik: Auch wenn der Freistaat durch die Investitionen in den Ausbau der Berufsbildungszentren viel für den Handwerkernachwuchs tue, so müsse der Mittelstand angesichts der derzeitigen Energiepreise „fair“ behandelt werden. Auf jeden Fall aber gelte: „Das Handwerk bietet hervorragende Aussichten.“

Bevor Landrat Petz den Junggesellen bescheinigte, dass sie gezeigt hätten, etwas auf die Beine stellen zu können, und ihnen versicherte, dass „Handwerker Mangelware sind“, trat Söder an das Rednerpult: Er, dessen Vater Maurermeister mit einem kleinen Betrieb gewesen sei, wisse, dass Selbstständigkeit im Handwerk „nicht einfach“ sei. Er selbst freilich sei deshalb nicht in die Fußstapfen seines Vaters getreten, weil er nach dessen Urteil „zwei linke Hände, aber eine ziemlich große Goschen“ gehabt habe.

Eine Ausbildung ist für den Ministerpräsident gleichwertig zum Studium

Ohne Handwerk, so betonte der Ministerpräsident, gehe gar nichts, ohne Handwerk stehe Bayern wirtschaftlich nicht so gut da. Eine Ausbildung im Handwerk und ein Studium – das sei „gleichwertig“. „Ob Master oder Meister“ sei egal. Und auch deshalb sollte die Meisterausbildung, forderte Söder, genauso kostenfrei sein wie ein Hochschulstudium.

Dann wurde der Nachwuchs (samt den dazugehörigen Obermeistern) einzeln auf die Bühne gerufen, um den Gesellenbrief in Empfang zu nehmen und sich von Markus Söder persönlich gratulieren zu lassen. Eine besondere Auszeichnung erhielten freilich wie immer die Innungssieger: Das war bei den Maurern Leonard Johannes Filipp, bei den Stuckateuren Sebastian Drewitz, bei den Bäckern Bura Sahin, bei den Fachverkäufern im Lebensmittelhandwerk Elvis Atofarati, bei den Anlagenmechanikern Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik Moritz Schranner, bei den Schreinern Jakob Wagensonner und bei den Zimmerern Leon Betz.

(Übrigens: Alles aus der Region gibt‘s jetzt auch in unserem regelmäßigen Freising-Newsletter.)

Und Wagensonner durfte dann im Namen der ehemaligen Lehrlinge seinen Dank an Eltern und Ausbilder aussprechen, bevor Kreishandwerksmeister Martin Reiter ganz offiziell die Freisprechung der Junggehilfen und Junggehilfinnen vollzog. 76 von ihnen sind nun Teil der großen, rund 10 000 Mitglieder zählenden Handwerker-Familie im Landkreis.

Kommentare