VonFranziska Seligerschließen
In einer Serie zur Landtagswahl stellen wir alle Direktkandidaten aus dem Stimmkreis Weilheim vor. Heute: Wolfgang Seitz aus Penzberg , der für Die Basis kandidiert.
Penzberg – Es war die Corona-Pandemie oder genauer gesagt waren es die Corona-Maßnahmen, die Wolfgang Seitz vor rund zwei Jahren zur Basis gebracht haben. Ihn haben die Freiheitsbeschränkungen gestört, die im Zuge der Pandemie ausgerufen worden waren, erinnert sich der 69-Jährige. Zumal er nach über 30-jähriger Tätigkeit als Medizintechniker einen anderem Blickwinkel auf das Gesundheitssystem habe und auch über ein gewisses Wissen im Bezug auf Viren verfüge. Angesichts des Umgangs der Politik mit der Pandemie habe er einfach das Vertrauen in die Politiker verloren, sagt Seitz.
„Mir hat der Zusammenhalt bei der Basis gefallen.“
Außerdem: „Mir hat der Zusammenhalt bei der Basis gefallen.“ Im Juli 2021 sei er Mitglied im Kreisverband Weilheim-Schongau-Garmisch geworden und derzeit hier auch als stellvertretender Schatzmeister tätig. Der Kreisverband der Basisdemokratischen Partei Deutschlands – so der volle Name der Partei, die 2020 gegründet wurde – verfügt laut Seitz derzeit über rund 140 Mitglieder. Ihr oberstes Ziel und damit auch das von Wolfgang Seitz als Landtagskandidat der Basis: „Wir wollen eine Basisdemokratie einführen“, erläutert der gebürtige Kieler, der seit rund 23 Jahren in Penzberg lebt und vom Kreisverband gefragt worden war, ob er sich nicht als ihr Landtagskandidat wolle aufstellen lassen. Und Seitz wollte.
Rentner kickt in der AH-Mannschaft des ESV Penzberg
Dabei ist der Rentner, der aus reinem Spaß immer noch hin und wieder bei der AH-Mannschaft des ESV Penzberg kickt, politisch nicht besonders erfahren, wie er einräumt. Und schon einmal für ein politisches Amt kandidiert habe er auch nicht. Lediglich bei der Gewerkschaft Verdi sei er seit vielen Jahren dabei. Und in den 1980er Jahren sei er mal für einige Zeit bei den Grünen engagiert gewesen. „Aber da waren die noch eine andere Partei.“ Seitdem war‘s das mit der Politik. Sein politisches Engagement tauschte Seitz in den Folgejahren gegen die Musik. Der Vater eines mittlerweile erwachsenen Sohnes betätigte sich in seiner Freizeit als Liedermacher und gründete 2009 in Penzberg sogar eine eigene Band. Ihr Name: „Die Lohnsklaven.“ „Aber die ist mit Corona gestorben.“
Viel mehr müssten die Bürger mitreden können im Land
Sollte er für seine Partei nach der Wahl in den bayerischen Landtag einziehen: „Dann will ich mehr Demokratie zurück haben“, sagt Seitz. Viel mehr müssten die Bürger mitreden können im Land. Und viel mehr selbst bestimmen können. Einen Impfzwang etwa dürfe es überhaupt nie geben, betont Seitz. Außerdem werde er sich für eine Reform des Gesundheitswesens einsetzen. Seine Überzeugung: „Wir müssen weg kommen von den Fallpauschalen.“ In allen Krankenhäusern müsse es eine Notfallversorgung geben und in allen eine Geburtsstation – beides seien aber medizinische Bereiche, die im jetzigen System ein Minus erwirtschaftet. „Und deshalb werden sie abgeschafft.“
Lieber Fahrrad als Auto
Doch seine persönlichen Chancen, als Direktkandidat einen Sitz im Landtag zu bekommen, schätzt Seitz nicht besonders hoch ein. Die Basis könnte aber durchaus in den Landtag einziehen, vermutet er. Sollte er aber in den Landtag gewählt werden, will Seitz in Penzberg wohnen bleiben. Hier haben er und seine Frau ein Haus gebaut, und hier fährt er gerne möglichst viele Strecken mit seinem Fahrrad statt mit dem Auto. Außerdem bliebe er so näher an seinem Stimmkreis.
