VonChristian Masengarbschließen
Jeder dritte Angestellte des Landratsamts Miesbach geht bis zum Jahr 2032 in Ruhestand, gleichzeitig wächst die Zahl der Leistungsempfänger.
Landkreis – Nachdem Studien dem öffentlichen Dienst bis zum Jahr 2030 rund eine dreiviertel Million fehlende Beschäftigte und damit schwerwiegende Personalprobleme vorhergesagt haben, hat sich nun das Landratsamt auf Nachfrage zu seiner Personallage geäußert. Diese sei „ziemlich herausfordernd“, sagt Personalleiterin Sabrina Cecco-Stark. Hauptgründe dafür seien der Fachkräftemangel und der demografische Wandel. Viele Beschäftigte scheiden in den Ruhestand aus, während zu wenig jüngere Kollegen nachrücken. Gleichzeitig gebe es mehr zu tun. Cecco-Stark ist indes zuversichtlich, die Herausforderungen zu meistern.
Landratsamt Miesbach: „Ziemlich herausfordernde“ Personalsituation
Zunächst die Ausgangslage: Zum letzten Stichtag Ende Juni beschäftigte das Landratsamt 421 Angestellte – etwas mehr als ein Jahr zuvor (413). Derzeit ist rund jede zehnte Stelle unbesetzt.
Nun sieht Cecco-Stark zwei Herausforderungen auf das Landratsamt zukommen: Über die nächsten zehn Jahre gehe jeder dritte Mitarbeiter in den Ruhestand. Dadurch fällt viel Personal weg. Gleichzeitig – eine Folge der alternden Gesellschaft – kommen weniger junge Menschen in den Arbeitsmarkt nach als ältere wegfallen. Das daraus entstehende Missverhältnis bildet die erste Herausforderung – viele Betriebe teilen sie.
Herausforderung zwei betrifft die Behörde spezifisch: Sie muss parallel zur schwierigen Personallage mehr Arbeit bewältigen, was das Missverhältnis vergrößert. Während der Corona- und Ukraine-Krisen ließen noch viele Angestellte eigene Aufgaben liegen, um stärker geforderte Bereiche zu unterstützen. Dies sei aber kein dauerhaft tragfähiges Konzept, sagt Cecco-Stark. Die Zahl der Leistungsbezieher nach den Sozialgesetzbüchern habe sich im Landkreis durch die geflüchteten Ukrainer zwischen Februar und Juli verdoppelt. Jedem müsse klar sein, dass dies mehr Personal erfordere.
Das Missverhältnis trifft manche Stellen stärker als andere: Die Organisationseinheit „Mobilitätsentwicklung“ habe die Behörde in kürzester Zeit mit fünf qualifizierten und motivierten Mitarbeitenden besetzt, sagt die Personalleiterin. Im sozialen Bereich – Ausländer, Soziales, Jugend, Gesundheit – sowie in technischen Berufen wie Hochbau und Architektur sei die Suche aber wegen der großen Konkurrenz am Arbeitsmarkt oft schwieriger.
Was kann das Landratsamt tun, um trotz Missverhältnis alle Stellen zu besetzen? Cecco-Stark verweist auf den anstehenden Gebäudeneubau, Digitalisierungsinitiative sowie Fortbildungs-, Quereinstiegs- und Ausstiegsangebote. Sie sollen die Behörde als Arbeitgeber attraktiver machen. „Bei uns rührt sich was“, sagt die Personalleiterin.
