Am Samstag

Lenggrieser Berg-Campingplatz öffnet und setzt auf Entschleunigung

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„Ein kleines Dahoam“ sollen die Almhütten auf über 40 Quadratmetern für Pärchen und Familien bieten, sagt Michaela Probst.
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Immer mehr Menschen suchen nach Ruhe. Finden können sie sie nun am Berg-Campingplatz in Lenggries. Die Almhütten, Stellplätze und Ferienzimmer sind jetzt fertig. Auch das neue Wirtshaus auf dem Gelände öffnet am Wochenende.

Lenggries – Michaela Probst hat sich noch nie so aufs Putzen und Bettenmachen gefreut wie in diesen Tagen. „Alles was sonst nicht so schön ist, mache ich jetzt besonders gern“, sagt sie. Vorfreude und Aufregung schwingen in jedem ihrer Sätze mit. Denn: Am Samstag eröffnet der Berg-Campingplatz am Fuße des Braunecks in Lenggries. Auf diesen Tag hat Probst mit ihrer Familie fast ein Jahr lang hingearbeitet. Nicht mal ein Jahr, betont sie: „Wir hatten ein tolles Handwerkerteam aus der Region. Alles lief total reibungslos.“ Das Ergebnis: 24 Stellplätze für Wohnmobile, sieben Almhütten, acht Gästezimmer und ein Wirtshaus mit 120 Plätzen.

Die Almhütten sind nach den umliegenden Bergen benannt

Was drei Isarwinkler Geschwister mit ihren Partnern in so kurzer Zeit umsetzten, soll zur Entschleunigung beitragen. „Immer mehr Menschen wünschen sich Ruhe und Auszeiten vom Alltag“, sagt Probst. Diese Sehnsüchte erfüllt der Lenggrieser Berg-Campingplatz nicht nur durch den Panoramablick aufs Brauneck. „Ein kleines Dahoam“ sollen die Almhütten für Pärchen oder Familien sein. Drinnen im kuschligen, aber über 40 Quadratmeter großen Innenraum werden die verschiedenen Holztöne von Betten, Schrank und Küchenzeile indirekt beleuchtet. Ganz hinten sieht man, etwas abgeschirmt, ein Bad mit großzügiger Dusche. Von der Terrasse können Urlauber im Winter quasi direkt in die Langlaufloipe steigen – und im Sommer die Rad- oder Bergtour von der Hüttentür aus starten. Benannt sind die Chalets nach den umliegenden Bergen – Demmelspitz, Heiglkopf oder Geierstein.

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Sieben Chalets reihen sich am Campingplatz auf.

Etwas über die Region lernen können auch die Gäste der Ferienzimmer im Haupthaus. Sie heißen Walchensee, Längental oder Rissbach. „Das klingt doch viel schöner als Zimmer 1, 2 oder 3“, findet Probst. Der Gedanke der Entschleunigung steht hier an den Wänden: „Die schönste Zeit ist, wenn man die Zeit vergisst.“ Oder: „I mog ned miassn, i mog meng.“ Wie in den Almhütten dominiert das Holz: Ein abgeschnittener Stamm dient als Ablage im Bad, eine kleine Leiter als Handtuchhalter.

Die Vergangenheit steckt im Gebäude - wortwörtlich

Im Gang dokumentieren Baustellenfotos die Entstehung des Hauses auf dem Gelände der abgerissenen Tennishalle. „Ich sag’ immer noch: ,Ich fahr zur Halle rauf‘“, erzählt Probst. Fast jeder in ihrer Familie spielt Tennis. Die Geschichte des Areals bleibt erhalten, sie steckt sogar im neuen Gebäude. „Wir haben den Hallenboden geschreddert und als Untergrund genommen.“ Auch die Dachziegel habe man wiederverwendet.

Rustikal-modern: Gesa Greve-Krause führt das Wirtshaus „d’Lahnerstubn“ mit 120 Plätzen.

Am Fuße des Braunecks schließen sich nun gleich zwei Kreise. Camper standen hier schon vor vielen Jahren – und auch ein Wirtshaus mit dem Namen „d’Lahnerstubn“ gibt es nun wieder. Grobe Holzwände mit LED-Beleuchtung, ein Dächlein über der Theke und ein großer Balkon: Im rustikal-modernen Gastraum und im Biergarten will Wirtin Gesa Greve-Krause Einheimische und Urlauber empfangen. Die erfahrene Gastronomin lebt seit sechs Jahren in Lenggries und hat ein klares Konzept: kleine Speisekarte, regionale Produkte. „Es soll ein Gasthaus für Leib und Seele sein“, sagt Greve-Krause. Das Brot werde selbst gebacken, das Angebot variiere von Tag zu Tag. Wie Michaela Probst freut sich auch die Wirtin, dass sich so viele Lenggrieser für das Gasthaus und den Campingplatz interessieren: „Das Dorf nimmt Anteil. Alle zehn Minuten schaut jemand vorbei.“

Zum Beispiel Markus Ertl. Als Inklusionsbotschafter macht sich der Schlegldorfer für die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention stark. Als Blinder wünscht er sich zum Beispiel digitale Speisekarten, die er sich per Smartphone vorlesen lassen kann. Dass unter anderem die Toiletten der Lahnerstuben und die Almhütten barrierefrei gestaltet sind, freut Ertl: „Man merkt, dass das Thema hier angekommen ist.“

Ein Tag der offenen Tür

zur Eröffnung findet am Samstag zwischen 15 und 18 Uhr auf dem Campingplatz statt. Weitere Infos gibt es auf der Internetseite www.lenggrieser-bergcamping.de.

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