VonVeronika Ahn-Tauchnitzschließen
Die Lenggrieser Klinik ist seit August geschlossen. Eine Wiedereröffnung wird für April avisiert. „Die Motivation ist da, etwas tolles Neues zu schaffen“, sagt der neue Geschäftsführer.
Lenggries – Neues Jahr, neuer Name – und hoffentlich demnächst auch ein Neuanfang: Die seit Ende August 2023 geschlossene Lenggrieser Fachklinik und die nach einem Wasserschaden gerade wiedereröffnete Schwesterklinik in Bruckmühl laufen nun unter dem Namen „GRO – Geriatrische Rehabilitation Oberbayern“. Der neue Geschäftsführer Jens Brockmann stellt für den Standort Lenggries die Wiedereröffnung für April in Aussicht. Die Vorbereitungen für die Beantragung einer neuen Betriebserlaubnis laufen. „Und für mich ist es keine Frage, dass wir die Erlaubnis auch bekommen“, sagt Brockmann.
Reha-Betten wichtig für die Region
Gespräche mit allen Beteiligten finden an Runden Tischen statt. Alle zögen an einem Strang. „Landratsamt, Ministerium, Krankenkassen, Region und wir – alle sind auf einer Seite.“ Allen sei klar, wie wichtig die 60 Reha-Betten für die Region sind. „Die Motivation ist da, etwas tolles Neues zu schaffen“, sagt Brockmann. Ziel sei, „so schnell wie möglich wieder zu eröffnen“. Dabei sei es ihm wichtig, „absolut transparent zu arbeiten. Wir haben keine Geheimnisse“.
Neuer Geschäftsführer: „Wir haben keine Geheimnisse“
Etwas anderes als ein kompletter Neuanfang bleibt für die Lenggrieser Klinik auch nicht, denn das Landratsamt hatte die Betriebserlaubnis im August 2023 widerrufen. Unter anderem seien zum Beispiel wiederholt pflegerische Mängel, Unstimmigkeiten in Dienstplänen und falsche Insulingaben festgestellt worden, berichtete die Behörde seinerzeit. Dem Betreiber sei „nach intensiver Recherche“ die Zuverlässigkeit abgesprochen“ worden. Ein sofortiger Aufnahmestopp war die Konsequenz, wenig später erfolgte die Schließung der Klinik. Unabhängig vom verwaltungsrechtlichen Verfahren des Landratsamts waren bereits im Mai 2023 Ermittlungen der Kripo und der Staatsanwaltschaft München II gegen drei Beschuldigte in Leitungsfunktion eingeleitet worden. Dabei geht es um den „Verdacht der vorsätzlichen Körperverletzung aufgrund pflegerischer Missstände“.
Staatsanwaltschaft: Ermittlungen dauern noch an
Ende Juni gab es Durchsuchungen in der Klinik und an den Privatadressen der Beschuldigten. Da die Ermittlungen laut Staatsanwaltschaft weiterhin andauern, gebe es derzeit keine weiteren Auskünfte dazu, so eine Sprecherin.
Weniger heftig traf es die Schwesterklinik in Bruckmühl, die unter derselben Leitung stand. Dort gab es zwar auch einen behördlich angeordneten Aufnahmestopp, die Betriebserlaubnis blieb aber unangetastet. Nach einem Wasserschaden habe man aber erst einmal umfangreich sanieren müssen, sagt Brockmann. „Seit ein paar Tagen werden die ersten Patienten wieder aufgenommen.“
Fachkräfte werden dringend gesucht
Als Brockmann das Ruder Ende August übernahm, war es sein Ansatz, trotz der Schließung der Lenggrieser Klinik, möglichst viele Mitarbeitende zu halten. „Ein paar haben gekündigt, der große Stamm ist aber noch da“, sagt er. Allerdings habe man bei einigen feststellen müssen, dass sie nicht über ausreichende Deutschkenntnisse verfügen. „Das ist in der Patientenversorgung schwierig.“ Derzeit bemühe man sich bei der Bundesagentur für Arbeit um Kurzarbeitergeld. Mit Blick auf die im Raum stehenden Verfehlungen der Vergangenheit sei das nicht einfach. Er sei aber zuversichtlich. Weiterhin werden dringend für beide Standorte Fachkräfte gesucht – sowohl im pflegerischen als auch im medizinischen Bereich. Weitere Informationen dazu finden sich auch im Internet auf/www.gro-med.de
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