AfD-Landtagskandidat für Weilheim

Benjamin Nolte nominiert: AfD-Rechtsaußen will für Weilheim in den Landtag

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Kreisvorsitzende Gerrit Huy mit den Landtags- und Bezirkstagskandidaten Benjamin Nolte (l.) und Rainer Groß.
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Der Münchner Benjamin Nolte konnte sich als Landtagskandidat für die AfD im Stimmkreis Weilheim durchsetzen. Die Partei hatte ihn schon einmal aus dem Bayern-Vorstand geworfen.

Landkreis – Ein regelrechtes Gedränge hat es bei der Landtagskandidatur der AfD im Stimmkreis Weilheim, zu dem auch der nördliche Landkreis Garmisch-Partenkirchen gehört, gegeben: Laut der Kreisvorsitzenden und Bundestagsabgeordneten Gerrit Huy waren es gleich sechs Bewerber. Drei kamen in die engere Wahl und durften sich bei der Aufstellungsversammlung präsentieren, bei der sich letztlich Benjamin Nolte mit großer Mehrheit durchsetzte.

„Wir hätten natürlich gerne einen regionalen Kandidaten gehabt, aber es hatte sich erst einen Tag vor der Versammlung ein Interessent gemeldet, das war zu spät“, sagt Huy. Mit der Wahl von Nolte (41), dem Vize-Vorsitzenden des Kreisverbands München-Nord, ist sie aber sehr zufrieden: „Er sitzt im Landesvorstand, ist schon seit 2013 in der AfD dabei und arbeitet als Ingenieur in leitender Funktion in einer Münchner Firma“, sagt Huy. Und fügt hinzu: „Er ist älter geworden und weiß sich zu benehmen.“

Nolte war Mitglied in als teilweise rechtsextrem eingestuften Burschenschaft

Damit spielt sie auf Noltes Vergangenheit an, die reich ist an Skandalen. 2014 wurde Nolte zum Vize-Vorsitzenden der Jungen Alternative gewählt, der Nachwuchsorganisation der AfD, musste aber schon bald darauf von seinem Posten zurücktreten – weil er Mitglied in der als teilweise rechtsextrem eingestuften Münchner Burschenschaft Danubia war und wegen eines länger zurückliegenden Vorfalls, bei dem Nolte auf einem Treffen studentischer Burschenschaften dem Bekannten eines schwarzen Studenten eine Banane überreicht hatte. Seitdem hat er den inoffiziellen Spitznamen „Bananen-Nolte“.

2018 wurde Nolte für die Regensburger AfD als Landtagskandidat nominiert und verpasste den Sprung ins Maximilianeum nur knapp. Da war er schon Mitglied im Landesvorstand, wurde allerdings ein Jahr später rausgeworfen, weil er gefordert hatte, die Unvereinbarkeitsliste abzuschaffen – auf der stehen Organisation und Vereine, deren Mitgliedschaft selbst für AfD-Mitglieder tabu ist, weil sie zu extremistisch sind. „Das Herz des Flügels schlägt im Süden“, wurde Nolte im Mai 2019 bei einer Veranstaltung mit AfD-Frontmann Björn Höcke zitiert, mittlerweile hat sich die rechte Parteiströmung aufgelöst. Auch sang Nolte die erste Strophe des Deutschlandlieds, was nicht verboten, aber verpönt ist.

Nolte: „Freue mich, Kampf für Erhalt unserer Heimat aufzunehmen“

Vor einem Jahr wurde Nolte aber wieder in den Landesvorstand gewählt, wo er als Beisitzer mit dem Münchner Rainer Groß (Schatzmeister) zusammenarbeitet, der ihm bei der Landtagskandidatur in Weilheim unterlegen war und nun stattdessen für den Bezirkstag kandidiert, wo er bereits seit 2018 sitzt.

Weilheim sehen die prominenten AfD-Mitglieder offenbar als gute Basis für den Sprung in den Landtag. Nolte: „Ich freue mich darauf, mit Ihnen gemeinsam den Kampf für den Erhalt unserer Heimat und unserer Freiheit aufzunehmen.“

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