Serie zur Landtagswahl: 30 Minuten mit...

Mut für neue Ansätze

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Landtagskandidat Tim King von mut (l.) im Gespräch mit dem Starnberger Stadtrat Anton Summer.
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Wir begleiten die Landtagskandidaten unseres Stimmkreises bei ihrem Wahlkampf – eine halbe Stunde, die Aktion schlägt der Politiker vor. Heute: Tim King (mut) beim Wahlkampf auf der Straße.

Starnberg – Tim King (49) sitzt zurzeit viel an Stammtischen. Dort erklärt der Landtagskandidat Interessierten, was denn diese mut-Partei ist und warum sie besser sein soll als die Grünen. An diesem Nachmittag steht der Rechtsanwalt aus München aber auf Starnbergs Einkaufsstraße und hat ein Problem: Die Menschen sitzen nicht an einem Tisch, sondern laufen einfach weiter. Austritt von Claudia Stamm (Tochter von Landtagspräsidentin Barbara Stamm) bei den Grünen, Neugründung der mut-Partei Mitte 2017, die Inhalte...King braucht ein wenig, um seine Ansätze erklären zu können. Die meisten Passanten widmen ihm ihre Aufmerksamkeit nur für Sekundenzahlen im niedrigen einstelligen Bereich. „Ich bin nicht der Straßenwahlkämpfer“, sagt King. „Da bin ich noch am Üben.“

Er spricht ruhig mit den Menschen, die leise Stimme könnte Vertrauen schaffen – wenn die Menschen auf der Straße denn bereit sind, sich etwas über eine neugegründete Partei anzuhören. Der 18-Jährige aus Starnberg vor einem Geschäft an der Maximilianstraße ist so einer, King spricht ihn an. „Mit der Wahl hatte ich noch nichts zu tun“, sagt der Erstwähler und nimmt den mut-Flyer. „Ich lese es mir gerne mal durch.“ In jedem Fall solle er wählen gehen, bittet King.

„Es gibt die Chance, etwas Neues anzuleiern.“

Sein Hauptthema ist die Wohnungspolitik. „Ich spüre soziales Ungleichgewicht am Leib meiner Klienten“, sagt der Rechtsanwalt. „Und währenddessen wissen andere nicht, wohin mit ihrem Geld.“ Manchmal kommt man sich vor, als höre man einem Grünen-Politiker zu. „Denen fällt dazu aber relativ wenig ein“, betont King. Der Münchner sieht die Grünen Idealisten mit den Konservativen kuscheln. „Sie schielen auf eine Koalition mit der CSU.“

Eine Ecke weiter kommt King ins Gespräch mit Stadtrat Anton Summer vom Bündnis Mitte Starnberg. King kommt auf sein Top-Thema Wohnungspolitik zu sprechen. „Grüne und SPD haben weitestgehend Einigkeit – aber was ist in den vergangenen 30 Jahren vorangegangen?“ Daher komme die Politikverdrossenheit, sagte Summer. „Genau deshalb machen wir was“, betonte King. „Mutig, mutig, gegen die abstürzende CSU gibt es Chancen“, sagte Summer dann noch. „Das denken wir auch“, sagte King. „Es gibt die Chance, etwas Neues anzuleiern.“

Zuerst war da der Kopf, Claudia Stamm

Beim Weggehen sinniert King über die Chancen bei der Landtagswahl. „Wir haben keine Chance, sind aber fest entschlossen, sie zu nutzen.“ Von den kleinen Parteien sei mut eine von dreien, die bayernweit antreten könnten. „Wir versuchen, frischen Wind in den Landtag zu bringen.“ Das Problem: Die mut-Partei kennt kaum jemand. Die Chance: Die mut-Partei kennt kaum jemand. Manche Menschen auf der Straße kann King zumindest überzeugen, sich mal den Flyer anzusehen. Bei Infoständen sei es leichter, über die mut-Partei zu informieren, sagt King. 

„Wer sich da ansprechen lässt, hat mehr Zeit. Wenn die Menschen dann merken, dass wir keine etablierte Partei sind, schauen sich viele unser Programm gerne an.“ Ein Problem stellt King bei seiner jungen Partei fest: „Wir sind von oben nach unten entstanden.“ Zuerst war da der Kopf, Claudia Stamm, bis heute Zugpferd. „Der Unterbau fehlt ein bisschen.“ Man müsse weitere Ortsvereine gründen und sich so in der Kommunalpolitik verwurzeln.

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