Gemeinde sucht neuen Betreiber

„Eklatante Verstöße“: Plötzliches Aus für China-Restaurant nach Lebensmittelkontrolle

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Dauerhaft geschlossen: Das China Restaurant an der Würm ist seit Februar zu, nachdem Lebensmittelkontrolleure des Landratsamtes vor Ort waren. Zum 30. Juni hat der Inhaber bei der Stadt den Pachtvertrag gekündigt.
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Das China Restaurant an der Würm hat schon seit Februar zu. Jetzt sucht die Gemeinde kurzfristig jemanden für den Kioskbetrieb in der Freibadsaison.

Gauting – Das China-Restaurant an der Würm hatte seine Fans. An den Autokennzeichen auf dem Parkplatz ließ sich leicht erkennen, dass die Gäste teils von weit herkamen, um sich am Reismühler Weg die China-Town Reisbandnudeln und anderes schmecken zu lassen. Dann, im Winter, war aber plötzlich zu. Nur ein Zettel gab Auskunft: „Wegen technischen Defekts ist das Restaurant derzeit nicht geöffnet.“ Und seit ein paar Tagen steht ein Umzugswagen vor der Tür. Rund um den Reismühler Weg und in ganz Gauting stellt man sich die Frage: War es das?

Plötzliches Aus für China-Restaurant: Lebensmittelkontrolle der Grund

Es scheint so. In der jüngsten Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses erklärte Vizebürgermeister Dr. Jürgen Sklarek: „Der Pächter hat zum 30. Juni gekündigt.“ Wie es mit dem Restaurant weitergeht, ist offen, erst muss der bauliche Zustand inklusive Brandschutz überprüft werden. Das dürfte etwas Zeit in Anspruch nehmen. Ein gewisser Druck herrscht hingegen beim Kiosk für das Sommerbad, den das China-Restaurant mit betrieben hat. Nicht alle waren zufrieden mit dem damit, aber immerhin, es gab einen. Die Saison im Sommerbad beginnt am 17. Mai, also in gut einem Monat.

Warum das Restaurant im Winter Knall auf Fall zumachte, erklärt das Landratsamt auf Nachfrage des Starnberger Merkur. „Mitte Februar ist eine Lebensmittelkontrolle durchgeführt worden“, teilt Sprecher Stefan Diebl mit. „Es zeigte sich dabei eine nicht unerhebliche Anzahl von eklatanten lebensmittelrechtlichen Verstößen, insbesondere Mängel bei der Betriebshygiene sowie Reinigungsmängel in allen Bereichen der Gaststätte, sowie Missstände in weiteren Bereichen.“

Die Zustände waren offenbar nicht haltbar. Die Behörde schreibt weiter: „Ein ordnungsgemäßer Betrieb war auf Basis der vorgefundenen Situation und im Hinblick auf den Verbraucherschutz so nicht weiter möglich. Vor diesem Hintergrund mussten wir den Betrieb bis zur Behebung der Mängel untersagen.“ Eine solche Anordnung gebe dem Betreiber in der Regel die Möglichkeit, binnen kurzer Zeit die Mängel zu beheben und den Betrieb wieder aufzunehmen. Dazu ist es aber nicht gekommen. Statt dessen zog es der Betreiber offenbar vor, den Vertrag zu kündigen. Der Starnberger Merkur hat ihn für eine Stellungnahme nicht erreicht.

Gemeinde sucht neuen Betreiber für Kiosk

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Nun tut die Gemeinde ihr Möglichstes, für die Zeit ab 17. Mai – dem Beginn der Pfingstferien – eine Lösung zu finden. „Wir sind in Gesprächen“, sagt die Pressesprecherin der Gemeinde, Charlotte Jans. Es sei klar, dass ein Kiosk zu einem Freibad einfach dazu gehöre. Schon in der Jahresversammlung des Fördervereins Sommerbad Ende März hatte, war die Frage nach der Zukunft des Kiosk aufgekommen. „Da stehen die Leute Schlange, das ist eine Goldgrube“, sagt der Schatzmeister des Vereins, Franz Jaquet. Freunde asiatischen Essens müssen derweil nicht darben: Seit einiger Zeit gibt es das Restaurant Havy an der Münchener Straße.

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