Die Wolfratshauser Kreisklinik muss sich für die Unfall- und orthopädische Chirurgie einen neuen Leiter suchen: Dr. Harald Rieger wechselt nach Bad Tölz.
Bad Tölz/Wolfratshausen – Dr. Harald Rieger, Leiter der Unfall- und orthopädischen Chirurgie, wird die Wolfratshauser Kreisklinik nach gut zehn Jahren auf eigenen Wunsch hin verlassen. Ihm habe sich „kurzfristig eine neue, sehr reizvolle berufliche Chance“ geboten, sagt der 52-Jährige auf unsere Anfrage und verrät auch, wohin er wechselt: Er wird zum 1. Mai Sektionsleiter für die Unfallchirurgie in der Asklepios-Stadtklinik in Bad Tölz – ein Job, der dem Geretsrieder „ein etwas anderes Spektrum und mehr Manpower“ bietet. Der 52-Jährige betont, dass er Wolfratshausen durchaus mit einem weinenden Auge verlässt. „Ich habe dort gerne und mit viel Herzblut gearbeitet.“
Rieger kam im Jahr 2007 an den Moosbauerweg. Damals, nach der Entlassung von Prof. Matthias Richter-Turtur, hatte die Berufsgenossenschaft der Kreisklinik die Zulassung entzogen, Patienten nach Arbeitsunfällen weitergehend – also stationär beziehungsweise längerfristig ambulant – zu behandeln. Fortan durften die Ärzte nur noch die Erstversorgung der Patienten übernehmen. Mit Richter-Turtur nämlich hatte das Haus den einzigen Facharzt für Unfallchirurgie und damit den sogenannten Durchgangsarzt verloren. Nur letzterer darf Arbeitsunfälle nach einem vorgeschriebenen Verfahren medizinisch dauerhaft betreuen. Mit der Verpflichtung Riegers war das Problem gelöst.
Gemeinsam mit der Klinikleitung entwickelte und installierte der Geretsrieder – er ist Orthopäde, spezialisierter Unfallchirurg, Fußchirurg und Sportmediziner – zudem eine höchst erfolgreiche Veranstaltungsreihe. Regelmäßig hielten er und Kollegen in den Geretsrieder Ratsstuben oder im Casino der Klinik Vorträge zu speziellen orthopädischen Themenbereichen, informierten über neue Untersuchungs- und Behandlungsmethoden.
Hubertus Hollmann bedauert „sehr, dass Herr Dr. Rieger unser Haus verlässt“. Mit ihm verliere die Kreisklinik einen „fachlich sehr versierten und engagierten Arzt“. Anfang März hatte Rieger den Geschäftsführer der Kreisklinik mit der Mitteilung „überrascht, eine neue berufliche Herausforderung gefunden zu haben“. Damit habe er, Hollmann, nicht gerechnet, „und wenn gute Leute gehen, ist das immer sehr schmerzhaft“.
Nichtsdestotrotz ist die Suche nach einem Nachfolger mittlerweile in vollem Gange. Die Gespräche mit Kandidaten seien in einem fortgeschrittenen Stadium“, verrät Hollmann, „und auch wenn ich noch keine Namen nennen kann, bin ich zuversichtlich, dass wir bald einen Nachfolger präsentieren können.“ Denn eins sei klar, betont der Geschäftsführer, „eine lückenlose chirurgische Versorgung in unserem Haus hat für uns jetzt oberste Priorität“.
peb
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