Kommunalwahl 2020

Bürgermeisterwahl in Lenggries: Landthaler und Morlang in der Stichwahl

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Beim Kartenspielen warteten die Kandidaten auf die Ergebnisse.
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In Lenggries gehen die Bürgermeisterkandidaten Markus Landthaler (Freie Wählergemeinschaft) und Wolfgang Morlang (Bayernpartei) in zwei Wochen in die Stichwahl.

Lenggries – Markus Landthaler (FWG) hatte von Anfang an die Nase vorn. 46,9 Prozent standen nach Auszählung aller Stimmen neben seinem Namen. „Hammer“ – so kommentierte der fast sprachlose 50-Jährige dieses Ergebnis. „Das habe ich so nicht erwartet.“ Natürlich gebe ihm das Rückenwind für die kommenden zwei Wochen bis zur Stichwahl. Eine Prognose, wie die ausgeht, will Landthaler auf keinen Fall wagen. „Den Wolfgang darf man nicht unterschätzen“, sagt der 50-Jährige über einen Mitbewerber Wolfgang Morlang (Bayernpartei). Generell freue er sich jetzt aber erst einmal „über das gigantische Ergebnis“.

Markus Landthaler hatte von Anfang an die Nase vorn 

Bester Laune ist auch Morlang (49), als er am Telefon sein Abschneiden kommentiert. „Super, das ist ein Wahnsinnergebnis“, sagt der Einzelkämpfer, der für die Bayernpartei antritt, aber keine Gemeinderatsliste im Rücken hat. „Ich habe immer gesagt: Wenn ich in die Stichwahl komme, dann ist das ein Erfolg.“ Jetzt freue er sich erst einmal über die 24,9 Prozent – „und dann muss ich überlegen, wie ich in die Zeit bis zur Stichwahl starte“, sagt Morlang.

Lenggrieser Ergebnisse

Gedrückte Stimmung herrschte derweil im Rathaus. Dorthin waren Christine Rinner (CSU) und Tobias Raphelt (SPD) gekommen, um die Ergebnisse, die auf einer Leinwand im Sitzungssaal gezeigt wurden, zu verfolgen. Nach den ersten drei, vier Wahllokalen hatte die 51-Jährige noch vor Morlang gelegen. Mit dem Auszählen der Briefwahl änderte sich das. Die CSU-Kandidatin kam am Ende auf 20,2 Prozent. Viel sagen wollte Rinner am Ende nicht mehr zu ihrem Ergebnis. „Ja, ich bin schon enttäuscht“, sagte sie. „Vielleicht passt eine Frau einfach nicht ins Schema.“

Freie Wählergemeinschaft und Bayernpartei in Stichwahl 

Auch Raphelt (47), der am Ende bei 8 Prozent landete, hatte sich ein wenig mehr ausgerechnet. „Zehn Prozent wären schön gewesen. Zehn plus x noch schöner“, sagte er gestern Abend. Allerdings hatte Raphelt erschwerte Startbedingungen: Die SPD hatte vor sechs Jahren keine Liste mehr aufgestellt und fehlte damit in der abgelaufenen Amtsperiode am Rathaustisch. Erst vor zwei Jahren hatte Raphelt den Ortsvorsitz übernommen und damit dem Ortsverein wieder neues Leben eingehaucht.

Christine Rinner schwer enttäuscht 

Mit im Sitzungssaal verfolgte auch der scheidende Amtsinhaber Werner Weindl (CSU) das Auszählen. Er versuchte, Rinner und Raphelt zumindest etwas aufzumuntern. „Herzlichen Dank, dass Ihr kandidiert habt“, wandte er sich an die beiden Anwesenden. „Lenggries hatte dieses Mal wirklich eine echte Auswahl.“ Im Gespräch kommentiert er das Abschneiden seiner Parteikollegin nur noch kurz. „Ich hätte schon gedacht, dass es Christine in die Stichwahl schafft. Aber das Ergebnis ist anders. Das muss man akzeptieren.“

Gut war auf jeden Fall die Wahlbeteiligung. Knapp 67 Prozent der Lenggrieser gaben am Sonntag ihre Stimme ab – deutlich mehr als vor sechs Jahren.

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