Stimmkreis Weilheim

Landtagskandidat Dominik Streit im Porträt: „Die SPD war schon immer meine Partei“

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Dominik Streit will für die SPD im zweiten Anlauf in den Landtag einziehen.
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In einer Serie zur Landtagswahl stellen wir alle Direktkandidaten aus dem Stimmkreis Weilheim vor. Heute: Dominik Streit aus Peiting, der für die SPD kandidiert.

Peiting – An die letzte Landtagswahl 2018 hat man bei der SPD keine guten Erinnerungen. Gerade einmal knapp sieben Prozent der Wähler machten damals im Stimmkreis Weilheim ihr Kreuz beim Direktkandidaten der Sozialdemokraten – ein historisch schlechtes Ergebnis. Fünf Jahre später heißt der Hoffnungsträger der Partei im Wahlkampf wie damals erneut Dominik Streit. Dass die SPD, die 2018 nicht nur hierzulande, sondern in ganz Bayern ein Debakel erlebte und unter zehn Prozent blieb, an ihrem Kandidaten festhält, zeigt Vertrauen.

Streit selbst hat die Niederlage längst abgehakt, auch wenn das Ergebnis ihn damals schon getroffen habe, wie der 40-Jährige einräumt. Die Aufgabe, sie ist fünf Jahre später nicht einfacher geworden. An den Wahl-Infoständen bekommt Streit den Ärger über die Politik der Ampel in Berlin zu spüren. Dann versucht er die Menschen zu überzeugen, dass längst nicht alles so schlecht sei, wie es von anderen Parteien gemacht werde. „Man ist da oft Prellbock für alles, was falsch läuft in der Politik.“ Zudem gehe es ja eigentlich bei der Wahl um die Frage, was könne man im Land tun, um die Situation der Menschen vor Ort zu verbessern, betont Streit.

„Das Leben muss bezahlbar bleiben“

Und da gibt es aus seiner Sicht allerhand, was unter der aktuellen Regierung schief läuft im Freistaat. Der Bereich Wohnen beispielsweise, der schon 2018 Wahlkampfthema gewesen sei. „Die Situation ist seitdem noch prekärer geworden.“ Es fehle an bezahlbarem Wohnraum gerade in absoluten Zuzugsgebieten, zu denen auch die Region gehöre. Es müsse deshalb mehr investiert werden in genossenschaftlichen Wohnungsbau, das sei auch eine soziale Frage. „Das Leben muss bezahlbar bleiben.“

Auch beim Thema Mobilität liegt laut Streit vieles im Argen. „Wenn ich für den Wahlkampf auf Bus und Bahn angewiesen wäre, müsste mein Tag doppelt so lang sein.“ Als Pendler, der in München arbeitet und mit dem Zug fährt, weiß der 40-Jährige aus eigener leidvoller Erfahrung, wovon er spricht. Erst recht, seit Streit vor einem Jahr mit seinem Mann von Weilheim in dessen Elternhaus nach Peiting gezogen ist und die Wege weiter geworden sind.

Streit selbst ist in Starnberg geboren und in Oberbrunn bei Gauting aufgewachsen. Bereits seit 2007 gehört er der SPD an, die „schon immer gefühlt meine Partei“ gewesen sei, wie er sagt. Politisch aktiv wurde Streit jedoch erst nach seinem Umzug nach Weilheim 2012, wo er sich dem Ortsverein anschloss. Sieben Jahre war er dessen Chef, seit 2016 führt Streit den Kreisverband, fast ebenso lang sitzt er mittlerweile im Vorstand der Oberbayern-SPD. Das zahlt sich aus: Sein Engagement bescherte ihm mit Rang sieben einen durchaus aussichtsreichen Listenplatz.

Beruflich wollte Streit eigentlich einmal Lehrer werden, studierte Germanistik, Politikwissenschaften und Soziologie. Doch nach dem ersten Staatsexamen und der Doktorarbeit entschied er sich für einen anderen Karriereweg. Heute arbeitet er im Beschwerdemanagement bei einer Münchner Bank. „Als Geisteswissenschaftler ist man ja flexibel“, erklärt er schmunzelnd.

Streit will Wählern ein gutes Angebot machen

Kein Wunder also, dass Streit angesichts seines Werdegangs das Thema Bildung ebenfalls am Herzen liegt. Optimierungsbedarf gebe es da genug, findet er. Die Lehrer-Bedarfsplanung sei seit Jahren eine Katastrophe. Jahr für Jahr gebe es zudem viele Schüler, die ohne Abschluss dastünden. „Das ist traurig für das Bildungsland Bayern.“ Angesichts des Fachkräftemangels könne man sich nicht leisten, auch nur einen einzigen Menschen auf dem Bildungsweg zu verlieren.

Streit diskutiert gern, die politische Arbeit macht ihm Spaß. Er ist dabei aber keiner, der laut wird, um sich Gehör zu verschaffen. Mit der Bierzelt-Mentalität manch anderer Politiker kann er wenig anfangen. Zuspitzen sei im Wahlkampf in Ordnung. Aber man müsse sehen, wo die Grenze liege. Diese sei in letzter Zeit von einigen überschritten worden, kritisiert er. Die populistische Art und Weise, wie andere Parteien auf Stimmenfang gehen, macht dem 40-Jährigen Sorgen. Umso wichtiger sei es den Wählern, ein gutes Angebot zu machen, betont er. Ob das gelingt, wird sich am 8. Oktober zeigen.

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