VonVeronika Ahn-Tauchnitzschließen
Einen 40 Meter hohen Sendemast will ein Mobilfunkanbieter in Lenggries bauen. Die Haltung des Gemeinderats dazu ist klar.
Lenggries – „Aus gestalterischer Sicht will ich gar nicht viel dazu sagen. Von der Wirkung her kann ich nur dringendst davon abraten.“ Bauamtsleiter Anton Bammer fand in der Sitzung des Lenggrieser Gemeinderats am Montag deutliche Worte zum Antrag der Abel Mobilfunk GmbH. Der Dienstleister, der für ein Tochterunternehmen der Telekom tätig ist, wollte wissen, ob die Gemeinde Interesse hat, eine Fläche am Bauhof zu vermieten. Entstehen soll dort eine Mobilfunkstation mit einem 40 Meter hohen Mast. Konkrete Angaben, wofür die Anlage genau gebraucht wird, gebe es nicht, sagte Bammer. „Ein Mast in dieser Höhe und Ausprägung wirkt sich ungemein negativ auf das gesamte Orts- und Landschaftsbild aus“, sagte der Bauamtschef.
Zudem sei nicht erläutert worden, warum „diese extreme Höhe“ vonnöten sei. Generell sei es dringend erforderlich, „einen verträglicheren Standort zu suchen.“ Außerdem könne man mit Blick auf künftige Erweiterungen auf keine Flächen am Bauhof verzichten.
Markus Landthaler (FW) gab ihm Recht. „Dem würde ich in 100 Jahren nicht zustimmen“, sagte er. Ihm sei schon klar, dass jeder immer Internet brauche, fügte Landthaler mit leichtem Unterton hinzu. „Aber es stehen schon überall Masten und hier wird nicht einmal erklärt, was genau da drauf soll und warum das Ding so hoch sein muss.“
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Ähnlich sah das CSU-Fraktionschef Bernhard Simon. Er warnte aber auch vor einer zu strikten Abwehrhaltung. „Wir müssen aufpassen. Das sind privilegierte Maßnahmen“, sagte er. „Es ist wichtig, dass wir hier im Dialog bleiben und eine Lösung suchen, die passt, sonst besteht die Gefahr, dass irgendwo Anlagen aufgestellt werden.“
Die aktuelle Anfrage wurde vom Gemeinderat einstimmig abgelehnt.
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