Kreisausschuss einigt sich auf endgültige Variante

Landratsamt: Neubau signalisiert Offenheit

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Offen und einladend, so soll sich der Landratsamts-Komplex später präsentieren. Vor dem Z-förmigen Ersatzbau sind die bestehenden Hauptgebäude zu sehen, die beiden Häuser hinten links beherbergen die Wohnungen.
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Die Planungen für den Ersatzbau des Landratsamts kommen voran. Es bleibt bei der Z-Variante. Sie nimmt städtebaulich am meisten Rücksicht auf die bestehenden Gebäude.

Miesbach – Zwei Ideen hatten 2018 beim Architektenwettbewerb das Preisgericht überzeugt: die z-förmige Variante des Münchner Architekturbüros Ludwig Karl und die c-förmige Variante des Stuttgarter Architekturbüros Wittfoht. Jetzt, da der Flächenbedarf präzise ermittelt ist und die Gebäude somit auch realistisch abgebildet werden können, hatte der Kreisausschuss endgültig über die Form zu bestimmen. Das Gremium folgte einhellig der Empfehlung der Verwaltung, die Z-Variante weiterzuverfolgen.

Ausschlaggebend für die Entscheidung waren vor allem die offene, einladende Form und der Abstand zu den Bestandsgebäuden an der Rosenheimer Straße. Überdies kann in dem Ersatzbau mit drei Obergeschossen das erweiterte Raumprogramm ohne Abstriche umgesetzt werden. Inzwischen benötigt das Landratsamt mehr Bürofläche als erwartet. Der Bedarf an Arbeitsplätzen ist von anfangs 346 auf inzwischen 378 gestiegen.

Riezlerstraße muss verlegt werden

Nachteil der Variante: Der Wohnungsbau im Norden rückt auf ein Minimum zusammen. Überdies muss die Riezlerstraße verlegt werden. „Wir haben aber bei beiden Varianten große bauliche Eingriffe, sodass die Straße anschließend so oder so wieder hergestellt werden müsste“, betonte Kreiskämmerer Gerhard de Biasio.

Auch der Denkmalpfleger des Landkreises, Architekt Christian Boiger aus Holzkirchen, gab in der Sitzung seine Einschätzung ab. Er plädierte ebenfalls für die Z-Variante. „Wir haben hier auf einem begrenzten Grundstück eine massive Bebauung“, sagte er. „Diese Variante verströmt trotzdem eine gewisse Leichtigkeit.“ Die Form, die den Blick auf den Innenhof mit seiner prägenden Buche freigibt, signalisiere Offenheit und nehme auf den Bestand am meisten Rücksicht.

Miesbachs scheidende Bürgermeister Ingrid Pongratz (CSU) rief ihre Kollegen und die Verwaltung dazu auf, in enger Abstimmung mit der Stadt zu bleiben. „Wir brauchen einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan, das wird ein langwieriges Verfahren“, dämpfte sie Erwartungen auf einen nun raschen Baubeginn. Deshalb sei es „gut, dass es weitergeht“.

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SPD-Kreisrat kritisiert den Architekten

Pongratz’ Stellvertreter Paul Fertl (SPD), der die Bürgermeisterin auch in der Arbeitsgruppe für den Ersatzbau vertreten hatte, sprach bei der Z-Variante vom „eindeutig besseren Vorschlag“. Er kritisierte aber, dass das Verfahren bislang mit Mängeln behaftet gewesen sei. So habe beispielsweise das Raumprogramm nicht gestimmt, bei der Statik seien Nachbesserungen erforderlich geworden, und die natürliche Ausleuchtung der Wohnungen sei anfangs nicht gut durchdacht gewesen. „Es empfiehlt sich, im weiteren Verlauf genau hinzuschauen, was abgegeben wird“, mahnte er. „Wenn der Siegerentwurf städtebaulich auch in Ordnung war, so war er in den Details zum Teil doch mangelhaft.“

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