Bürgerversammlung

Landrat fordert „saubere Diskussion“ über Zukunft der Kreisklinik Wolfratshausen

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Landrat Josef Niedermaier sprach in der Bürgerversammlung in Wolfratshausen das Thema Kreisklinik an.
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Wie steht‘s um die Zukunft der Kreisklinik in Wolfratshausen? Landrat Niedermaier plädiert für eine „saubere, ehrliche Diskussion“.

Wolfratshausen – Jahr für Jahr rote Zahlen und die Auslastung ist rückläufig: Die von Landrat Josef Niedermaier, in Personalunion Vorsitzender des Aufsichtsrats der Kreisklinik Wolfratshausen, angestoßene Diskussion über das Krankenhaus am Moosbauerweg löste im vergangenen Jahr in der Flößerstadt wie berichtet einen Proteststurm aus. In der Bürgerversammlung in der Loisachhalle plädierte Niedermaier am Dienstagabend erneut für eine „saubere, ehrliche Diskussion“ über die Gesundheitsversorgung im Landkreis.

Landrat fordert „saubere Diskussion“ über Zukunft der Kreisklinik Wolfratshausen

Stand der Dinge: Der Landrat hält es nach wie vor für dringend notwendig, einen „strategischen Partner“ für die Kreisklinik zu finden. Zudem verlangt er von der Geschäftsführung der gemeinnützigen GmbH um Ingo Kühn einen langfristigen Investitionsplan. Der soll eine fundierte Grundlage für die Wirtschaftlichkeitsprognose des Trägers der Einrichtung, der Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen, sein.

Es geht nicht um den Verkauf, nicht um die Schließung.

Landrat Josef Niedermaier

„Es geht nicht um den Verkauf, nicht um die Schließung“, betonte Niedermaier vor gut 150 Wolfratshausern, die die Bürgerversammlung besuchten, mit Nachdruck. „Aber wir brauchen ein Zukunftskonzept.“ Der Landrat appellierte „an die Politik in Wolfratshausen und im Nordlandkreis“, sich einer sachlichen und konstruktiven Lösungsfindung nicht zu verschließen.

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Niedermaier stellte fest, dass „das Gesundheitswesen komplett im Umbruch ist“. Rechtliche Bestimmungen und qualitative Anforderungen an Kliniken würden zunehmen, auf der anderen Seite werde die Finanzierung von sogenannten Alleinkrankenhäusern wie der Kreisklinik immer schwieriger. Und auch wenn es viele nicht hören wollten: „Es gibt eine Überversorgung mit Krankenhausbetten“, Bayern weise neben Nordrhein-Westfalen die höchste Krankenhausdichte in Deutschland auf.

„Die Politik zwingt zu Kooperationen“, so Niedermaier. Nur weil sich die Klinik in der Loisachstadt spezialisiert habe – der Landrat nannte als Beispiel die „Weaning“-Abteilung, in der Patienten, die längere Zeit künstlich beatmet worden sind, vom Beatmungsgerät entwöhnt werden – sei sie „einigermaßen wirtschaftlich“. Würden die Patientenzahlen signifikant einbrechen, gerate die Bilanz in Schieflage.

Wolfratshausen: Landkreis will Wohnraum für Klinik-Mitarbeiter schaffen

„Wir müssen immer einen neuen Weg suchen“, sagte Niedermaier, „sonst enden wir in einer Sackgasse.“ Dass der Landkreis zu der Kreisklinik stehe, belege nicht zuletzt die Tatsache, dass derzeit versucht werde, Wohnungen fürs Krankenhauspersonal in der Loisachstadt zu bauen. Es gebe Gespräche mit der Baugenossenschaft Wolfratshausen – aber es sei auch nicht ausgeschlossen, dass der Landkreis als Bauherr auftrete. „Wir würden das ja nicht machen, wenn wir die Klinik schließen wollen“, gab Niedermaier zu bedenken. Schlusswort Bürgermeister Klaus Heilinglechner: „Wir brauchen die Kreisklinik, wir müssen uns da gut aufstellen.“ (cce)

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